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Allgemeine Chemie Fragen zur Chemie, die ihr nicht in eines der Fachforen einordnen könnt, gehören hierher.

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Alt 30.03.2015, 00:47   #1   Druckbare Version zeigen
michel.fiebig  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 5
königswasser

nabend erstmal,
ich habe da ein kleines projekt am laufen aus reiner neugier,aber stehe gerade etwas auf dem schlauch.
wenn ich einen ring mit 585 gold auflöse wie bekomme ich dann das gold wieder in die feste form.und was mache ich mit den anderen metallen die in dem ring drin sind bekomme ich die auch raus aus der lösung.
also am liebsten wäre mir ring in das königswasser und dann nacheinander gold silber kupfer oder was auch immer nacheinander rausfiltern*g
ist das möglich und wenn ja bekomme ich dann 24k gold raus weil ja die nennen wir es verunreinigungen auch aufgelöst sind und wenn ich dann das gold fälle muss es doch 24k haben oder?
michel.fiebig ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 05:58   #2   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.993
AW: königswasser

die beste Versuchsbeschreibung, die ich in dem Zusammenhang je gesehen habe:
http://www.versuchschemie.de/topic,8039,-Scheiden+von+Zahngold+im+gro%DFen+Ma%DFstab.html
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 09:06   #3   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 19.234
AW: königswasser

Der Umgang mit Königswasser und ähnlichen Mischungen/Substanzen erfordert doch ein halbwegs vernünftiges Labor. Ohne Abzug und vernünftige Ausrüstung -> Finger weg, wenn man keinen Wert auf ein Lungenödem (NOx!), Verätzungen etc. legt.
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 10:21   #4   Druckbare Version zeigen
michel.fiebig  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 5
danke chemiewolf das war sehr hilfreich,aber ich bin neugierig habe einen alten fernseher zerlegt und würde gerne mal sehen wie weit ich komme.nur die platinen machen mir ein problem da sind kupferbahnen drauf die mit kunstoff überzogen sind.mein gedanken gang war das kunstoff entfernen nur wie?mechanisch ist es nicht möglich schon versucht also dachte ich muss es doch eine andere möglichkeit geben immerhin haben die es ja geschafft die zusammen zu bauen also muss es doch möglich sein diese wieder zu trennen.
michel.fiebig ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 14:27   #5   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 15.238
AW: königswasser

Zitat:
Zitat von michel.fiebig Beitrag anzeigen
danke chemiewolf das war sehr hilfreich,aber ich bin neugierig habe einen alten fernseher zerlegt und würde gerne mal sehen wie weit ich komme.nur die platinen machen mir ein problem da sind kupferbahnen drauf die mit kunstoff überzogen sind.mein gedanken gang war das kunstoff entfernen nur wie?mechanisch ist es nicht möglich schon versucht also dachte ich muss es doch eine andere möglichkeit geben immerhin haben die es ja geschafft die zusammen zu bauen also muss es doch möglich sein diese wieder zu trennen.
Finger weg davon. Das ist alles sehr giftig. In Afrika werden die Platinen verkokelt. Die Kunststoffe bekommst Du so nicht fort zu mal die Platinen aus Verbundwerkstoffen, die Glasfasern enthalten bestehn. FR4 und andere.
__________________
Vena lausa moris pax drux bis totis
Nobby ist gerade online   Mit Zitat antworten
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Alt 30.03.2015, 14:31   #6   Druckbare Version zeigen
Florian98 Männlich
Mitglied
Beiträge: 867
AW: königswasser

Hallo,

Es gibt da einige Scheideverfahren in Mengen - aber ich glaube nicht das diese erwähnenswert sind, wenn es sich nur um Fernsehschrott oder um einen kleinen Ring handelt (bzw. ich habe jetzt keinen Bock wieder ellenlange Raffinierungstexte zu schreiben die noch Umwelt- und Gesundheitsfreundlich sind).

Das Einfachste wäre die simpelste Schulchemie:
Salzsäure
löst nur unedle Metalle wie Eisen oder Zink auf, nicht jedoch das Kupfer.

Salpetersäure
löst zwar Kupfer und Silber auf, aber nicht Gold. Daher auch das Wort Scheidewasser für Salpetersäure.

Königswasser
löst Gold, Platin, Palladium usw. auf.

Im Grunde sind diese Aussagen Jacke wie Hose - verflüssige alles mit Basen oder Säuren und scheide dann mittels Elektrolyse (wäre das Optimalste).
Auf Chemischen Wege benötigst du ein Labor und diese Wege, z.B. über Amalgam- oder Cyanidverfahren, sind nicht ganz ohne.

Flo
Florian98 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 15:11   #7   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.993
AW: königswasser

Zitat:
Zitat von michel.fiebig Beitrag anzeigen
alten fernseher
erwartest Du da wägbare Mengen an Gold?
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 16:48   #8   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 19.234
AW: königswasser

Wenn sich das Ganze lohnen soll, also nach Abzug der Kosten für Chemikalien, Ausrüstung, Strom und Zeitaufwand noch Geld übrig bleiben soll, dann muss man da schon einige Fernseher aufarbeiten. Es hat schon seinen Grund, warum das eher große Firmen im großen Maßstab machen.
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 17:27   #9   Druckbare Version zeigen
michel.fiebig  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 5
AW: königswasser

danke ich wollte einfach nur wissen wie weit man es zerlegen kann also nur reine neugier und mechanisch bin ich schon an grenzen gestossen na habe da noch die idee alles zu schreddern kunstoffe sollten ja auf wasser schwimmen und den rest der nicht schwimmt mit säuren trennen sollte ja auch klappen durch das schreddern sollte ich ja an alle edelmetalle kommen da ich ja die kunstoffe aber der aufwand ist mir zu gross.wie schon gesagt wollte einfach mal sehen wie weit ich komme.danke für eure hilfe.
michel.fiebig ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 17:36   #10   Druckbare Version zeigen
rettich Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.670
AW: königswasser

Laß die sauerei mit Süren usw. sein, es lohnt wie geschrieben nur in Massen.
Beschränke dich auf Cu, das leichter und bringt ein paar € ein.
mfg : rettich
__________________
mfg: rettich

Man kann gar nicht so dämlich denken wie
andere Handeln.
Speziell im Strassenverkehr und im Labor.

Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens.
rettich ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 17:54   #11   Druckbare Version zeigen
Florian98 Männlich
Mitglied
Beiträge: 867
Ich antworte nur, weil die Antworten ein beschämendes Licht auf jeden Chemiker hier wirft - weil, das Auflösen von Gold gehörte zum Wissen eines jeden Alchemisten. Selbst Geber im 8.Jh. kannte das Auflösen von Gold in Königswasser.

Das Problem sind die Legierungen bzw. jede andere Zusammensetzung bedarf eine andere Raffinierungsmethode.

Beispiel die ab dem 15.Jh. in Venedig angewandte Quartscheidung. Bei dieser Methode mußte der Anteil von Silber zu Gold genau 3:1 betragen, was man durch Versuche ausprobierte (es durfte kein Silber bzw. es durfte kein Gold beim Versetzen HNO3 entstehen) ansonsten erübrigte sich das anstehende Kochen mit Salpetersäure (Dichte 1,32).
Diese Methode wurde ab 19.Jh. noch modifiziert durch Zink und Schwefelsäure.

Bei einer Legierung von max. 25% Au- und 10% Cu-Anteil würde sich die Methode von Rössler als nützlich erweisen - Kochen mit reiner Schwefelsäure.

Liegt der Anteil der Silber(Blei)-Verbindung bei 80% so kann man mäßig konzentrierte Salpetersäure verwenden, ist der Anteil des Silber unter 15% so muß man schon mit Königswasser kochen - dazwischen löst man mit Königswasser bei Raumtemperatur.
Um aus dieser Lösung das Gold zu reduzieren verwendete man Borax, Natriumbisulfat, Kaliumcyanid, Soda ... - das Gold muß aber trotzdem gereinigt werden.
Reduziert man aber mit Oxalsäure/Ammoniumoxalt, Eisen(2)-Chlorid, Eisensulfat oder mit Schwefeldioxid, so muß das Gold mit Borax und Soda oder Borax und Kaliumnitrat geschmolzen werden. Zwischendurch muß man (je nach Legierung) noch mit Schwefelsäure, Ammoniumhydroxid, usw. waschen.

Es gibt hunderte Legierungen und man hatte schon im Mittelalter Gold durch andere Metalle gestreckt z.B. das Nürnberger Gold, Jou-Jou-Gold, Grünes Gold usw. - es gibt dementsprechend andere Abfolgen der Raffination.

Flo
Florian98 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 18:24   #12   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.452
AW: königswasser

Zitat:
Zitat von Florian98 Beitrag anzeigen
Ich antworte nur, weil die Antworten ein beschämendes Licht auf jeden Chemiker hier wirft - weil, das Auflösen von Gold gehörte zum Wissen eines jeden Alchemisten.
Inwieweit sollen die gegebenen Antworten denn "beschämen"?
Das "geheime Wissen" der Alchemisten zum Thema "Metalle" und "Aqua regia" von anno Tobak ist auch sicherlich den meisten,hier im Forum vertretenen Chemikern bekannt,muß jedoch nicht ständig ausgebreitet werden.
Schon der zweite Beitrag des TEs zeigte,daß es sich hier um die schon oft diskutierte Aufarbeitung von Elektronikschrott geht.Da ist es zielführender,auf die Gefahren im Umgang mit solchen Säuren und das Kosten/Nutzenverhältnis hinzuweisen,als einen historischen Abriß über verschiedene Aufschlußverfahren zu liefern.Schon bei einem Goldring,dessen Zusammensetzung nicht genau bekannt ist,ist die Gewinnung von reinem Gold nicht im Hinterhof zu machen.

Fulvenus!
Fulvenus ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 18:45   #13   Druckbare Version zeigen
rettich Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.670
AW: königswasser

@ florian 98
Kommt noch hinzu, das sich in dem von dir bevorzugtem Zeitraum des Mittelalters oder früher niemand um
irgendwelche gesundheitlichen oder Umweltbelange gekümmert hat.
Sei froh, das die von dir beschriebenen Methoden heutzutage nicht unter den Bedingungen von
Anno Dutt betrieben werden.

Mach doch ein Schaulabor in Haithabu auf. Mit Gerätschaft und Chemiekalien aus dieser Zeit.
Viel Spass
mfg : rettich
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mfg: rettich

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andere Handeln.
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Alt 30.03.2015, 19:11   #14   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.993
AW: königswasser

Zitat:
Zitat von rettich Beitrag anzeigen
Beschränke dich auf Cu, das leichter und bringt ein paar € ein.
bei einem Kilopreis von ca 6.-€ ist da mit einem TV-Gerät nicht viel zu holen.
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De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.03.2015, 19:30   #15   Druckbare Version zeigen
rettich Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.670
AW: königswasser

Zumindest bei den alten Geräten sind Ablenkeinheit und Trafos schon mal leicht zu erreichen.
Und schnell demontiert und gesammelt. Die Masse bringt es und abisolieren muß man ja nicht
unbedingt wie in Afrika über der offenen Flamme.
mfg : rettich
__________________
mfg: rettich

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Speziell im Strassenverkehr und im Labor.

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