Anorganische Chemie
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Anorganische Chemie Anorganik ist mehr als nur Salze; hier gibt es Antworten auf Fragen rund um die "unbelebte Chemie" der Elemente und ihrer Verbindungen.

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Alt 06.12.2018, 13:55   #1   Druckbare Version zeigen
jottpe  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
Rotschlamm_Materialisierung einer Altlast

Hallo liebe community,


Ich bin fachfremder Gestalter, Produktdesignstudent an der UDK Berlin.
Zurzeit arbeite ich an einem Recyclingprojket und interessiere mich für Rotschlamm als Materialressource.
Ich bin interessiert daran, es als vorwiegend hartes und abgebundenes Material zu verwenden. Mein Ansatz des Konzepts, die bisher zu Tage geförderten Rohstoffe auf unserem Plaeten zu verwenden und zu binden. Wie die meisten wissen, fällt mehr Altlast Rotschlamm in Deponien an, als Aluminiumoxid gefördert wird. Diese Verhältnismäßigkeit gilt es für mich gestalterisch in Objekten zu verdeutlichen.

Mit aller Voraussicht werde ich Trockensubstrat in einer Gebindegröße von 10kg für Tests erhalten.

Meine Recherche brachte mich zu Abhandlungen von Frank Muster und Norbert Nun, welche Forschungseinheiten zur Verfestigung von Rotschlamm als Deponieabdichtung und Experimente zur Verfestigung als Ziegel/Hohlblockstein durchgeführt haben. Auf diese Ergebnisse würde ich mich gerne Stützen und empirisch Materialexperimente starten.

Nur kann ich mir aus den gennanten Dissertationen noch keine Rezepturen zusammen basteln. Und sowieso weiß ich auch theoretisch überhaupt noch nicht, ob mein Plan aufgehen kann.

Da ich kein Chemiker bin, bin ich angewiesen auf Expertise und möglichen Gesprächspartnern.Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen und seid interessiert an einer interdisziplinären Beihilfe zu einem Projekt.

Liebe Grüße
jottpe ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 07.12.2018, 03:52   #2   Druckbare Version zeigen
pleindespoir Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.348
AW: Rotschlamm_Materialisierung einer Altlast

Im Rotschlamm können Schwermetallverbindungen vorliegen.
Diese besonders beliebten Stoffe bei der Verwendung als Baumaterial dürften die Werthaltigkeit des Gebäudes sicher erheblich steigern.
__________________
Schach is voll langweilig:
Immer die gleiche Map und die Charakter kann man auch nicht modden.
pleindespoir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2018, 09:07   #3   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.313
AW: Rotschlamm_Materialisierung einer Altlast

Ja, deshalb muss zunächst der Rotschlamm, der verwendet werden soll, bezüglich der toxischen Schwermetalle untersucht werden. Weiter muss dann die Chemie der Verfestigung und die Handhabung des Rotschlamms geprüft werden.

Schwermetalle sind ubiquitär und in vielen Baustoffen enthalten. In Mineralien sind sie unterschiedlich gebunden und deshalb unterschiedlich auswaschbar. Wenig spricht dagegen, die toxischen Schwermetalle in Produkte so zu binden und die Produkte so zu verwenden, dass sie auch nach Ende der Gebrauchsdauer der Produkte auf der Deponie nicht ausgewaschen werden können bzw. wieder in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden können.

Das ist ein großes Thema für die nachhaltige Wirtschaft mit Mineralien und kann in so einer Projektarbeit höchstens angerissen werden.
Die alte Kunst, der Erde nützliche Bestandteile zu entziehen muss auf lange Sicht durch die Kunst ergänzt werden, ihr diese Bestandteile und die Nebenprodukte wieder zurückzugeben, in einer Form, die die lebendige Welt nicht beeinträchtigt.


Viel Erfolg!
cg
cg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2018, 13:42   #4   Druckbare Version zeigen
jottpe  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 2
AW: Rotschlamm_Materialisierung einer Altlast

Hey,



In der Tat würde die Rückführung der einzelnen Bestandteile am meisten für die Umwelt bringen.Ich habe mir auch gedacht, dass das Thema nur angerissen werden kann. Eine Verdeutlichung des Problem ist jedoch notwendig und hoffe auch möglich.

Ich den genannten Abhandlungen werden verschiedene Herangehensweisen genutzt.
Zum einen wird Rotschlamm gepresst und im Nachhinein mit Natriumsilikat getränkt und dann ausgetrocknet. Soll zu einer kristallisation führen und im Nachhinein stabil sein.
Eine andere Art war das Mischen mit geläschtem Kalk. Daraufhin folgte eine unmittelbare Verhärtung des Materials.
Kann eine solche Verbinung mit Metalloxiden überhaupt verhärten, abbinden und ggf. wasserfest werden?

Ich frage mich zunehmend ob ich durch Versuche zu einem gewünschten Ergebniss komme, oder ob ich in enger Zusammenarbeit mit einem Chemiker arbeiten sollte?
J
jottpe ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.12.2018, 21:02   #5   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.313
AW: Rotschlamm_Materialisierung einer Altlast

Ja, diese Mischungen werden hart, aber nicht weil die Schwermetalloxide gebunden werden sondern weil die Zusätze für sich härten:

Natriumsilikat zu Na2CO3 und Kieselsäure.
Löschkalk zu CaCO3 und Wasser.


So löst man das Problem der Auswaschung toxischer Schwermetallverbindungen nicht. Das ist viel schwieriger.
Exemplarisch: Die Verglasung von radioaktivem Müll. Ganz brauchbar zur Beruhigung des Publikums, aber alles andere als gut.
Exemplarisch: Die Castorbehälter. Ein Schuss mit einer Panzerfaust und das Containment ist keines mehr.
Exemplarisch: Die Asse. Dazu muss ich nichts schreiben. Oder?
Exemplarisch: Kupfer im Eisenschrott. Wird nicht ausreichend vor dem Einschmelzen abgetrennt. Der Stahl wird so immer schlechter.
Exemplarisch: Cadmium bei der Zinkgewinnung. Wohin damit?
...
Ja, Du solltest in "enger Zusammenarbeit mit einem Chemiker arbeiten." Mit mindestens einem. Und zwar mit kritischen Chemikern, die nicht "nach mir die Sintflut bzw. der rote Riese" denken.

Warum nicht mit den Experten hier?

Freundliche Grüße
cg
cg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.12.2018, 09:55   #6   Druckbare Version zeigen
donald313 Männlich
Mitglied
Beiträge: 438
AW: Rotschlamm_Materialisierung einer Altlast

Moin, moin,

wie siehts denn mit dem Restgehalt an Natronlauge aus? je nach Aluhütte sind die Rotschlämme noch stark alkalisch und somit auch ätzend.

Siehe auch das Rotschlammünglück in Ungarn in 2010. Da war die Natronlauge die unmittelbare Gefahr. Die restlichen Schwermetalle sind da eher langfristig gefährlich gewesen, wirken sich dafür heute immer noch aus.

Gruß
Donald
donald313 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11.12.2018, 13:44   #7   Druckbare Version zeigen
safety  
Mitglied
Beiträge: 1.454
AW: Rotschlamm_Materialisierung einer Altlast

Warum nicht in die europäische Forschungslandschaft einklinken:
https://etn.redmud.org/
https://recover.technology/partners/
https://h2020-nemo.eu/
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