Analytik: Instrumentelle Verfahren
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Klinisch-toxikologische Analytik
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Analytik: Instrumentelle Verfahren Funktion und Anwendung von GC, HPLC, MS, NMR, IR, UV/VIS, etc.

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Alt 30.10.2017, 13:36   #1   Druckbare Version zeigen
Farmakeutiki  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 47
H-NMR CH2-OH Homo- oder Heteronukleare Kopplung

Hallo Leute,

also ich weiß, dass zB zwichen H und 19F eine heteronukleare Kopplung stattfindet, da H und F ja nicht gleich sind.

Habe ich bei -CH2-OH zwischen die H2 und dem Proton von OH eine homo oder heteronukleare Kopplung?
->Natürlich wenn man annimmt, dass OH nicht ausgetauscht wird gegen Deuterium.
Die Frage ist natürlich was man betrachtet..betrachtet man bei dieser Kopplung die Kopplung von H2 mit dem ganzen OH oder nur mit dem H von dem OH. Im zweiten Fall ist es ja eine Homonukleare Kopplung.

Könnte mir das jemand erklären welche Kopplung man genau betracthet( also H2 mit OH oder H2 mit H vom OH) und was es dann für eine Kopplung (Homo oder Heteronukleare) ist?

DANKE SCHON MAL SEHR!

Geändert von Farmakeutiki (30.10.2017 um 13:41 Uhr) Grund: -
Farmakeutiki ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2017, 16:04   #2   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.270
AW: H-NMR CH2-OH Homo- oder Heteronukleare Kopplung

Hi Farmakeutiki,

wie die Bezeichnung schon sagt ist die homonukleare Kopplung die zwische Kernen gleicher Art, unabhängig von ihrer Distanz. Mit dem Quadrat der Distanz wird die Kopplung schwächer, so dass sie im Rauschen des Messgeräts verschwindet.

Freundliche Grüße
cg
cg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.10.2017, 17:06   #3   Druckbare Version zeigen
Farmakeutiki  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 47
AW: H-NMR CH2-OH Homo- oder Heteronukleare Kopplung

Erstmal vielen vielen Dank für deine Antwort

Okay dann handelt es sich bei -CH2-OH wohl um eine homonukleare Kopplung.

So wie ich es also verstehe, ob man diese Kopplung sieht oder nicht(angenommen H wird nicht durch Deuterium getauscht) hängt erstmal von der Empfindlichkeit des Geräts (je mehr MHz ein Gerät verfügt desto größer die Empfindlichkeit), aber ich hab vor kurzem gelesen, dass es wohl auch vom Lösungsmittel abhängt.

ZB. in dem Bsp. -CH2-OH
>in CDCl3 ist -OH sichtbar aber es findet keine Kopplung statt zwischen -CH2-OH, OH ergibt ein Singulett
>aber in DMSO ist -OH wieder sichtbar, nun findet aber eine Koplung statt zwischen -CH2-OH, OH ergibt hier ein Triplett..

frage mich aber wieso der Unterschied, beide Lösungsmitteln sind ja relativ polar und beide aprotisch....

jemand eine Idee ?
Danke
Farmakeutiki ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.10.2017, 15:51   #4   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.270
AW: H-NMR CH2-OH Homo- oder Heteronukleare Kopplung

Hi Farmakeutiki,

da nich für, sagt man hier.

Ob Du die Kopplung siehst, hängt ab
1. von dem Frequenzfenster, das Du betrachtest,
2. von der Empfindlichkeit des Empfängers des Gerätes,
3. vom Rauschpegel des Empfängers,
4. von der Resonanz.
Die (Sende-)Frequenz des Gerätes muss exakt gleich der Resonanzfrequenz des Kernspins des interessierenden Atoms im gegebenen Magnetfeld sein, sonst siehst Du gar nichts (keine Resonanz).

Die Kopplung H...D erzeugt ein Signal, das vergleichbar stark wie das der Kopplung H...H ist, nur bei einer Frequenz außerhalb des üblicherweise betrachteten H-Fensters.

Der Lösemitteleinfluss ist auf die räumliche Nähe der Lösemittelmoleküle zu den Analytmolekülen zurückzuführen. Wenn im Lösemittel keine H und nur D sind siehst Du die Kopplung in einem anderen Frequenzfenster, nämlich dem für H...D-Kopplung. Dieses Fenster betrachtest Du nicht, weil Dich die H...H-Kopplung interessiert. Deshalb wählst Du ja dieses Lösemittel.
DMSO hat 6 H im Molekül. Mit denen koppelt das O-H. Würdest Du HexadeuteroDMSO nehmen, sähest Du wieder nur ein Singulett im H...H-Fenster, die Kopplung aber im H...D-Fenster, wie bei CDCl3.
Egal, ob das LM protisch ist oder nicht, auf die Existenz und Nähe der betrachteten Atomkerne (hier der Wasserstoffkerne) kommt es an.

Freundliche Grüße
cg
cg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.11.2017, 14:11   #5   Druckbare Version zeigen
markus78 Männlich
Mitglied
Beiträge: 229
AW: H-NMR CH2-OH Homo- oder Heteronukleare Kopplung

Zitat:
Die Kopplung H...D erzeugt ein Signal, das vergleichbar stark wie das der Kopplung H...H ist, nur bei einer Frequenz außerhalb des üblicherweise betrachteten H-Fensters.
Sorry, aber das stimmt so nicht!
Wenn man deuteriertes DMSO als Lösungsmittel verwendet, dann ist das Signal das man im Spektrum sieht das Resultat der Kopplung der vereinzelt noch vorhanden H-Atome im d-DMSO mit den restlichen D-Atomen.

Die Frequenz des Anregungspulses wird für eine Kernsorte gewählt, d.h. man macht ein H-NMR, 13C-NMR (oder auch ein D-NMR, wenn man möchte). Kopplungen mit anderen Kernsorten sieht man immer, ausser sie werden aktiv unterdrückt.

Kopplungen mit dem Lösungsmittel sieht man generell nicht.
markus78 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.11.2017, 14:44   #6   Druckbare Version zeigen
Farmakeutiki  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 47
AW: H-NMR CH2-OH Homo- oder Heteronukleare Kopplung

Zitat:
Zitat von markus78 Beitrag anzeigen
Die Frequenz des Anregungspulses wird für eine Kernsorte gewählt, d.h. man macht ein H-NMR, 13C-NMR (oder auch ein D-NMR, wenn man möchte). Kopplungen mit anderen Kernsorten sieht man immer, ausser sie werden aktiv unterdrückt.

Kopplungen mit dem Lösungsmittel sieht man generell nicht.
Danke auch für deine Antwort!
Was bedeutet denn, dass die "aktiv unterdrückt werden"? Durch was zb? ZB weiß ich, dass wenn ein F in einem Aromat sitzt, es heteronukleare Kopplungen macht mit 1H und zwar auch in para. Aber wenn Fluor in eine aliphatische Kette ist, dann sieht man die heteronukleare Kopplungen mit 1H im 1H-NMR Spektrum nicht (bzw. die sind vorhanden aber so gering dass man die nicht sieht). Chlor im Gegensatz zu Fluor, auch wenn es im Aromat ist, sieht man da keine heteronukleare Kopplungen zwischen 1H und Cl. Was ist das entscheidende hier, dass man die Kopplungen nicht sieht? Spielt die relative Empfindlichkeit die bei Fluor und 1H sehr groß ist und wahrscheinlich bei Chlor nicht so groß ist eine Rolle? Oder spielen da Mesomere Effekte und die Elektronegativität eine Rolle?
Farmakeutiki ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 05.11.2017, 18:54   #7   Druckbare Version zeigen
markus78 Männlich
Mitglied
Beiträge: 229
AW: H-NMR CH2-OH Homo- oder Heteronukleare Kopplung

Um aktiv zu unterdrücken wird mit der Resonanzfrequenz des koppelnden Kerns eingestrahlt. Damit kann man ganz spezifisch ein Signal (und die entsprechenden Kopplungen) bei einer chemischen Verschiebung unterdrücken, oder eine ganze Kern-(Atom)sorte. Je nach Frequenzbreite des eingestrahlt es RF-pulses. Letzteres wird in der 13C-NMR gemacht, darum sieht man dort die Kopplungen zum H nicht. Das einstrahlen des RF-pulses bewirkt, dass der Spin der Kerne die in Resonanz zum RF-puls sind sehr schnell umklappen und die damit koppelnden Kern im Mitteln ein Spin von 0 sehen, d.h. keine Kopplung.
Bei den meisten Kernen mit einem Spin von grösser 1/2 sorgt ein ähnlicher Effekt dafür, dass das schnelle umklappen auch ohne Einstrahlung eines RF-pulses geschieht, weshalb entsprechende Kopplungen in der Regel nicht sichtbar sind. Wie zum Beispiel Kopplungen von H mit Cl.

Ich empfehle ein Buch über die Grundlagen der NMR, da werden solche Effekte erklärt.
markus78 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.2017, 13:59   #8   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.055
AW: H-NMR CH2-OH Homo- oder Heteronukleare Kopplung

Zur Breitbandentkopplung als Einstieg mal hier lesen:
http://www.chemgapedia.de/vsengine/vlu/vsc/de/ch/3/anc/nmr_spek/kopplungen.vlu/Page/vsc/de/ch/3/anc/nmr_spek/m_18/nmr_4_10/kopplunterdr_m18te1100.vscml.html .

Fulvenus!
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