Schule/Ausbildungs- & Studienwahl
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Schule/Ausbildungs- & Studienwahl Hier könnt ihr euch über verschiedene Möglichkeiten für eure Zukunft erkundigen oder eure Erfahrungen weitergeben.

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Alt 21.10.2016, 13:51   #1   Druckbare Version zeigen
sin.id  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
Nach dem Master

Hallo, liebe Forengemeinde. Ich studiere im Master Chemie, nachdem ich einen Bachelor in Humanbiologie gemacht hab. fragt mich nicht, wie dieser komplizierte Wechsel geklappt hat, aber irgendwie hats eben geklappt^^ Mir fehlen noch 2 Semester bis zum Studienende und ich frage mich gerade, was ich nach dem Master machen soll. Prinzipiell sehe ich 3 Möglichkeiten: 1. Einen PhD machen 2. mich direkt mit meinem Master bewerben 3. noch einen Master machen. Wie ich mitbekommen habe, schließen die meisten einen PhD an, aber ich weiß nicht was mir das bringen soll, wenn ich danach nicht in die universitäte Forschung gehen will. Mich jahrelang für schlechtes Geld abarbeiten, um danach möglicherweise keinen job zu haben...? Andererseits hört man auch ständig, dass ein PhD in der Chemie Pflicht ist. Wenn ich mich nun direkt mit dem Master bewerbe, dann habe ich wohl keine besonders guten Chancen wirklich fachlich in der Chemie zu arbeiten, wie seht ihr das? Andererseits denke ich, dass man als Chemiker durchaus für alle möglichen Jobs geeignet ist, die manchmal nur entfernt oder auch gar keinen Bezug zur Chemie haben. Und das ist mir, auch wenn ich die Chemie liebe, total recht, solang der Job interessant und abwechslungsreich ist. Die Überlegung, noch einen Master zum Beispiel im Bereich Materialchemie/Physikalischer Chemie oder Bioinformatik zu machen, stelle ich deshalb an, weil ich mich in meinem Master nicht spezialisiert habe. Bei uns ist der Master eben eher allgemein ausgelegt, was für mich als Ex-Biologe auch gut war. So konnte ich überall ein wenig hineinschnuppern. Mit einem eher technisch ausgerichteten und spezielleren Master hätte ich aber eventuell doch die Möglichkeit direkt im jeweiligen Fach einen Job zu finden, was meint ihr? Eine Idee wäre ein einjähriger Master in Material Engeneering in Madrid. Hoffentlich gibt es in diesem Forum einige ältere Semester, die schon einen Schritt weiter sind im Leben und mir diesbezüglich ein wenig Rat geben können. Aus meiner jetzigen Perspektive kann ich überhaupt nicht sagen, welche Entscheidung denn nun am sinnvollsten wäre. Ach ja, diese Informationen könnten noch wichtig sein: Meine Interessen in der Chemie liegen in den Bereichen Spektroskopie/NMR, TC/Symmetrie, PhysChem( keine TD^^), Kristallographie, Materialchemie. Ganz liebe Grüße, sin.id
sin.id ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.10.2016, 13:59   #2   Druckbare Version zeigen
sin.id  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
AW: Nach dem Master

Aus irgendeinem Grund, schaffe ich es nicht, meinen Text zu strukturieren.^^ Absätze werden einfach nicht übernommen... Weiß jemand, wo das Problem liegt?
sin.id ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.10.2016, 18:33   #3   Druckbare Version zeigen
Area Männlich
Mitglied
Beiträge: 236
AW: Nach dem Master

Ich kann nur von meinem Bekanntenkreis berichten, dass es idR einfacher ist, mit einem Dr. einen Job zu finden. Allerdings ist die Promotion in der Chemie natürlich noch lange kein Jobgarant. Zur Jobsuche gehört also immer Disziplin, Ausdauer und die vor allem die Bereitschaft zumindestens deutschlandweit zu suchen.

Deine aufgezählten Interessengebiete klingen allerdings schon so, als wenn du von der Forschung nicht ganz abgeneigt bist. Ich würde dich aufgrund deiner Beschreibung wahrscheinlich in eine Promotion in der anorganischen Chemie im Bereich der Kristallographie (da gibt es auch viele Anwendungen in den Materialwissenschaften ) stecken. Dort kenne ich einige Beispiele, die trotz nicht ganz so einschlägiger Peomotion zB. in der Halbleiterindustrie gelandet sind und dort gutes Geld verdienen. Meistens haben die Kristallographen auch ein besseres technisches u. informatisches Verständnis als zB die Vollblut-Organiker. Daher landen einige auch in Informatik-angelehnten Jobs oder in noch fachfremderen Jobs, wie in Banken (dort werden z.T. händeringend Leute gesucht, die eine einfache Differentialgleichung lösen können). Letzteres Beispiel ist ebenfalls ein prominenter Werdegsng von ThC'lern

Es steht dir natürlich auch frei, parallel nach einem Job und einer Promotionsstelle zu suchen (diesen Weg würde ich wahrscheinlich gehen). Von einem weiteren Master im naturwissenschaftlichen Bereich würde ich absehen. Eher würde ich mir dann betriebswissenschaftliche Zusatzqualifikationen aneignen, wie zB einen Master in Business Administration, für welchen man bei den großen Unternehmensberatern oft sogar freigestellt u. vollbezahlt wird.

Area!
__________________
Korrigiert mich, wenn ich falsch liege!

Ich weiß, dass ich nichts weiß (Sokrates)
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Alt 22.10.2016, 16:46   #4   Druckbare Version zeigen
zarathustra  
Moderator
Beiträge: 11.692
AW: Nach dem Master

Zitat:
Zitat von sin.id Beitrag anzeigen
Mir fehlen noch 2 Semester bis zum Studienende und ich frage mich gerade, was ich nach dem Master machen soll.
Von der Frage hängt v.a. auch ab, wo du deine Masterarbeit machst.

Zitat:
Zitat von sin.id Beitrag anzeigen
Prinzipiell sehe ich 3 Möglichkeiten: 1. Einen PhD machen 2. mich direkt mit meinem Master bewerben 3. noch einen Master machen.
Erstmal zur Option 3:
Du wirst bald einen Master-Abschluss haben. Einen ähnlichen Master zu machen, wird dir daher m.E. nicht helfen. Die Argumentation, dass ein weiteres Masterstudium eine weitere Spezialisierung darstellt, finde ich nicht schlüssig. Die Inhalte eines Masterstudiums sind begrenzt, im Master ein Praktikum in einem Fach zu haben, macht dich nicht zu einem Spezialisten, sondern gibt dir nur einen Einblick. Wirkliche Praxiserfahrung gewinnst du auch kaum. Wenn du vielleicht noch ein paar Monate bis zum Beginn des neuen Masterstudiums warten musst und am Ende eine Masterarbeit steht, hättest du in der Zeit auch die Hälfte deiner Doktorarbeit fertig!
Aus den Gründen würde ich keinen zusätzlichen Master machen, die Spezialisierung bekommst du mit deiner Master-Arbeit und Doktorarbeit.

Zitat:
Zitat von sin.id Beitrag anzeigen
Wie ich mitbekommen habe, schließen die meisten einen PhD an, aber ich weiß nicht was mir das bringen soll, wenn ich danach nicht in die universitäte Forschung gehen will. Mich jahrelang für schlechtes Geld abarbeiten, um danach möglicherweise keinen job zu haben...? Andererseits hört man auch ständig, dass ein PhD in der Chemie Pflicht ist. Wenn ich mich nun direkt mit dem Master bewerbe, dann habe ich wohl keine besonders guten Chancen wirklich fachlich in der Chemie zu arbeiten, wie seht ihr das? Andererseits denke ich, dass man als Chemiker durchaus für alle möglichen Jobs geeignet ist, die manchmal nur entfernt oder auch gar keinen Bezug zur Chemie haben. Und das ist mir, auch wenn ich die Chemie liebe, total recht, solang der Job interessant und abwechslungsreich ist.
Damit kommen wir zu den anderen beiden Optionen: Solltest du eine Doktorarbeit machen oder nicht? Dazu gibt es schon diverse Diskussionen auch hier bei uns im Forum.

Erstmal gehört eine Doktorarbeit irgendwie zum Studium dazu, zumindest wenn du irgendwas mit Forschung machen willst.
Dann ist eine Doktorarbeit gar nicht sooo schlecht bezahlt. Bisher gab es meist eine halben Stelle, also netto etwa 1000 Euro im Monat. Inzwischen werden oft 65% Stellen vergeben, das sind schon etwa 1500 Euro. Da kann man sich m.E. nicht wegen der "ach so schlechten Bezahlung" beschweren, zumal du nichtmal Berufserfahrung hast!
Du schreibst, wie sehr man sich da "abarbeiten" muss. Klar gehört viel Arbeit dazu. Aber es geht den meisten Gruppenleitern nicht darum, dass du eine gewisse Anzahl von Stunden arbeitest, sondern dass das Projekt läuft. Wenn es gut läuft, geht es vergleichsweise entspannt und in schlechten Zeiten musst du mehr arbeiten. Dazu kommt, dass du v.a. für dich arbeitest: Deine Ergebnisse und Publikationen entscheiden, ob du später gut in der akademischen Forschung unterkommen kannst, das kann auch stressig sein.

Auf der anderen Seite kannst du in einer Doktorarbeit auch eine Menge lernen:
Damit meine ich nicht nur, wie man Wissenschaft macht. Während du in einer Bachelor- und Masterarbeit erstmalig einen Einblick in Forschung bekommst, sollst du mit einer Doktorarbeit zeigen, dass du selbständig eine wissenschaftliche Fragestellung beantworten kannst. Dazu gehört natürlich auch, vernünftig logisch zu denken, passende Kontrollen zu haben usw.
Darüber hinaus beschäftigst du dich so intensiv wie nie zuvor mit einem Thema und hast die Möglichkeit, dich wirklich auf bestimmte Themen und Methoden zu spezialisieren.
Du lernst dazu im besten Fall auch, wie man sein Projekt vernünftig managen kann. Schließlich hast du ein relativ großes, langandauerndes Projekt (oder mehrere), das du irgendwie fertig bekommen musst.
Zusätzlich wirst du immer wieder Vorträge halten, idealerweise auch kritische Kommentare bekommen und dich immer weiter verbessern, so dass du auch vor vielen Leuten selbstsicher präsentieren kannst.
Anders als im Studium wirst du aber sicherlich auch Probleme mit anderen Leuten bekommen. Vielleicht stellst du enttäuscht fest, dass dein Betreuer anfangs ganz nett wirkte, sich aber v.a. für deine Ergebnisse und nicht für dich interessiert. Oder du hast einen völligen Kontroll-Freak als Betreuer, der dir am liebsten genau aufschreiben möchte, was du wann wie machen sollst. Oder du kommst mit einem anderen Doktoranden nicht klar. Anders als in der Schule oder im Studium musst du schauen, dass du auch in solchen Fällen professionell mit anderen Leuten umgehst, Konflikte überstehst und dennoch deine Interessen durchsetzt. Das kann anstrengend sein, ist aber auch sehr hilfreich.

Diese ganzen Dinge habe ich dir übrigens nicht nur geschrieben, um dir Vor- und Nachteile eine Doktorarbeit aufzuzählen. Es soll dir v.a. zeigen, dass eine Doktorarbeit einem eine ganze Menge gibt, was man später auch in andern Bereichen gebrauchen kann.
Anders als du es geschrieben hast, denke ich nicht, dass "man als Chemiker durchaus für alle möglichen Jobs geeignet ist". Ich würde sagen, das trifft eher auf promovierte Naturwissenschaftler allgemein zu, die einerseits analytisches Denken gelernt haben, aber sich auch eine Menge anderer Fähigkeiten angeeignet haben.


Was ich dir empfehlen würde:
Mach dir ein bisschen Gedanken, was du eigentlich später machen willst und ob dir eine Promotion dafür hilfreich wäre. Die Entscheidung musst du ja eh erst gegen Ende der Masterarbeit gefällt haben. Aber schau in der Zwischenzeit ruhig immer wieder mal, was für Stellen für Naturwissenschaftler ausgeschrieben sind und welche Qualifikationen erwartet werden. Wenn es spannende Stellen gibt, spricht doch nichts dagegen, dich auch während der Masterarbeit zu bewerben. Aber informiere dich auch, welche Arbeitsgruppen es bei euch gibt, wo du ggf. promovieren wollen würdest und frage die jetzigen Doktoranden ein bisschen aus.

Viel Erfolg,
Zara
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
zarathustra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.01.2017, 21:10   #5   Druckbare Version zeigen
sin.id  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
AW: Nach dem Master

Herzlichen Dank für diese ehrlichen und guten Antworten. Ich bitte um Verzeihung, dass ich mich so lange nicht gerührt habe.

Ich habe den Gedanken mit dem zweiten Master wieder verworfen und mache nun erstmal meine Masterarbeit in der Materialchemie.
Eventuell werd ich danach wirklich einen PhD anstreben.

Vielen Dank für eure Perspektive und eure Denkanstöße

Beste Brüße,
sin.id
sin.id ist offline   Mit Zitat antworten
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