Schule/Ausbildungs- & Studienwahl
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Schule/Ausbildungs- & Studienwahl Hier könnt ihr euch über verschiedene Möglichkeiten für eure Zukunft erkundigen oder eure Erfahrungen weitergeben.

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Alt 23.10.2017, 09:46   #1   Druckbare Version zeigen
snowi Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 541
Promovieren oder mit dem Master arbeiten? Eure Erfahrungen zur Entscheidungshilfe

Guten Morgen liebe Chemiegemeinde,

ich habe vor kurzem meinen Master (Chemie, Instrumentelle Analyik) abgeschlossen und befinde mich jetzt in der Entscheidungsphase - Promotion oder Arbeiten.

Ich hoffe Ihr könnt mir dabei mit euren Erfahrungen in der Entscheidung behilflich sein.

Und zwar bin ich ein sehr praxisnaher Mensch, ich stehe lieber im Labor als vor dem Schreibtisch und bin gerne dort, wo es Troubleshooting gibt. Mich reizt es, Lösungswege zu finden und diese dann anzuwenden. (Das Bürotätigkeiten in unserem Berufszweig dazu gehören, ist klar) Außerdem interessiert mich besonders die Entwicklung und Optimierung bzw. Validierung von Methoden in der Analytik, darin habe ich an meisten Erfahrung.

An einer Führungsposition bin ich nicht ganz so interessiert, vielleicht wächst man dort hinein.. wer weiß.
  • So nun stellt sich mir die Frage, ist die Promotion eigentlich das richtige für mich, oder gehe ich damit einen Schritt zu weit? (An der Motivation und dem richtigen Promotionsplatz würde es nicht scheitern)

Mir stellt sich die Frage, wie praxisnah arbeite ich mit dem Dr. rer. nat. später in der Industrie? Habe ich überwiegend eine Bürotätigkeit mit Führungsposition oder stehe ich noch im Labor?
  • Meine zweite Frage ist, ob es sehr relevant für das Arbeiten nach der Promotion ist, wenn diese nicht im eigentlichen Schwerpunkt (Instr. Analytik) sondern in Lebensmittelchemie (in Anlehnung an die Analytik) durchgeführt wird? Ich meine, ob mich ein Promotionsthema, dass nicht direkt aus der Analytik ist, mich später bei der Arbeitsfindung in der Analytik beeinflussen kann.

Ich würde mich freuen, wenn mir diejenigen antworten können, die eine Promotion in der Chemie durchgeführt haben und nun im Berufsleben angekommen sind.

Ich hoffe, ihr könnt mir so bei meiner Entscheidung helfen.

Viele Grüße

Björn

Nun stehe ich momentan
snowi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2017, 09:57   #2   Druckbare Version zeigen
imalipusram  
Mitglied
Beiträge: 6.298
AW: Promovieren oder mit dem Master arbeiten? Eure Erfahrungen zur Entscheidungshilfe

Zitat:
Zitat von snowi Beitrag anzeigen
Meine zweite Frage ist, ob es sehr relevant für das Arbeiten nach der Promotion ist, wenn diese nicht im eigentlichen Schwerpunkt (Instr. Analytik) sondern in Lebensmittelchemie (in Anlehnung an die Analytik) durchgeführt wird? Ich meine, ob mich ein Promotionsthema, dass nicht direkt aus der Analytik ist, mich später bei der Arbeitsfindung in der Analytik beeinflussen kann.
Wenn Du anwendungsbezogen analytisch arbeitest, gewinnst Du neues Wissen.
__________________
I solemnly swear that I'm up to no good!
伍佰 (WuBai - Run run run!) (ein Musikvideo mit dem Bambushaus und dem imalipusram unter den Statisten)
Noch ein nettes Video (nerdy, ein LIHA-Robot)
Und so gehts hier manchmal zu (sowas Ähnliches wie Fronleichnam, hier wird TuDiGong, dem Erdgott, tüchtig eingeheizt!) Oder so (auch ungeeignet für Gefahrstoffphobiker) und so und so.
imalipusram ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2017, 10:11   #3   Druckbare Version zeigen
HNIW Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.568
AW: Promovieren oder mit dem Master arbeiten? Eure Erfahrungen zur Entscheidungshilfe

Zitat:
Zitat von snowi Beitrag anzeigen
Und zwar bin ich ein sehr praxisnaher Mensch, ich stehe lieber im Labor als vor dem Schreibtisch ....
An einer Führungsposition bin ich nicht ganz so interessiert, vielleicht wächst man dort hinein.. wer weiß.
  • So nun stellt sich mir die Frage, ist die Promotion eigentlich das richtige für mich, oder gehe ich damit einen Schritt zu weit? (An der Motivation und dem richtigen Promotionsplatz würde es nicht scheitern)
Ein Doktor-Titel ist nie verkehrt. Selbst wenn Du im Lotto gewonnen hättest und später nie arbeiten würdest, den Doktor-Titel würde ich auf jeden fall immer mitnehmen.

Zitat:
Zitat von snowi Beitrag anzeigen
Mir stellt sich die Frage, wie praxisnah arbeite ich mit dem Dr. rer. nat. später in der Industrie? Habe ich überwiegend eine Bürotätigkeit mit Führungsposition oder stehe ich noch im Labor?
Unterschiedlich. Das kommt auf die konkrete stelle und die Firma an.
Man kann auch als Doktor - wenn man es denn möchte und die richtige Stelle hat - noch im Labor arbeiten. So 50:50 ist perfekt.

Zitat:
Zitat von snowi Beitrag anzeigen
Meine zweite Frage ist, ob es sehr relevant für das Arbeiten nach der Promotion ist, wenn diese nicht im eigentlichen Schwerpunkt (Instr. Analytik) sondern in Lebensmittelchemie (in Anlehnung an die Analytik) durchgeführt wird? Ich meine, ob mich ein Promotionsthema, dass nicht direkt aus der Analytik ist, mich später bei der Arbeitsfindung in der Analytik beeinflussen kann.
Ja/Nein. Das ist unterschiedlich und kann man nicht so voraussagen. Wenn dein Promotionsthema nun wirklich perfekt auf die Stelle passt, sicherlich.
Bei den überwiegenden Stellen m.E. nach kaum. Außer, die Unterschiede sind extrem. Also ein PC- oder TC Chemiker für eine Anylatik-Stelle ....
__________________
"Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
Kurt Tucholsky

"Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß."
Werner Heisenberg
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Alt 23.10.2017, 11:11   #4   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.220
AW: Promovieren oder mit dem Master arbeiten? Eure Erfahrungen zur Entscheidungshilfe

ob du als Dr. noch im Labor arbeiten kannst, hängt bei uns davon ab, ob man in der Forschung oder der Produktion arbeitet.
In der Forschungsanalytik hat ein Laborleiter (LL) 2 - 3 Mitarbeiter. Wenn er nicht Mitglied in zu vielen Projektteams ist, bzw. durch andere Tätigkeiten ausgelastet ist, hat er Zeit, selbst im Labor zu arbeiten (20 - 50% der Arbeitszeit).
In der Qualitätskontrolle (Produktion) hat ein LL dagegen mehr Mitarbeiter (10+). Hier gibt es weder Zeit noch Grund im Labor zu arbeiten. Man ist im Büro mehr als ausgelastet.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
einfach mal eine Fanta trinken
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Alt 23.10.2017, 11:15   #5   Druckbare Version zeigen
snowi Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 541
AW: Promovieren oder mit dem Master arbeiten? Eure Erfahrungen zur Entscheidungshilfe

Danke für eure Antworten,

Zitat:
Ja/Nein. Das ist unterschiedlich und kann man nicht so voraussagen. Wenn dein Promotionsthema nun wirklich perfekt auf die Stelle passt, sicherlich.
Bei den überwiegenden Stellen m.E. nach kaum. Außer, die Unterschiede sind extrem. Also ein PC- oder TC Chemiker für eine Anylatik-Stelle ....
Also ich hab im B.Sc. den Schwerpunkt der Instr. Analytik gemacht, an der TU im Master dann in der Technischen Chemie mit Anlehnung an die Analytik. (Ich wollte interdisziplinär noch andere verwandte Bereiche kennenlernen)

Das Promotionsthema wäre nun in der Lebensmittelchemie mit dem Thema der Strukturaufklärung von bestimmten Weizeninhaltsstoffen... Also dort würden auch die gängigen Analytiktechniken angewendet werden (NMR, HPLC, Rheometrie usw..) Ich weiß nur nicht inwiefern mich das wieder von meinem eigentlichen Schwerpunkt der Analytik entfernt und das die Arbeitsplatzsuche beeinflusst.

Wie sieht den bei euch der Arbeitsalltag aus? Viel Praxis oder eher Bürojob?

Zitat:
ob du als Dr. noch im Labor arbeiten kannst, hängt bei uns davon ab, ob man in der Forschung oder der Produktion arbeitet.
In der Forschungsanalytik hat ein Laborleiter (LL) 2 - 3 Mitarbeiter. Wenn er nicht Mitglied in zu vielen Projektteams ist, bzw. durch andere Tätigkeiten ausgelastet ist, hat er Zeit, selbst im Labor zu arbeiten (20 - 50% der Arbeitszeit).
In der Qualitätskontrolle (Produktion) hat ein LL dagegen mehr Mitarbeiter (10+). Hier gibt es weder Zeit noch Grund im Labor zu arbeiten. Man ist im Büro mehr als ausgelastet.
Heißt das, mir wird als Dr. die Führungstätigkeit in der Regel gleich mit in die Schuhe gelegt?

Grüße Björn
snowi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2017, 11:43   #6   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.220
AW: Promovieren oder mit dem Master arbeiten? Eure Erfahrungen zur Entscheidungshilfe

Zitat:
Zitat von snowi Beitrag anzeigen
Führungstätigkeit
als LL hast du in aller Regel Mitarbeiter und bist somit Vorgesetzter. Führungstätigkeit ist dafür etwas zu hoch gegriffen. Davon würde ich ab der Position eines Abteilungsleiters sprechen.
__________________
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Alt 23.10.2017, 14:18   #7   Druckbare Version zeigen
snowi Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 541
AW: Promovieren oder mit dem Master arbeiten? Eure Erfahrungen zur Entscheidungshilfe

Angenommen es tritt das worst-case Szenario ein und mir gefällt später die Arbeit nach der Promotion absolut nicht, weil ich den Praxisbezug verloren habe.

Wenn ich selbst damit klarkommen würde, dass ich mich "runterqualifiziere" und einen Arbeitsplatz z.B. als Applikationsentwickler (dort eigentlich mit dem Master)suche, hätte die Promotion dann eher einen positiven oder negativen Effekt auf die Bewerbung?

D.h. natürlich, dass auch nicht die Besoldung gemäß nach einem Dr. stattfindet, sondern eher z.B. nach dem Chemietarif entsprechend einer Stelle als Master.

In klaren Worten ausgedrückt: ich bewerbe mich als Dr. für eine Masterstelle und gebe mich mit dem niedrigeren Gehalt zufrieden. Ich bin also dann überqualifiziert. Würde mir der Dr. in dem Fall bessere oder schlechtere Chancen bringen?
snowi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 23.10.2017, 14:50   #8   Druckbare Version zeigen
HNIW Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.568
AW: Promovieren oder mit dem Master arbeiten? Eure Erfahrungen zur Entscheidungshilfe

Zitat:
Zitat von snowi Beitrag anzeigen
Wenn ich selbst damit klarkommen würde, dass ich mich "runterqualifiziere" und einen Arbeitsplatz z.B. als Applikationsentwickler (dort eigentlich mit dem Master)suche, hätte die Promotion dann eher einen positiven oder negativen Effekt auf die Bewerbung?
...
In klaren Worten ausgedrückt: ich bewerbe mich als Dr. für eine Masterstelle und gebe mich mit dem niedrigeren Gehalt zufrieden. Ich bin also dann überqualifiziert. Würde mir der Dr. in dem Fall bessere oder schlechtere Chancen bringen?
In aller regel wird dich niemand für eine Stelle einstellen, die unterhalb deiner Qualifikation liegt. Hier besteht nämlich die Gefahr, dass sich Dein Vorgesetzter dann möglicherweise "unwohl" fühlt, Kompetenzgerangel vorprogrammiert sein kann. Insbesondere dann, wer der kein Doktor ist.

Überqualifiziert ....? Kommt darauf an, was man da konkret darunter versteht. In der Praxis dürften viele Chemiker - von ihrem individuellem Fachwissen (nicht vom Titel) betrachtet und dem, was sie in der Praxis tatsächlich machen - überqualifiziert sein.
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HNIW ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.10.2017, 09:14   #9   Druckbare Version zeigen
Tschautoni  
Mitglied
Beiträge: 303
AW: Promovieren oder mit dem Master arbeiten? Eure Erfahrungen zur Entscheidungshilfe

Ich mache gerade meinen Doktor und ich finde man sollte den Dr. einfach nur machen weil es eine tolle Zeit ist. Mit dem richtigen Professor kannst du dann noch sehr viel fürs Leben lernen und natürlich neue Techniken und Methoden erlernen.

Für die Zukunft: Wer kann dir garantieren, dass du ewig im Labor arbeiten möchstest? Mit einem Doktor Titel hättest du sicher mehr möglichkeiten als mit einem Master.
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