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Alt 24.08.2011, 22:12   #1   Druckbare Version zeigen
MaH Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 328
Fluorid in Zahncremes

Hallo,

ich kann keine Antwort auf die Frage finden warum Flourid in Zahncremes enthalten ist obwohl auf Wikipedia zu lesen ist dass, es sich um ein Gift handelt. http://de.wikipedia.org/wiki/Fluoride#Toxikologie
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Alt 24.08.2011, 22:15   #2   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.448
AW: Fuorid in Zahncremes

Weil es in den Mengen, in denen es in normalen Zahncremes enthalten ist, nicht toxisch wirkt. Ist auch in fluorierten Spiesesalz drin. Die LD100 beim Menschen (Erwachsener) liegt so zwischen 30 und 70mg/kg Körpergewicht, das ist ziemlich viel.

Gruß

jag
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Alt 24.08.2011, 22:18   #3   Druckbare Version zeigen
Bully Männlich
Mitglied
Beiträge: 270
AW: Fuorid in Zahncremes

und in Zahncreme ist es nicht nur enthalten, weil es bei den geringen Dosen nicht giftig ist, sondern weil es die Remineralisation des Schmelzes fördert, den Zahnschmelz härtet, eine schützende CaF-Schicht auf dem Zahn bildet und dann auch noch Enzymaktivitäten von Bakterien und Bakterienwachstum selbst behindert kann. Im Mittelpunkt steht aber der erst genannte Punkt. Alle anderen sind für die Wirkung selbst nicht so bedeutend.
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Alt 24.08.2011, 22:30   #4   Druckbare Version zeigen
Keira weiblich 
Mitglied
Beiträge: 765
AW: Fuorid in Zahncremes

Hab letztens diesen Link geschickt bekommen: http://www.mmnews.de/index.php/i-news/8234-krank-durch-moderne-koerperpflege

Ein Absatz des Artikels dreht sich um Zahnpasta mit Flour(id).
Zitat:
Industrieabfall - entsorgt in Zahnpasten
Fluor ist ein hochgiftiges Abfallprodukt der Aluminiumindustrie. Das Halogen zu entsorgen, ist äußerst kostspielig. Zuerst setzte man Fluor als Rattengift und Insektenvertilgungsmittel ein. Später, nach „Erfindung des Fluormangels“, propagierte man Fluor als notwendigen Nährstoff bei Menschen. Industrielle Fluorabfälle entpuppten sich als Goldgruben. Im Sinne einer „besseren“ Gesundheit kippte man Fluoride ins Trinkwasser, mengt sie dem Speisesalz und Zahnpasten zu und lackiert damit gar die Zähne - und das bereits bei Kleinkindern. Welch eine umweltschonende Entsorgung!

Aber wissen Sie, dass Fluor das größte Gewebegift ist? Es wirkt schleichend und verursacht Stoffwechselstörungen in jeder Variation: Eindicken des Blutes; dadurch Arteriosklerose, Embolie, Herzinfarkt, Schlaganfall, Venenentzündung, Zerstörung der Schilddrüse, Fettsucht, hormonelle Störungen; Härtung des Trommelfells, also Schwerhörigkeit; Schädigung der Augen: grüner und grauer Star; Einlagerung ins Gehirn: Konzentrationsstörungen, Verblödung, Aggressionen, Depressionen, Idiotie bei Kleinkindern; Zerstörung der Mund- und Darmflora - damit Schwächung der Abwehrkraft.

Viele von uns verwenden fluodierte Zahncremes. Fluor härtet den Zahnschmelz und kann damit Karies vorbeugen. Jetzt kommt’s aber: Fluor härtet nicht nur die Zähne, sondern auch Knochen und Gewebestrukturen. Dies führt vor allem bei älteren Menschen zu brüchigen Knochen. Noch erschreckender ist die Wirkung auf die menschliche Psyche. Fluor schaltet unmerklich, aber stetig den freien Willen des Menschen aus. Nein, das ist kein Märchen der Verschwörungstheorie, sondern einwandfrei beweisbar: weltweit enthalten etwa 60 Psychopharmaka Fluor als wichtigsten Bestandteil.
Bin leider auf diesem Gebiet nicht so bewandert... von daher bin ich unschlüssig, was ich von den Aussagen halten soll. Einiges erscheint etwas abstrus zu sein, anderes klingt dagegen plausibel...
Was sagen die Biologen/Chemiker dazu?
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Alt 24.08.2011, 22:35   #5   Druckbare Version zeigen
laborleiter Männlich
Moderator
Beiträge: 6.316
AW: Fuorid in Zahncremes

Zitat:
Zitat von Keira Beitrag anzeigen
Was sagen die Biologen/Chemiker dazu?
ich kann da nur die hände über dem kopf zusammenschlagen. was um himmels willen haben fluor, fluorid und organisch gebundenes fluor gemeinsam?
ignoriere solchen kram ganz einfach, eine diskussion mit solchen spinnern ist nicht erfolg versprechend.
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Alt 24.08.2011, 22:36   #6   Druckbare Version zeigen
MaH Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 328
AW: Fuorid in Zahncremes

in meiner zahnpasta sind 1450ppm also 0,145% Fluorid drin. wieviel gramm zahnpasta is denn so ca. auf einem kopf?
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Alt 24.08.2011, 22:44   #7   Druckbare Version zeigen
Keira weiblich 
Mitglied
Beiträge: 765
AW: Fuorid in Zahncremes

Zitat:
Zitat von laborleiter Beitrag anzeigen
ich kann da nur die hände über dem kopf zusammenschlagen. was um himmels willen haben fluor, fluorid und organisch gebundenes fluor gemeinsam?
ignoriere solchen kram ganz einfach, eine diskussion mit solchen spinnern ist nicht erfolg versprechend.
Ich fand den Artikel ja auch komisch. Aber die eine Aussage, dass Fluor(...?) Zähne härtet und eben dann auch Knochen, schien mir gar nicht so falsch. Das hat mich dann verunsichert...
Aber mit den Feinheiten, die du ja angesprochen hast, da kenn ich mich nicht so aus - hab ja leider nicht mehr so viel mit Chemie zu tun.

Ok
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Alt 24.08.2011, 22:47   #8   Druckbare Version zeigen
zarathustra  
Moderator
Beiträge: 11.685
AW: Fuorid in Zahncremes

Zitat:
weltweit enthalten etwa 60 Psychopharmaka Fluor als wichtigsten Bestandteil.
Das finde ich toll und frage mich, wieviel Prozent aller Psychopharmaka enthalten den bösen Kohlenstoff und dessen Kumpel Wasserstoff?
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
zarathustra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2011, 23:19   #9   Druckbare Version zeigen
laborleiter Männlich
Moderator
Beiträge: 6.316
AW: Fuorid in Zahncremes

Zitat:
Zitat von Keira Beitrag anzeigen
Aber die eine Aussage, dass Fluor(...?) Zähne härtet und eben dann auch Knochen, schien mir gar nicht so falsch.
kleiner exkurs:
schmiere ich mir zahncreme auf die beisserchen, fällt das fluorid dort mit calciumionen gleich an ort und stelle aus. schluckst du den rest herunter, wird das gleiche passieren, weit bevor die freien fluoridionen auch nur in die nähe eines knochens transportiert werden können. das calciumfluorid ist so schwer löslich, daß man es einfach auskackt. eine gefahr für die gesundheit besteht hier nicht.
nimmt man auf einmal so viel fluorid zu sich, daß nicht genug calcium zur kompensation vorhanden ist, geht es in das blut und fällt dann halt dort aus und verstopft kleinere gefäße. damit hat man dann eine akut toxische wirkung. aber so viel zahncreme bekommt kein mensch in sich rein.
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Alt 24.08.2011, 23:28   #10   Druckbare Version zeigen
Keira weiblich 
Mitglied
Beiträge: 765
AW: Fuorid in Zahncremes

Zitat:
Zitat von laborleiter Beitrag anzeigen
kleiner exkurs:
schmiere ich mir zahncreme auf die beisserchen, fällt das fluorid dort mit calciumionen gleich an ort und stelle aus. schluckst du den rest herunter, wird das gleiche passieren, weit bevor die freien fluoridionen auch nur in die nähe eines knochens transportiert werden können. das calciumfluorid ist so schwer löslich, daß man es einfach auskackt. eine gefahr für die gesundheit besteht hier nicht.
nimmt man auf einmal so viel fluorid zu sich, daß nicht genug calcium zur kompensation vorhanden ist, geht es in das blut und fällt dann halt dort aus und verstopft kleinere gefäße. damit hat man dann eine akut toxische wirkung. aber so viel zahncreme bekommt kein mensch in sich rein.
Ok... Da sieht man wieder mal, was man so von x-mal gehörten und angeblich richtigen Aussagen wie "Flour/id härtet die Zähne" halten kann Danke für die Erklärung!
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Keira ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.08.2011, 23:57   #11   Druckbare Version zeigen
Amanita weiblich 
Mitglied
Beiträge: 244
AW: Fuorid in Zahncremes

Wenn wir gerade schon beim Thema Fluorid sind: Ich frage mich schon länger, warum Fluorid eigentlich eine so starke Affinität zu Calcium hat. Sonst sind ja Alkalimetallhalogenide energetisch sehr günstig, aber Fluor kommt ja auch natürlich kaum so vor.
Liegt das an den Unterschieden bei der Löslichkeit oder gibt es da noch andere Gründe?
Amanita ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.08.2011, 06:01   #12   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.448
AW: Fuorid in Zahncremes

1. Wissenschaftliches Forschungsprogramm: Dichte der Zahnpasta messe. Zahl der Anwendungen ermitteln und mit Volumen duchschnittliches Gewicht der Zahnpasta pro Zähneputzen (150mg Fluorid pro Anwendung).

2. Medizinische Zahncremes mit mehr Fluorid sollte man schon nicht schlucken (siehe Beipackzettel - dort auch Anwendungsverbot bei kleineren Kindern).

3. Das Fluorid in Zahncremes hat eine durchaus meßbare Wirkung auf den Zahlschmelz; ob diese Wirkung für den Zahnerhalt letztendlich wichtig ist, ist nicht bekannt. WEnn man das nicht mag: Mit nem Schluck Milch nach dem Putzen spülen.

4. Fluorid hat auch eine Wirkung auf den Knochen. Zuviel Fluorid führt dazu, dass die natürlichen Auf- und Abbauprozesse gestoppt werden, der Knochen ist dann nicht mehr so elastisch (Bruchgefahr). Deshalb werden bei Osteoporose bzw. -prophylaxe Fluoride (in pharmakologischen Dosen) kritisch gesehen.

5. Fluor ist Bestandteil vieler Medikamente. Fluorierte Verbindungen sind im Körper nicht so einfach abbaubar (bei geringeren Dosen höhere Wirksamkeit). Viele Fluorierte Pharmaka haben eine deutlich höhere Wirkpotenz (z.B. Fluorierte Corticosteroide). Das Fluor ist dort organisch gebunden und weil es der Körper nicht so einfach abbauen kann, wird es unverändert ausgeschieden.

6. Selbstverständlich ist Fluorid (auch in kleineren Mengen) ein Gewebegift. Leider wird dort meist die Wirkung von HF, also einer Säure, aus Beispiel herangezogen. Das ist Unfug.

7. Selbstverständlich gibt es akute und chronische Fluoridvergiftungen. Mit Zahlpasta oder Speisesalz ist das aber nicht hinzubekommen.

8. Aufgrund der Größe des Fluoridions gibts ein schönes stabiles Gitter.

Gruß

jag
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jag ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.08.2011, 08:38   #13   Druckbare Version zeigen
pleindespoir Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.581
AW: Fuorid in Zahncremes

Im Zahnschmelz liegt nicht CaF vor, wie vorangehende Beiträge den Anschein geben, sondern Apatit.

Es gibt u.a. Hydroxylapatit
{Ca_5(PO_4)_3OH }

als auch Fluorapatit
{Ca_5(PO_4)_3F}

Letzterer ist weniger gut in Säure löslich und daher die "empfohlene Variante".

Entstehen tut er ganz von alleine - im Speichel liegen natürlicherweise Fluorverbindungen in Spuren vor, die den Zahnschmelz regelmässig fluoridieren, also den Hydroxylapatit zu Fluorapatit umbauen. Das Draufschmieren von zusätzlichem Fluorid ist ziemlich sinnlos, da dieser Vorgang
{Ca_5(PO_4)_3OH + F^- \rightarrow Ca_5(PO_4)_3F + OH^-}
im stark basisch gehaltenen Zahnpastamilieu nicht abläuft.

Die Nahrungsaufnahme zusätzlicher Fluorverbindungen ist ebenso zweckfrei. Bei gewöhnlichem Ernährungsverhalten wird genügend Fluor im Speichel bereitgestellt.
pleindespoir ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.08.2011, 08:56   #14   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.867
AW: Fuorid in Zahncremes

Zitat:
Zitat von pleindespoir Beitrag anzeigen
Bei gewöhnlichem Ernährungsverhalten wird genügend Fluor im Speichel bereitgestellt.
was auch immer das sein mag. Da aber die Karies immer noch weit verbreitet ist, sollte man eine vernünftige Prophylaxe dahingehend nicht pauschal abtun.
Wenn sich natürlich alle vernünftig ernähren, keine Linmos und Süssigkeiten zwischen den Mahlzeiten zu sich nehmen würden und vollwertig ernähren, dann ist zusätzliches Fluorid nicht nötig. Ach ja, Zähneputzen nach jeder Mahlzeit nicht vergessen... .
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.08.2011, 09:14   #15   Druckbare Version zeigen
pleindespoir Männlich
Mitglied
Beiträge: 5.581
AW: Fuorid in Zahncremes

Zitat:
Zitat von chemiewolf Beitrag anzeigen
( ... ) eine vernünftige Prophylaxe ( ... )
Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber Fluorverbindungen in die Körper schütten, gehört nicht dazu .

Zitat:
Zitat von chemiewolf Beitrag anzeigen
( ... ) Zähneputzen nach jeder Mahlzeit nicht vergessen... .
das wäre die einzige vernünftige Prophylaxe.

Bisher gab es noch keine klinische Untersuchung, die doppelblind und repräsentativ verglichen hat, wie sich der Kariesbefall bei gleicher Zahnpasta, die sich lediglich durch den Fluorzusatz unterscheidet, über einen längeren Zeitraum zwischen den Gruppen entwickelt.

Der Fluorsegen ist also lediglich eine Annahme, die sich zwar gelegentlich auf Studien stützt, die aber allesamt nicht den notwendigen Standards entsprechen.

Eigentlich das gleiche Prinzip, mit dem alle Nahrungsergänzungsmittel propagiert werden: Vitamin xy ist gut, also jede Menge davon reinschütten, dann wird es noch besser.
pleindespoir ist offline   Mit Zitat antworten
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