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Alt 13.05.2013, 13:21   #1   Druckbare Version zeigen
argagr Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 7
Frage Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Ich arbeite mich als Studienvorbereitung auf Molecular Life Sciences gerade durch den Lehninger und mir fallen ab und zu Fehler auf, oder zumindest Dinge, die ich für Fehler halte. In vielen Fällen lag es nur an einer komischen Formulierung im Text, der nicht so gut übersetzt scheint, aber teilweise bleiben Zweifel. Um sicherzugehen erstelle ich diesen Thread hier und würde gerne eure Meinung dazu hören.

Ich werde einzelne Fehler posten und dann auf eine Antwort warten.


Seite 37, Abbildung 1-30

Zitat:
DNA ist ein lineares Polymer aus 4 verschiedenen, kovalent verknüpften Desoxyribonucleotiden: Desoxyadenin (A), Desoxyguanin (G), Desoxycytidin (C) und Desoxythymin (T).
Der Name eines Nucleotids müsste doch aus dem des Nucleosids, einem griechischen Zahlwort und -phosphat bestehen. Mal abgesehen davon, dass das Phosphat fehlt, werden hier außer beim Desoxycytidin nicht die Nucloside genannt, sondern die Basen selbst. Dass sie das Phosphat nicht jedesmal mitnennen wollen, könnte ich verstehen, aber dann hätten sie wenigstens die Nucleoside richtig benennen können. Übersehe ich etwas?

Danke im Voraus!
argagr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2013, 09:22   #2   Druckbare Version zeigen
HerrBiernot  
Mitglied
Beiträge: 920
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Meine biochemischen Kenntnisse sind bescheiden, aber sonst antwortet Ihnen ja offensichtlich auch keiner. Soweit ich das beurteilen kann, liegen Sie richtig. Der zitierte Satz aus dem Lehninger ist wirklich total für die Tonne.

Übrigens könnte man schon alleine über den Ausdruck "lineares Polymer" streiten. Das ist zwar natürlich nicht direkt falsch, wird aber der Realität der Doppelhelix aus zwei ineinander "verwobenen" Strängen nicht gerecht. Und hier ausschließlich auf "kovalente Verknüpfungen" einzugehen, ist auch Unsinn, da man dabei ein wichtiges Charakteristikum der DNS, nämlich die beiden nicht-kovalent miteinander verbundenen Einzelstränge, unterschlägt.
HerrBiernot ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2013, 09:40   #3   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 23.235
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Zitat:
Zitat von HerrBiernot Beitrag anzeigen
Übrigens könnte man schon alleine über den Ausdruck "lineares Polymer" streiten.
das ist falsch. Linearität ist hier in Abgrenzung zu verzweigten Polymeren zu sehen. Über die räumliche Anordnung besagt der Ausdruck nichts aus.
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The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
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chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 14.05.2013, 09:58   #4   Druckbare Version zeigen
HerrBiernot  
Mitglied
Beiträge: 920
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Ich habe mich auch nicht an der räumlichen Anordnung angestoßen, sondern an der Tatsache, dass die DNS doppelsträngig ist, während der Ausdruck "lineares Polymer" beim unbedarften Leser unter Umständen etwas Einsträngiges suggerieren könnte. Außerdem habe ich darauf hingewiesen, dass der Ausdruck nicht falsch ist, man aber darüber streiten (im Sinne von diskutieren) kann, da er m.M.n. etwas unglücklich gewählt ist. Wenn du meinst, es wäre falsch, darüber zu diskutieren, bitte. Ich mache es trotzdem.
HerrBiernot ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2013, 12:34   #5   Druckbare Version zeigen
argagr Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 7
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Ich danke schonmal für die Antworten. Weiter geht's mit falschen Ergebnissen bei den Übungsaufgaben. Das sind, zumindest bisher, nur Rechenaufgaben, aber da es hier um Fehler im Lehninger geht, ist das wohl immernoch der richtige Thread. Nennt mich einen Pedanten, aber sowas zu veröffentlichen, wenn ein Autodidakt wie ich darin auf den ersten Blick so viele Fehler findet, regt mich irgendwie auf. Kann ja auch sein, dass ich was nicht verstanden habe, mal sehen.

Los geht's:

Zitat:
Denken Sie bei allen Rechenaufgaben daran, dass die Lösungen mit der korrekten Zahl an signifikanten Stellen angegeben werden.
Tja... wenn die sich nur mal selbst daran halten würden...

Hier also die ersten paar fehlerhaften Aufgaben von Thema 1

Zitat:
1. a)
Wenn Sie eine Zelle 10000fach vergrößern würden(...) wie groß wäre sie dann? Nehmen Sie an, Sie betrachteten eine "typische" eukaryotische Zelle mit einem Durchmesser von 50µm.

Ergebnis: 500mm
Tja, wo kommt denn die dritte signifikante Stelle her? Darauf wurde doch extra noch hingewiesen...

Zitat:
1. c)
Wäre diese Zelle kugelförmig und ansosnten leer, wie viele kugelförmige Mitochondrien mit Durchmesser 1,5µm würden hineinpassen?

Ergebnis: 36000
Diesmal sogar drei signifikante Stellen zuviel, außerdem kommt 3,7*10^4 raus und nicht 3,6*10^4.

Zitat:
1. d)
Glucose ist für die meisten Zellen der wichtigste Energielieferant. Berechnen Sie unter der Annahme, dass sie in einer Konzentration von 1 mmol/l vorliegt, wie viele Glucosemoleküle in unserer hypothetischen (kugelförmigen) eukaryotischen Zelle vorhanden sind?

Ergebnis: 3,9*10^10
Gemeint ist hier wieder die eukaryotische Zelle mit 50µm Durchmesser. Wenn man's genau nimmt, gibt's hier eigentlich nur eine signifikante Stelle. Davon abgesehen habe ich als Ergebnis 3,2*10^11 raus. Einfach Avogadrozahl mal Zellvolumen, 1 mmol/l kommt sowieso auf 1 mol pro m^3 raus.

Biochemie ist doch eine Wissenschaft, warum ist das Buch dann nicht wissenschaftlich geschrieben? Hab' gehört, im Stryer gäbe es auch viele Fehler, also mach ich mit dem Lehninger weiter, obwohl sowas schon an meiner Motivation nagt.
argagr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2013, 13:42   #6   Druckbare Version zeigen
imalipusram Männlich
Mitglied
Beiträge: 7.293
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Zitat:
Zitat von argagr Beitrag anzeigen
Biochemie ist doch eine Wissenschaft, warum ist das Buch dann nicht wissenschaftlich geschrieben? Hab' gehört, im Stryer gäbe es auch viele Fehler, also mach ich mit dem Lehninger weiter, obwohl sowas schon an meiner Motivation nagt.
Weil die wissenschaftliche Welt nicht unfehlbar ist. Schau mal, wie oft wir irgendwelche Näherungsformeln verwenden, vernachlässigen, dass 50ml Ethanol + 50ml Wasser nicht 100ml ergeben und trotzdem füllen wir gelegentlich 50ml EtOH mit Wasser auf 100ml auf, weil wir faul sind und glauben, daß der Unterschied nichts ausmacht (oder wir ihn gar nicht kennen). .
Bei diesen Aufgaben geht es doch darum, eine Vorstellung davon zu bekommen, wie groß ein Mitochondrium oder ein Glucosemolekül im Vergleich zu einer durchschnittlichen Zelle in etwa ist. Jedes Mitochondrium ist nicht kugelförmig und anders groß, wie auch jede Zelle etc etc., es gehört zur Ausbildung dazu, daß man lernt, daß die mathematische Genauigkeit, die man in der Schule kritiklos vom Taschenrechner übernommen hat, im praktischen Labor wenig zu suchen hat.

Es ist von den Autoren natürlich dennoch gewagt, diesen Satz mit den signifikanten Stellen so hinzushreiben, wie Du ihn zitierst. Ein Lehrbuch ohne Fehler wird schwer zu finden sein, freu Dich deshalb, wenn sie so offensichtlich sind und sieh es als Ermunterung zum kritischen Lesen an. Auf das Lektorat wirft das natürlcih kein gutes Licht - wieviele sachliche Fehler mögen im Text sein, die man als Student nicht findet?

So als Faustregel: 3 signifikante Stellen sind meistens nicht falsch, außer man betreibt exotische Randbereiche der Wissenschaft und kann wirklich so genau messen, wie man es hinschreibt. Grade mit biologischen / biochemischen Proben kann man oft schon froh sein, wenn man eine Messung (zB Protein- oder DNA-Konzentration) auf 2 signifikante Stellen hinbekommt. Ob der Zahlenwert dann überhaupt einigermaßen der Realitaet nahekommt, ist ein anderes Thema. Wichtiger und besser ist manchmal, *genau* anzugeben, wie man etwas gemacht hat (vgl. das Beispiel mit dem Alk oben), damit man (und vor allem jemand anders) den Versuch erfolgreich wiederholen kann.

PS durch konsequentes Anwenden der wissenschaftlichen Schreibweise (1.23 x 10^5mol etc) kannst Du manchen gelernten Wissenschaftler in den Wahnsinn treiben!
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I solemnly swear that I'm up to no good!
伍佰 (WuBai - Run run run!) (ein Musikvideo mit dem Bambushaus und dem imalipusram unter den Statisten)
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Und so gehts hier manchmal zu (sowas Ähnliches wie Fronleichnam, hier wird TuDiGong, dem Erdgott, tüchtig eingeheizt!) Oder so (auch ungeeignet für Gefahrstoffphobiker) und so und so.

Geändert von imalipusram (15.05.2013 um 13:53 Uhr) Grund: Meine Tastatur stottert. Oder sinds meine Finger?
imalipusram ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2013, 13:59   #7   Druckbare Version zeigen
argagr Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 7
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Zitat:
Zitat von imalipusram Beitrag anzeigen
Weil die wissenschaftliche Welt nicht unfehlbar ist. Schau mal, wie oft wir irgendwelche Näherungsformeln verwenden, vernachlässigen, dass 50ml Ethanol + 50ml Wasser nicht 100ml ergeben und trotzdem füllen wir gelegentlich 50ml EtOH mit Wasser auf 100ml auf, weil wir faul sind und glauben, daß der Unterschied nichts ausmacht (oder wir ihn gar nicht kennen). .
Bei diesen Aufgaben geht es doch darum, eine Vorstellung davon zu bekommen, wie groß ein Mitochondrium oder ein Glucosemolekül im Vergleich zu einer durchschnittlichen Zelle in etwa ist. Jedes Mitochondrium ist nicht kugelförmig und anders groß, wie auch jede Zelle etc etc., es gehört zur Ausbildung dazu, daß man lernt, daß die mathematische Genauigkeit, die man in der Schule kritiklos vom Taschenrechner übernommen hat, im praktischen Labor wenig zu suchen hat.

Es ist von den Autoren natürlich dennoch gewagt, diesen Satz mit den signifikanten Stellen so hinzushreiben, wie Du ihn zitierst. Ein Lehrbuch ohne Fehler wird schwer zu finden sein, freu Dich deshalb, wenn sie so offensichtlich sind und sieh es als Ermunterung zum kritischen Lesen an. Auf das Lektorat wirft das natürlcih kein gutes Licht - wieviele sachliche Fehler mögen im Text sein, die man als Student nicht findet?

So als Faustregel: 3 signifikante Stellen sind meisten nicht falsch, außer man betreibt exotische Randbereiche der Wissenschaft und kann wirklich so genau messen, wie man es hinschreibt. Grade mit biologischen / biochemischen Proben kann man oft schon froh sein, wenn man eine Messung (zB Protein- oder DNA-Konzentration) auf 2 signifikante Stellen hinbekommt. Ob der Zahlenwert dann überhaupt einigermaßen der Realitaet nahekommt, ist ein anderes Thema. Wichtiger und besser ist manchmal, *genau* anzugeben, wie man etwas gemacht hat (vgl. das Beispiel mit dem Alk oben), damit man (und vor allem jemand anders) den Versuch erfolgreich wiederholen kann.
Ja, vielleicht nehme ich es zu genau, aber gerade wegen dieser Eigenschaft von mir versuche ich, in den Wissenschaften Fuß zu fassen. Die Fehler sind natürlich eher mathematisch und diese Aufgaben sind nicht wirklich wichtig für das Verständnis der Biochemie.

Ich habe jetzt ein bischen weitergemacht mit den Aufgaben und mal abgesehen von signifikantne Stellen ist jedes dritte bis vierte Ergebnis vollkommen falsch. Da wird schonmal mit Durchmesser gerechnet anstatt mit Radius, wobei da noch die eigentlich richtige Formel angegeben wird. Und bei Gefragtem Verhältnis von x zu y gibt das Ergebnis den Quotienten y/x wieder. Vielleicht sollte ich Lektor werden .

Also mathematische Fehler werde ich nicht mehr in diesen Thread schreiben, das würde einfach zu lange dauern. Und ich muss versuchen, mich von diesem absoluten Richtigkeitsanspruch ein bischen zu distanzieren, sonst brauche ich mit dem Buch zu lange.

argagr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2013, 14:06   #8   Druckbare Version zeigen
HerrBiernot  
Mitglied
Beiträge: 920
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Zitat:
Zitat von argagr Beitrag anzeigen
aber sowas zu veröffentlichen, wenn ein Autodidakt wie ich darin auf den ersten Blick so viele Fehler findet, regt mich irgendwie auf.
Damit haben Sie nach meinem Empfinden abermals Recht. Es wäre aber schade, wenn Sie es bei der Aufregung belassen würden. Verfassen Sie ein Schriftstück, indem Sie sich detailliert sachlich mit allen Unklarheiten auseinandersetzen und schicken Sie es an die Autoren mit der Bitte um Kenntnisnahme und Berücksichtigung in der nächsten Auflage. Denn jeder hat das Recht, auf seine Fehler sachlich hingewiesen zu werden. Auf diesem Weg sind schon viele Lehrbücher besser geworden.

Zitat:
Zitat von argagr
obwohl sowas schon an meiner Motivation nagt.
Bekommen Sie es bitte nicht in den falschen Hals, aber wenn Sie tatsächlich das studieren wollen, was sie in #1 erwähnt haben, sollten Sie an Ihrer Frustrationsgrenze arbeiten. Denn das ist meines Erachtens ein Studiengang für die, die alles ein bisschen und nichts richtig können wollen und in dem solche Schlampereien an der Tagesordnung sind.
HerrBiernot ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2013, 14:16   #9   Druckbare Version zeigen
imalipusram Männlich
Mitglied
Beiträge: 7.293
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Zitat:
Zitat von HerrBiernot Beitrag anzeigen
Frustrationsgrenze
Die wird im Labor zur Genüge ausgelotet und schließlich nach oben gepusht werden
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Alt 15.05.2013, 16:21   #10   Druckbare Version zeigen
argagr Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 7
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Mach gerade wieder weiter und frage mich, ob es für die Übungsaufgaben überhaupt einen Lektor gab... Da wird die durchschnittliche Vesikelgeschwindigkeit in Axonen mit 1m/s genannt.

Naja, immerhin beschäftige ich mich dadurch damit vertiefter und, dass es eigentlich eher 1µm/s ist, werde ich mir so wohl merken. Vielleicht war das ja auch so gewollt von denen .

Will auch hier eigentlich nicht rumspammen, aber irgendwo muss ich das loswerden und so warne ich die Leser vor diesem Aspekt des Buches. Wenn's beim nächsten Thema besser wird, dann werde ich das natürlich auch erwähnen.

Geändert von argagr (15.05.2013 um 16:29 Uhr)
argagr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.05.2013, 18:12   #11   Druckbare Version zeigen
argagr Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 7
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Auf Seite 77 wird der pKa für [h2po4;1-] --> [hpo4;2-] mit 6,86 angegeben. Hier sollte der pK2 von Phosphoräure gemeint sein, den ich in anderen Quellen mit 7,21 gefunden habe. Mit den 6,86 wird einem im Buch auch in mehreren Beispielaufgaben vorgerechnet, was zu entsprechend falschen Ergebnissen führt.

Haben die den pKa mit dem pKb der Rückreaktion verwechselt?

Noch was: Im Buch werden nie pKb angegeben. Für Basen schreiben die immer nur den pKa ihrer konjugierten Säure auf. Die Existenz eines pKb wird im entsprechenden Thema nicht mal erwähnt.





argagr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.05.2013, 22:38   #12   Druckbare Version zeigen
zarathustra  
Moderator
Beiträge: 11.719
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Zitat:
Zitat von HerrBiernot Beitrag anzeigen
Denn das ist meines Erachtens ein Studiengang für die, die alles ein bisschen und nichts richtig können wollen und in dem solche Schlampereien an der Tagesordnung sind.
Spannend, welche Schlüsse Du aus Fehlern in einem Buch ziehst, bei denen man noch nichtmal feststellen kann, wo (Übersetzung?) diese entstanden sind.

Generell einem gesamten Wissenschaftsbereich oder auch allen Absolventen eines Studiengangs generell Schlamperei vorzuwerfen finde ich übrigens ein starkes Stück. Vor allem wenn solche Kritik mit "bescheidenen Kenntnissen" der Biochemie gepaart ist.
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
zarathustra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.05.2013, 07:37   #13   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 23.235
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Zitat:
Zitat von HerrBiernot Beitrag anzeigen
Wenn du meinst, es wäre falsch, darüber zu diskutieren, bitte. Ich mache es trotzdem.
Tatsache ist, dass der Begriff 'linear' in diesem Fall eindeutig definiert ist. D.h. es gibt nichts, worüber man bei dieser Definition streiten kann. Also war das statement:
Zitat:
Zitat von HerrBiernot
Übrigens könnte man schon alleine über den Ausdruck "lineares Polymer" streiten.

falsch.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
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Alt 10.06.2013, 19:12   #14   Druckbare Version zeigen
argagr Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 7
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Bin jetzt auf Seite 189 bei der Abbildung des GroEL-GroES-Zyklus. Dort wird nicht darauf eingegangen, dass auf beiden Seiten des GroEL zeitlich versetzt die gleichen Abläufe stattfinden. Darüberhinaus ergibt der Zyklus auch nicht, wenn man ihn nur auf eine Seite bezieht, Sinn: Auf dem Bild geht der Pfeil, der die Abläufe symbolisiert, von Schritt 1 bis 6 (von der Aufnahme des ungefalteten Proteins bis zur Wiederabgabe des gefalteten Proteins), dann aber führt ein gestrichelter Pfeil von Schritt 6 zum Zustand zwischen Schritt 3 und 4, als würden die ersten drei Schritte sich nicht wiederholen. Außerdem werden hier pro Proteinfaltung 14 ATP verbraucht und nicht 7, wie ich aus einer anderen Quelle habe.

Der folgende Link zeigt ebenfalls den GroEL-GroES-Zyklus, jedoch mit beiden Seiten. Dort werden nur 7 ATP verbaucht und die Timings für Aufnahme und Abgabe von ATP,GroES etc. sind vollkommen anders als im Lehninger:
http://www.nature.com/nm/journal/v17/n10/fig_tab/nm.2468_F3.html

Kann mir jemand sagen, ob das in dem Link richtig dargestellt ist? Dann würde ich mir eher das einprägen als das aus dem Lehninger.
argagr ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10.06.2013, 23:16   #15   Druckbare Version zeigen
zarathustra  
Moderator
Beiträge: 11.719
AW: Fehler im Lehninger, 4. Auflage

Zitat:
Zitat von argagr Beitrag anzeigen
Bin jetzt auf Seite 189 bei der Abbildung des GroEL-GroES-Zyklus. Dort wird nicht darauf eingegangen, dass auf beiden Seiten des GroEL zeitlich versetzt die gleichen Abläufe stattfinden.
Wenn Du ersthaft Antworten zu solchen Fragen haben möchtest, wäre es sinnvoll, die betreffenden Abbildungen inklusive Legende einzuscannen und hier zu posten. Denn die wenigsten User hier haben das Buch und dann auch noch in Deiner Auflage zur Hand.

Zitat:
Zitat von argagr Beitrag anzeigen
Darüberhinaus ergibt der Zyklus auch nicht, wenn man ihn nur auf eine Seite bezieht, Sinn: Auf dem Bild geht der Pfeil, der die Abläufe symbolisiert, von Schritt 1 bis 6 (von der Aufnahme des ungefalteten Proteins bis zur Wiederabgabe des gefalteten Proteins), dann aber führt ein gestrichelter Pfeil von Schritt 6 zum Zustand zwischen Schritt 3 und 4, als würden die ersten drei Schritte sich nicht wiederholen. Außerdem werden hier pro Proteinfaltung 14 ATP verbraucht und nicht 7, wie ich aus einer anderen Quelle habe.

Der folgende Link zeigt ebenfalls den GroEL-GroES-Zyklus, jedoch mit beiden Seiten. Dort werden nur 7 ATP verbaucht und die Timings für Aufnahme und Abgabe von ATP,GroES etc. sind vollkommen anders als im Lehninger:
http://www.nature.com/nm/journal/v17/n10/fig_tab/nm.2468_F3.html

Kann mir jemand sagen, ob das in dem Link richtig dargestellt ist? Dann würde ich mir eher das einprägen als das aus dem Lehninger.
Der Artikel ist von Arthur L Horwich, er arbeitet direkt an Chaperonen inklusive GroEL & GroES. Wenn jemand etwas dazu entsprechenden der aktuellen Forschungsergebnisse darstellt, dann wohl er. Der Artikel ist von 2011 und damit sehr aktuell.

Du musst Dir mal klar machen, dass ein Lehrbuch gar nicht so aktuell sein kann:
Die vierte Auflage des Lehninger in englischer Sprache ist von 2004, die Übersetzung ins Deutsche ist 2008 erschienen. Selbst wenn noch brand-aktuelle Informationen von 2003 in die vierte, englische Auflage übernommen worden wären, sind die Darstellungen inzwischen 10 Jahre alt. Während die vierte Auflage im Deutschen übrigens noch "aktuell" ist, gibt es inzwischen schon die sechste Auflage in englischer Sprache.

Übrigens geht es auch gar nicht um absolute Wahrheiten. Ist es für Dein weiteres Leben wirklich relevant, ob nun zwei Substrate gleichzeitig gebunden werden, ob die Faltung der Substrate simultan oder zeitversetzt stattfindet und wieviele ATP genau benötigt werden?
Das sind alles Dinge, die Du vielleicht gerne lernen möchtest, aber das ändert an der prinzipiellen Funktionsweise von Chaperonen doch nichts. Außerdem musst Du Dir klar machen, dass es sich dabei nur um ein Menschen-gemachtes Modell handelt. Niemand hat je das GroEL/GroES-System bei der Arbeit beobachtet. Und selbst wenn man das machen würde, fände man sicherlich heraus, dass das System in unterschiedlichen Kontexten unterschiedlich arbeiten kann.
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
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