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Alt 11.09.2000, 19:49   #1   Druckbare Version zeigen
Cyberlink  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 545
Frage

Hier ein kleiner Ausschnitt aus meiner Abschlussarbeit...wie denk ihr so über die internetsucht..oder seid ihr etwa internetsüchtig?!

(VORSICHT RIESENBEITRAG!!)

Suchtgefahr durch das Internet

Kaum hat sich das Internet in den Industrienationen als neues Medium etabliert, treten schon die ersten Skeptiker auf den Plan. So heisst es, das Internet mache süchtig und depressiv.
Bereits gibt es wissenschaftliche Forschungsteams, die sich intensiv mit dem Problem der Internetsucht beschäftigen.

Eine der führenden Forschungskräften auf diesem Gebiet ist die US-amerikanische Psychologin Prof. Kimberly Young von der Universität Pittsburgh. Nach ihren Kenntnissen und Studienergebnissen kann man eine Person als Internetsüchtig oder als potentiell internetsuchtgefährdet bezeichnen, wenn diese ständig an ihr nächstes oder ihr voriges Surfen im Internet denkt oder wenn sie sehr viel Geld und Zeit für ihre Internetbesuche ausgibt und schon öfters vergeblich versucht hat, ihren Internetkonsum einzuschränken.
Um das Krankheitsbild der Internetsucht zu erkennen und zu beschreiben, hat Prof. Young einen Fragekatalog mit acht Punkten entworfen. Darin wird beispielsweise gefragt, ob der Befragte oft länger online bleibe als zunächst geplant oder ob er das Internet nutze um schlechte Stimmung auszugleichen.
Wer mindestens fünf Fragen mit "ja" beantwortet hat, ist nach Youngs Meinung potentiell gefährdet oder bereits süchtig. Inzwischen hat die Psychologin knapp 400 Menschen unter-sucht, die sich selbst für süchtig halten und im Durchschnitt 38 Stunden und mehr in der Wo-che online verbringen und auf Basis dieser Daten das Krankheitsbild der Internetsucht be-schrieben.
Scheinbar sei ein Internetsüchtiger stark von dem Drang geplagt, immer wieder in die digitale Welt des Internet einzutauchen. Wie weit dieser Drang gehen kann, soll anhand der folgen-den Fallbeispielen gezeigt werden:

Ein Gericht in Israel musste zu einem ungewöhnlichen Mittel greifen. Es zwang einen jungen Mann, das Haus seiner Eltern zu verlassen. Der Grund: Seine Sucht nach dem Internet war so gross geworden, dass er seinen Eltern jeglichen Zugriff auf deren Telefon verweigerte. Er war ununterbrochen online , und als seine kranke Mutter den Arzt anrufen wollte, schlug er sie und drohte, sie umzubringen. Daraufhin verbannte der Richter ihn aus dem Elternhaus.

In Kalifornien wiederum opferte ein Mann seine sämtlichen Einkünfte für online Dienste und verzichtete dafür sogar auf einen festen Wohnsitz. Nachdem der Obdachlose beim Diebstahl von Batterien verhaftet worden war, sagte er, online zu sein, wäre ihm wichtiger, als ein Dach über dem Kopf zu haben. Im World Wide Web hätte er endlich Freunde gefunden.
( Quelle: Die Welt. 09.04.99)

Kimberly Young hat in ihren Studien festgestellt, dass Internetsüchtige regelrechte Entzugs-erscheinungen bekommen, wenn man sie von der elektronischen Nadel abhängt. Dass das Surfen im Internet zur Sucht werden kann, davon ist Mark Griffiths, leitender Psychologe an der Trenton-Universität in Nottingham, ebenfalls überzeugt. Der Brite war einer der ersten, der Untersuchen über sogenannte online Junkies durchgeführt hat. Er machte Erfahrungen mit Usern, die exzessiv surfen und Stimmungsänderungen beim Auffinden oder nicht Auffin-den der gewünschten Informationen aufzeigten.
Griffiths kann aus eigener Erfahrung berichten: Als unsere Universität online ging, konnten wir immer mehr Studenten beobachten, die plötzlich auch die Nacht hindurch und am Wo-chenende vor dem Computer hingen." Viele Computerfreaks hätte man nur mit Gewalt von ihrem Rechner trennen können.
Weiteren Berichten zufolge, ist von Fällen die Rede, in denen ein Wissenschaftlicher Mitar-beiter der Uni Paderborn gestand, dass er die letzten 6 Monate im Schnitt täglich 5.5 Stun-den online war.
Ein Student berichtete, dass er fast 2 Jahre lang nichts für sein Studium getan habe, weil ihm das Spiel mit dem Schachcomputer wichtiger gewesen sei. Fälle dieser Art sind keine Sel-tenheit. Ein potentiell Gefährdeter erzählt sogar, er habe sich selber austricksen wollen, in-dem er sein eigenes Netz-Passwort immer wieder vernichtete. Um es dann aber bald vom Systemadministrator zurück zu verlangen.


Nachdem wir die Auswirkungen der Internetsucht ein wenig kennen gelernt haben, stellt sich nun die zentrale Frage: Was ist so interessant im Netz, dass man Tag und Nacht an nichts anderes mehr denken kann?

7.1 Welche Internetangebote können süchtig machen?
Kimberly Young stuft folgende Bereiche des Internet als besonders gefährlich ein.

· Chat-Räume
· Multi-User-Dungeons
· e-mail
· Cybersex

Chat-Räume und Multi-User-Dungeons sind virtuelle Scheinwelten. Man verpasst sich eine neue Identität und kann mit anderen Besuchern dieser Scheinwelt über allerlei interessantes plaudern.
So kann man sich in dieser Scheinwelt als etwas ausgeben, dass man im wirklichen Leben gar nicht ist vielleicht aber gerne sein möchte. Man kann sich also ein Fantasieleben aufbau-en. Der Benutzer trifft immer neue, nette Menschen. Da alle Bewohner der Scheinwelt ano-nym sind, braucht eigentlich niemand vor irgendetwas in der Scheinwelt Angst zu haben. In der Scheinwelt gibt es keine Probleme und in der Scheinwelt braucht man keinen Mut, um mit einem anderen Besucher zu flirten. Das Problem ist nur, dass sich leider viele Besucher dieser Welt, in der Scheinwelt wohler fühlen, als in der realen Welt. Sie setzen sich mit richti-gen Problemen nicht mehr auseinander, sondern fliehen gleich in ihre geliebte neue Welt. Das dabei mancher den Bezug zur Realität und die Zeit vergisst, liegt auf der Hand. Die vir-tuelle Post ist hier erwähnt, weil viele Computerbenutzer den Dienst des Internet hauptsäch-lich dazu nutzen, um all ihre Freunde und Bekannte auf der ganzen Welt innerhalb von we-nigen Minuten, günstig mit ihrer Post zu beglücken. Dies wäre nicht weiter schlimm, wenn sich daraus nicht meistens richtige Diskussionsrunden , (natürlich auf Arbeitszeit) entwickeln würden.
Das Problem mit dem Cybersex ist ein altbekanntes. Das Prinzip ist eigentlich dasselbe wie beim Telefonsex, nur dass beim Cybersex eine Livekamera auf die Dame oder den Herrn , mit denen man das Gespräch führt, gerichtet ist und sich diese auf einem Bett räkeln, wäh-rend dem sie mit dem User ein "heisses" Gespräch führen.

7.2 Die Kritiker der Suchttheorie
Im Gegensatz zu Kimberley Young gibt es andere Forscher die bestreiten, dass das Krank-heitsbild der Internetsucht überhaupt existiert. Der Psychologe Dr. John Grohol bezweifelt zwar nicht, dass manche Menschen enorm viel Zeit im Internet verbringen, von einer speziel-len Internetsucht will er allerdings nichts wissen. Seiner Meinung nach handelt es sich viel-mehr um eine Flucht aus der Alltagswelt, die auch auf andere Weise stattfinden kann. zum Beispiel durch ständiges Fernsehen.

Kritiker der Suchttheorie weisen gar darauf hin, dass die Warnung vor einem Realitätsverlust bei exzessiver Nutzung eines Mediums sehr alt ist. Man denke nur an Don Quichote, der durch die unmässige Lektüre von Ritter und Liebesromanen den Bezug zur Wirklichkeit ver-lor.
Auch bei übermässigen Besuchen von Chat-Räumen und Mult-User-Dungeons sehen man-che Psychologen kein ernsthaftes Problem. So Dr. Nicola Döring Psychologin an der Univer-sität Heidelberg: „Benutzer von Chat-Räumen und Multi-User-Dungeons müssen sich mit ihrer neuen Identität auf ganz neue Weise auseinandersetzen und die Reaktionen der ande-ren Mitspieler oder Gesprächspartner einkalkulieren.
Ausserdem könnten sich die Mitspieler durchaus eines Tages im realen Leben gegenüber-stehen, weil sie sich im Chat-Raum näher gekommen sind und sich nun live kennenlernen möchten.


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Michael Pfister
Moderator
Cyberlink ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.09.2000, 13:35   #2   Druckbare Version zeigen
Derpel Männlich
Mitglied
Beiträge: 612
Unglücklich

Das ist schon so mit dem Internet, ich min auch bestimmt 1 Stunde am Tag online, früher war ich nur auf Diablo2 Seiten, doch neuerdings habe ich diese schöne informative Seite gefunden, die Wissen mit Spass kombiniert, also was will man mehr?
Ich bin aber z.B in den Sommerferien 5 Wochen ohne Internet ausgekommen. Also es geht, nur mit ist es schöner .
Derpel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2000, 21:19   #3   Druckbare Version zeigen
Cyberlink  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 545
Zwinkern

bin pro tag ca. 4h Online (obwohl ich nicht durchgehend surfe..lade sachen runter usw.) an den wochenenden komm ich locker auf 10h/d

tja..aber trotzdem bin ich ebenfalls der meinung, dass man die sucht nach wissen NICHT als sucht bezeichnen darf.

Chatten und Gamen im Net ist was anderes...

------------------
Michael Pfister
Moderator
Cyberlink ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.09.2000, 15:17   #4   Druckbare Version zeigen
Derpel Männlich
Mitglied
Beiträge: 612
Beitrag

Genau, denn man will ja nicht Wissenschaftlichinteressierte, in die selbe Schublade, wie Chat-Süchtige, oder Online-Spiele-Süchtige stopfen.
Wenn man sich ein Lexikon z.B. online oder offline durchliest, macht bis auf die Telefonrechnung keinen Unterschieht.
Derpel ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.09.2000, 17:07   #5   Druckbare Version zeigen
Kutti  
Mitglied
Beiträge: 1.811
Grinsen

Also ich bin während der Schulzeit nur immer für etwa 20 Minuten online, um z.B. abzuchecken, ob jemand etwas neues in mein Forum gepostet hat oder ähnliches - noch etwas zu der Pseudoidentität, die ein Merkmal Online Süchtiger ist: Ich selber mag Chaträume, bei denen man sich unter irgendeinem fiktiven Namen anmeldet und bei dem mann nicht mal weiß ob die anderen nun wirklich männlich oder weiblich sind (also eine Pseudoidentität besitzen) überhaupt nicht. Bei CO hingegen ist das was anderes. Hier trifft man sich um mit anderen über die Chemie zu reden ... es ist einfach toll, weil man weiß, dass Member Soundso nicht irgendein Typ ist, der nur andere beleidigen möchte, sondern weil bei Chemie Online alle ihre Leidenschaft, die Chemie teilen. [img][/img] [img][/img]


------------------
Kutti
Moderator
C.Kuttruff@gmx.net
Kutti ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.03.2002, 15:04   #6   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Ja

Zitat:
Bei CO hingegen ist das was anderes. Hier trifft man sich um mit anderen über die Chemie zu reden
und durch unsere Top- Moderatoren ist kommen Beschimpfungen etc gar nicht erst auf, und wenn dann über PN: Also herscht hier immer ein entspanntes Klima, auch Nichtwissenden wie mir gegenüber.
Übrigens für Onlinesüchtige:
www.onlinesucht.de
Das hilft sicher beim Abgewöhnen.
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Alt 15.03.2002, 15:21   #7   Druckbare Version zeigen
minutemen Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.865
Re: Ja

Zitat:
Originalnachricht erstellt von CHEMISTRYmenalive
und durch unsere Top- Moderatoren ist kommen Beschimpfungen etc gar nicht erst auf, und wenn dann über PN...
danke für die blumen. darf ich aber daraus schlussfolgern, dass du über pn beschimpft wirst?
__________________
"Alles Denken ist Zurechtmachen." Christian Morgenstern

immer gern genommen: Google, Wikipedia, MetaGer, Suchfunktion des Forums
Regeln und Etikette im Chemieonline-Forum, RFC1855, RTFM?
minutemen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.03.2002, 15:45   #8   Druckbare Version zeigen
Langfingerli  
Mitglied
Beiträge: 1.668
Zitat:
darf ich aber daraus schlussfolgern, dass du über pn beschimpft wirst?
Es hieß mal irgendwo in einem Beitrag, dass man persönliche Differenzen nich direkt im Forum austragen soll, vielleicht rührt seine (wohl) Vermutung daher.
Wobei cma's Beiträge sich tendenziell über rege "Kritik" freuen.
__________________
"Warum hast du so eine häßliche Frau genommen?"
"Weißt du: innerlich ist sie schön!"
"Nu - lass sie wenden!"
Langfingerli ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.03.2002, 19:49   #9   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
Nein

ich werde nicht über PN beschimpft!Langfingerli hat das richtig verstanden, ich wollte das allgemein sagen.(mal wieder falsch formuliert)
Rege Kritik schon, aber die steht eh im Forum, und solange die Kritik positiv und nicht verletzend ist, macht es mir nichts.
Meistens ist es ja eh meine Rechrtschreibung.
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