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Alt 02.12.2018, 21:03   #1   Druckbare Version zeigen
Kant63 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 1
Pflanzen und Klima

Nur mal so nebenbei..........

Ich habe lange gebraucht, bis ich eine Info bekommen habe, die mich schon länger beschäftigt hat.
Welche Pflanzen wandeln am meisten CO2 in Sauerstoff um?
Die Antwort ist erstaunlicherweise: Gräser und Bambus. Sie erzeugen 30% mehr Sauerstoff als Bäume. Ich habe immer gedacht der Regenwald erzeugte den meisten Sauerstoff.
Wäre es nicht sinnvoll Pflanzen gentechnisch zu verändern hin zu mehr CO2 Verbrauch und im großen Stiele anzupflanzen, um den Klimawandel zu verlangsamen?
Haben wir hier einen Biologen unter uns, der das mal recherchieren kann?
Kant63 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2018, 06:19   #2   Druckbare Version zeigen
imalipusram  
Mitglied
Beiträge: 6.696
AW: Pflanzen und Klima

Bambus hat den Vorteil, daß manche Arten schnell (nach)wachsen. Bambus und Gräser wachen jedoch nicht überall und der Wechsel zwischen Gräsern und tropischem Wald ist vor Ort nicht immer leicht nachvollziehbar. Außerdem wäre es ein absurder Eingriff in ein Ökosystem, den Wald abzuholzen, um dann Bambus anzupflanzen. Es geht auch um Aspekte wie den Erhalt der Artenvielfalt, Verhinderung von Bodenerosion oder den Wasserhaushalt.

Das meiste CO2 binden meines Wissens die Meere bzw. die Mikroalgen, welche darin wachsen. Man muß nicht gleich mit dem Genbaukasten kommen, vor allem, wenn man den Stoffwechsel und die Eigenschaften der Pflanzen und deren Rolle im Ökosystem kaum bis gar nicht versteht. Freisetzungen von Pflanzen und Tieren im großen Stil mit einem zu optimierenden Parameter im Hinterkopf gehen idR mit einem völlig unerwarteten Ergebnis schief.

mE ist das beste CO2 jenes, welches man gar nicht produziert. Man kann dies durch den überlegten und sinnvollen Einsatz von Energie erreichen: zB sparsamen Verbrauch (wozu braucht der Normalautofahrer ein SUV)? Wärmedämmung von Gebäuden (in Südostasien meiner Erfahrung nach praktisch unbekannt) wäre ein weiteres Thema, hier bräuchte man sie vor allem im Sommer bei Außentemperaturen von 35°C und mehr, um den Energieverbrauch der Klimaanlagen in Grenzen zu halten. Auch sollten sich die Menschen sich nach der Sinnhaftigkeit einer Innentemperatur von 20°C (oder noch weniger) fragen, wenn man dann in der Winterjacke im Büro oder Wohnzimmer sitzen muß. Längere Produktnutzung, reparieren (lassen) von defekten Geräten, ressourcenschonender Konsum usw.
__________________
I solemnly swear that I'm up to no good!
伍佰 (WuBai - Run run run!) (ein Musikvideo mit dem Bambushaus und dem imalipusram unter den Statisten)
Noch ein nettes Video (nerdy, ein LIHA-Robot)
Und so gehts hier manchmal zu (sowas Ähnliches wie Fronleichnam, hier wird TuDiGong, dem Erdgott, tüchtig eingeheizt!) Oder so (auch ungeeignet für Gefahrstoffphobiker) und so und so.

Geändert von imalipusram (03.12.2018 um 06:34 Uhr)
imalipusram ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2018, 08:29   #3   Druckbare Version zeigen
Adders Männlich
Mitglied
Beiträge: 594
AW: Pflanzen und Klima

Es geht nicht nur darum, welche Pflanzen am schnellsten CO2 fixieren. Wichtig ist besonders auch, dass das CO2 fixiert bleibt. Dafür sind permanente CO2 senken nötig, also z.B. beständige, große Ansammlung von organischem Material wie Moore, Regenwälder, Erdöl- und Kohlelagerstätten. Eine grüne Wiese oder ein dünner Bambuswald ist dafür eher nicht so gut geeignet, würde ich jetzt mal mutmaßen.
Adders ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2018, 10:01   #4   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.725
AW: Pflanzen und Klima

Es gab auch schon einen größer angelegten Verusch, Algen zu düngen. Ergebnis: das bringt nur kurzzeitig was.

Fazit: Das System "Realität" ist mal wieder deutlich komplexer, als man es sich vorstellt. Ein einfacher Eingriff nach "Wir machen das, dann passiert das" ist meist nicht zielführend.
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Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim: Allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.

Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2018, 10:11   #5   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.991
AW: Pflanzen und Klima

Zitat:
Zitat von Cyrion Beitrag anzeigen
Fazit: Das System "Realität" ist mal wieder deutlich komplexer, als man es sich vorstellt. Ein einfacher Eingriff nach "Wir machen das, dann passiert das" ist meist nicht zielführend.
wie du selbst erwähnt hast, hängt das auch mit der Komplexität des Vorhabens zusammen.
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The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2018, 14:49   #6   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.545
AW: Pflanzen und Klima

Zitat:
Zitat von Kant63 Beitrag anzeigen
....Welche Pflanzen wandeln am meisten CO2 in Sauerstoff um?
Die Antwort ist erstaunlicherweise: Gräser und Bambus. ...
Wundert mich nicht. Als Faustregel kann man sehen, dass schnell wachsende Pflanzen mehr CO2 binden, als langsam wachsende.

Zitat:
Zitat von Adders Beitrag anzeigen
...Wichtig ist besonders auch, dass das CO2 fixiert bleibt. ....
Hier kommen wieder die Bäume ins Spiel. So ein Baum wächst in der Regel über einige Jahrzehnte, bevor er abgeholzt und dann evt. verbrannt wird. Gras wird nach einem halben Jahr geerntet und dann verfüttert, wobei schon ein Teil CO2 frei wird. Der Rest landet im Tier und wird nach dessen Schlachtung frei. (stark vereinfacht dargestellt)

Kohle und Erdöl sind im Prinzip nichts anderes als Langzeitspeicher für CO2, die wir Menschen in relativ kurzer Zeit freisetzen.
In der Bio Schiene werden ja Energiepflanzen angebaut um über Biogasanlagen entsprechend nutzbares Gas zu generieren. Diese Energiepflanzen werden oft als CO2 neutral dargestellt, was auch der Fall ist, aber dies führt eben nicht zu einer Absenkung. Der einzige Absenkungseffekt wird dadurch bewirkt, dass durch die Energiepflanzen keine fossilen Energiequellen mehr verbrannt werden.
Wollte man wirklich CO2 reduzieren, müsste man es irgendwie dauerhaft, oder zumindest über einen sehr langen Zeitraum, binden. Somit müsste man künstlich Kohle oder Erdöl oder ein anderes Speicherprodukt erstellen. Allerdings benötigt man dafür viel Energie und diese muss dann zumindest CO2 neutral sein, um eine Absenkung zu bewirken.

Für die Erde als solche ist der Klimawandel weitgehend unkritisch und große Teile der Natur werden sich entsprechend anpassen. Nur der Mensch hat damit ein Problem.
__________________
Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
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Alt 03.12.2018, 15:42   #7   Druckbare Version zeigen
Cyrion Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.725
AW: Pflanzen und Klima

Der Mensch als Spezies hat damit kein Problem. Probleme kriegen die Individuen. Aber selbst eine Reduktion der Menschheit auf ein Millionstel bringt sie nicht ans Aussterben. Es wäre eben nur für alle sch...

Das trifft auch teilweise auf die Tierwelt zu. Wobei hier einige Spezies aussterben werden. Aber das alles (inklusive Atomkrieg) wird das Leben auf der Welt nicht auslöschen. Da hat es schon andere Sachen mitgemacht. Aber echt doof wäre es schon. Zumal das Ganze am Ego einzelner und an der Faulheit vieler hängt.
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Erfahrung: Wenn es so einfach wäre, hätte es schon längst jemand gemacht
Cyrion ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2018, 16:44   #8   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.991
AW: Pflanzen und Klima

Zitat:
Zitat von Cyrion Beitrag anzeigen
Zumal das Ganze am Ego einzelner und an der Faulheit vieler hängt.
das größte Problem ist die große Zahl und ständige Zunahme der Weltbevölkerung.
Das wird das Leben der zukünftigen Generationen entscheidend prägen. Die Auswüchse zurzeit sind nur ein klitzekleiner Vorgeschmack auf das, was uns noch bevorsteht.
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Alt 03.12.2018, 19:00   #9   Druckbare Version zeigen
HNIW Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.618
AW: Pflanzen und Klima

Zitat:
Zitat von imalipusram Beitrag anzeigen
wozu braucht der Normalautofahrer ein SUV)?
Weil er einen möchte.

Wozu muss man tausende Kilometer in den Urlaub jetten?
-> weil man es möchte
Wozu muss man Kreuzfahrten machen?
-> weil man es möchte
Wozu muss man ein (riesiges) Haus haben, wenn eine 75m2 Wohnung auch reichen würde?
-> weil man es möchte
Wozu muss man bei Autorennen riesige Mengen Treibstoff verbrennen?
-> Weil man sie sehen will.
Wozu braucht man eine (riesige) Yacht?
-> Weil diejenigen, die es sich leisten können, eine wollen.
......

Abgesehen davon, wie auch immer man darauf reagiert:
Der Menschheit steht auf lange Sicht grundsätzlich wohl kein rosiges Ende bevor.
__________________
"Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
Kurt Tucholsky

"Nur wenige wissen, wie viel man wissen muss, um zu wissen, wie wenig man weiß."
Werner Heisenberg
HNIW ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.12.2018, 20:08   #10   Druckbare Version zeigen
Jonas__  
Mitglied
Beiträge: 239
AW: Pflanzen und Klima

Hallo,
neben der CO2 Fixierung muss auch die Freisetzung von Kohlenwasserstoffen betachtet werden, ein Moor kann viel CO2 als Torf binden, bringt nur alles nichts wenn große Mengen Methan in die Atmosphäre gelangen.


Als vielversprechend für die CO2 Reduktion wurde die künstliche Algenblüte von Kieselalgen diskutiert, da die Aufgrund ihrere höhern Masse eine größere Wahrscheinlichkeit haben für einen langen Zeitraum aus dem C-Kreislauf ausgeschlossen zu werden.


Es wird auch diskutiert, inwiefern Gräser(inkl. Bambus)-Plantagen in Kombination mit Biogasanlagen, o.ä. eine Möglichkeit der grünen Energiegewinnung sind. Das Problem ist hier, wenn die Mengen relevant im globalen Enegiekonsum werden, stehen sie in der Konkurenz zu Essen. Dann bleibt nur die Möglichkeit die Reste (z.B. Stroh) zu verwerten.

Das alles läuft darauf hinaus, wie schon von Forenmitgliedern erwähnt, ist der Kohlenstoff mal aus der Erdöl/Ergas/Kohlelagerstätte raus, bleibt er in der Atmosphäre/im Kreislauf. Das CO2 da wieder rausholen lohnt sich nicht, im Vergleich zum Einsparen von extra Emmisionen.
MfG
Jonas__ ist offline   Mit Zitat antworten
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