Physikalische Chemie
Buchtipp
Physikalische Chemie
W.J. Moore, D.O. Hummel, G. Trafara, K. Holland-Moritz
57.26 €

Buchcover

Anzeige
Stichwortwolke
forum

Zurück   ChemieOnline Forum > Naturwissenschaften > Chemie > Physikalische Chemie

Hinweise

Physikalische Chemie Ob Elektrochemie oder Quantenmechanik, das Feld der physikalischen Chemie ist weit! Hier könnt ihr Fragen von A wie Arrhenius-Gleichung bis Z wie Zeta-Potential stellen.

Anzeige

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 05.08.2015, 19:05   #1   Druckbare Version zeigen
ulului  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 49
Potentiometrische Titration

Hallo zusammen,

ich habe schon vor längerem eine Potentiometrische Titration,
in Form einer simultanen Konzentrationbestimmung zweier Halogenid-Salze,
durchgeführt.
Dabei wurden die Salze vorgelegt und mit {AgNO_3} titriert.
Gemessen wurde die Potentialdifferenz zwischen einer gesättigten Kalomelelektrode (GND)
und einem Silberdraht (E).

Eine kleine Verständnisfrage hätte ich dazu aber: Zu Beginn der Titration konnte
eine negative Spannung gemessen werden, später dann eine positive Spannung.
Das heißt ja zwangsläufig, dass sich die Flussrichtung der Elektronen am Messgerät
geändert haben muss. Damit muss in der Kalomel-Elektrode einmal eine Oxidation
und das andere Mal eine Reduktion abgelaufen sein.
Allerdings liefert doch die Kalomel-Elektrode, abhängig davon, ob sie als
Red. oder Ox.-Reaktion dient, unterschiedliche Potentiale.

Wie kann ich dann davon ausgehen, dass das Potential der Kalomel-Elektrode
immer konstant ist? Wo liegt da mein Denkfehler?

Für Tipps & Hinweise wäre ich sehr dankbar.

Schönen Abend

ulului
ulului ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.08.2015, 13:00   #2   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Potentiometrische Titration

Der Denkfehler liegt darin, dass an der Bezugselektrode (Kalomel) keine Oxidations- bzw. Reduktionsreaktionen ablaufen. Die Reaktionen laufen an der Meßelektrode also an der Silberelektrode ab, die Kalomelelektrode liefert lediglich das Bezugspotential um die Potentialänderungen an der Silberelektrode messen zu können.

Gruß
Stragula
  Mit Zitat antworten
Alt 27.08.2015, 13:28   #3   Druckbare Version zeigen
mgritsch Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.000
AW: Potentiometrische Titration

Zitat:
Zitat von Stragula Beitrag anzeigen
Der Denkfehler liegt darin, dass an der Bezugselektrode (Kalomel) keine Oxidations- bzw. Reduktionsreaktionen ablaufen. Die Reaktionen laufen an der Meßelektrode also an der Silberelektrode ab, die Kalomelelektrode liefert lediglich das Bezugspotential um die Potentialänderungen an der Silberelektrode messen zu können.
So formuliert srrenggenommen ein Veto, denn ohne Oxidations-/Reduktionsprozesse kann auch eine Kalomelelektrode keine Bezugsspannung liefern. In dem Fall ist die Redoxreaktion Hg2+2 +2e <-> 2Hg die ausschlaggebende. Siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Kalomelelektrode

Ein Denkfehler liegt allenfallls darin, dass Potentiometrische Messungen (weitgehend) Stromlos erfolgen - hier fließen also (idealisierter Weise) keine Elektronen! Deshalb kommt es auch zu keiner Umsetzung an der Kalomelelektrode und das Verhältnis Hg2+2 /2Hg bleibt konstant und somit auch die Bezugsspannung.

Detto auf Seite des Ag: die Veränderung des Verhältnisses Ag+/Ag ist nur auf deine Titrationsreaktion zurückzuführen und nicht auf die redoxprozesse an der Elektrode.
mgritsch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.08.2015, 13:54   #4   Druckbare Version zeigen
ehemaliges Mitglied  
nicht mehr Mitglied
Beiträge: n/a
AW: Potentiometrische Titration

Ok, daraus lerne ich, dass man hier sehr genau antworten muss, ist erst einer meiner ersten Beiträge :-).
Die Bezugspannung bleibt konstant weil das Diaphragma der Bezugselektrode verhindert dass die von dir beschriebenen potentialbildenden Reaktionen beeinflusst werden.

Bezüglich Vorgänge am Silber: Es finden hier tatsächlich auch Redoxvorgänge am Silber statt. Man würde sonst auch nicht mit Silberelektroden arbeiten sondern z.B. mit Platinlektroden. Es sind also tatsächlich Elektrodenreaktionen an der Silberelektrode die gemessen werden. Es gibt teils auch Anwendungen mit Silberelektroden die vorab mit Silberhalogeniden beschichtet werden.

Gruß Stragula
  Mit Zitat antworten
Anzeige
Anzeige


Antwort

Stichworte
kalomel-elektrode, potentiometrie

Themen-Optionen
Ansicht

Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Potentiometrische Titration DarkJiN Analytik: Quali. und Quant. Analyse 0 25.06.2013 23:24
Potentiometrische Titration Twinkle1 Physikalische Chemie 2 22.04.2012 13:20
Potentiometrische Titration 7m0n Analytik: Quali. und Quant. Analyse 0 16.01.2012 23:31
Potentiometrische Titration Kubi Analytik: Quali. und Quant. Analyse 1 08.09.2006 15:36
Potentiometrische Titration BauerAlbi Analytik: Quali. und Quant. Analyse 3 23.02.2004 15:05


Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 06:25 Uhr.



Anzeige