Lebensmittel- & Haushaltschemie
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Lebensmittel- & Haushaltschemie Zur Lebensmittel- und Haushaltschemie gehören die Herstellung, die Funktion sowie die Ermittlung und Überwachung (un)erwünschter Bestandteile von Lebensmitteln, Kosmetika, Reinigern usw.

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Alt 12.02.2019, 09:25   #16   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.564
AW: Trinkwasseraufbereitung? Sind Umkehrosmoseanlagen sinnvoll? Wer hat Lust, das mit mir unter die Lupe zu nehmen?

Zitat:
Zitat von fleckenforscher Beitrag anzeigen
...Im Durchschnitt trinkt ein (gesunder) Mensch etwa 2L Wasser pro Tag.
Nimmt 2L Flüssigkeit auf, dürfte hier eher zutreffen.
Spätestens, wenn er dann eine Suppe konsumiert dürfte es egal sein, ob diese mit üblichem Leitungswasser oder VE Wasser hergestellt wurde. Beim Kaffee oder Tee verhält es sich ähnlich. Die meisten Mineralien dürften über das Essen zugeführt werden und nicht über den Trinkwasserkonsum.
Bis auf wenige Ausnahmen ist in Deutschland die Trinkwasserqualität so gut, dass eine weitere Aufarbeitung nicht sinnvoll ist und nur Kosten verursacht sowie Kontaminationsrisiken birgt.
__________________
Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
Tiefflieger ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.02.2019, 12:51   #17   Druckbare Version zeigen
Nobby Männlich
Mitglied
Beiträge: 15.080
AW: Trinkwasseraufbereitung? Sind Umkehrosmoseanlagen sinnvoll? Wer hat Lust, das mit mir unter die Lupe zu nehmen?

Zitat:
Zitat von Tiefflieger Beitrag anzeigen
Nimmt 2L Flüssigkeit auf, dürfte hier eher zutreffen.
Spätestens, wenn er dann eine Suppe konsumiert dürfte es egal sein, ob diese mit üblichem Leitungswasser oder VE Wasser hergestellt wurde. Beim Kaffee oder Tee verhält es sich ähnlich. Die meisten Mineralien dürften über das Essen zugeführt werden und nicht über den Trinkwasserkonsum.
Richtig.
Noch ein Hinweis zu Thema persönliche Erfahrung. In Asien,sprich China, Malaysia, Philippinen, Taiwan und andere wird RO-Wasser in jedem Supermarkt und Getränkeautomaten verkauft.
Mein Tipp trinkt ein Bier oder esst Suppe um den Mineralienhaushalt zu ergänzen.
__________________
Vena lausa moris pax drux bis totis
Nobby ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 12.02.2019, 14:07   #18   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.772
AW: Trinkwasseraufbereitung? Sind Umkehrosmoseanlagen sinnvoll? Wer hat Lust, das mit mir unter die Lupe zu nehmen?

hab gerade mal nachgeschaut: die Gesamtmineralisierung von z.B. V**tel liegt bei weniger als 0,5 g pro Liter. Der Unterschied von mineralarmen Wässern zu demineralisiertem Wasser ist also nur marginal. D.h. man kann, normale Ernährung vorausgesetzt, ohne Bedenken seinen gesamten Wasserkonsum durch RO-Wasser bestreiten ohne dass es zu irgendeinem Mangel kommt.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.02.2019, 10:26   #19   Druckbare Version zeigen
Alchymist Männlich
Mitglied
Beiträge: 3.155
AW: Trinkwasseraufbereitung? Sind Umkehrosmoseanlagen sinnvoll? Wer hat Lust, das mit mir unter die Lupe zu nehmen?

Hallo Maren,

ich würde gerne mal etwas detaillierter auf deine Fragen eingehen, als das meine Vorredner getan haben.

Eines vorweg: du hast offenbar zuviel von den esoterischen Wasserzauberern gelesen/gesehen, denn in deine Fragen haben sich etliche dieser wissenschaftlich nicht haltbaren Positionen eingeschlichen.

Aber fangen wir mal an:

1a: Das Wasser wird mit Chlordioxid versetzt. Das ist notwendig, denn du möchtest keinesfalls verkeimtes Wasser trinken. Ohne eine gewisse Chlorung bilden sich in den Leitungen Biofilme und verkeimen selbst ein Wasser, dass keimfrei eingespeist wurde.

Funfact: in manchen Eso-Kreisen schwört man auf Chlorbleiche als Heilmittel gegen alle Krankheiten der Welt ("Magic Mineral Supplement, MMS).

Wenn man deswegen Bedenken hat könnte man auf einen Aktivkohlefilter zurückgreifen (Brita o.ä.). Das Problem ist, dass auch diese Filter mit der Zeit verkeimen...

1b: Die Nitratbelastung sei relativ hoch. Laut Webseite der Stadtwerke liegt der Nitratgehalt bei 10-17 mg/l (https://www.stadtwerke-bonn.de/fileadmin/wasser/Wasseranalyse_2017_Web.pdf). Der EU-weite Grenzwert liegt bei 50 mg/l. Nitrat ist besonders problematisch für sehr kleine Säuglinge - der Grenzwert soll diesem Umstand eigentlich Rechnung tragen - trotzdem wird bisweilen vorsichtshalber Wasser mit maximal 10 mg/l für die Zubereitung von Säuglingsnahrung empfohlen.

Bei aller möglichen Besorgnis ist zu berücksichtigen, dass auch in vielen Lebensmitteln Nitrat enthalten ist, besonders mit mehr als 1000 mg/kg in Blattgemüsen und -salaten, Kohl und Wurzelgemüse.

Zudem ist die Gefahr, dass es in Lebensmitteln zu einer Reduktion des Nitrats zu Nitrit kommt (Nitrit ist der eigentlich giftige Stoff, Nitrat selbst ist ungiftig) deutlich höher als im Trinkwasser. 250g Spinat mit einem Nitratgehalt von 1000 mg/kg liefern dir 250 mg Nitrat - dieselbe Menge wie in 15-25 Litern Bonner Trinkwasser. Dabei ist der Nitratgehalt der zum Spinat servierten Kartoffeln noch gar nicht eingerechnet...

1c: Nein, unser Wasser wäre nicht vor 30 Jahren auf dem Sondermüll gelandet. Auch wenn die Nitratwerte tendenziell gestiegen sind (regional). Immer wieder umhergeisternde Funde von allen möglichen Stoffen im Trinkwasser beruhen auch darauf, dass heute sehr viel empfindlichere Analysenmethoden zur Verfügung stehen als vor 30 Jahren.

1d: Es ist völlig egal, ob du dein Wasser auf nüchternen oder vollen Magen trinkst. Magensäure ist immer da und das Wasser kommt auf jeden Fall damit in Kontakt. Nitrat und anderen Mineralien passiert dabei gar nichts. Kohlensäure, d.h. gelöstes CO2, gast aus, wenn es mit Säure in Berührung kommt. Säure-Base-Reaktionen sind sehr schnell. Man kann nicht eine Säure (Kohlensäure) mit einer anderen (Magensäure) neutralisieren.

2. Weiches Wasser heißt, dass es realtiv arm an Mineralien, insbesondere Calcium und Magnesium, ist. Der Rest der Aussagen in deiner Nr. 2 ist Geschwurbel. "Megakalkhaltiges" Wasser bekommt dem Körper genauso gut wie Ultrareinstwasser. Zellen werden nicht unterschiedlich "benetzt", da der Ionengehalt in den Körperflüssigkeiten von deinem Organismus gut reguliert wird. Das Calcium im "Megakalkwasser" ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff.

Sehr weiches Wasser eignet sich zwar gut zum Teekochen, zum Pur-Trinken oder zum Kaffeekochen schmeckt mineralstoffreiches, aka hartes, Wasser aber besser. Warum gibt es seit Jahrhunderten Kurorte mit Mineralquellen? Um die Patienten zu vergiften?

Wassercluster gibt es, besonders ausgeprägt bei Temperaturen unter 0°C. Diese können schlecht von Zellen aufgenommen werden und man kann sich daran sogar weh tun. Aber fürchte dich nicht: bei deiner Körpertemperatur sollte das Eis schmelzen ;-)

Übrigens transportieren Ionenkanäle Ionen... (nicht Wasser)

Und wenn die "Osmosetheorie" nicht stimmt, wie funktiert dasnn deine Umkehrosmoseanalge?

3a Umkehrosmosewasser ist entsalztes Wasser.

3b HCO3- + H+ <-> [H2CO3] <-> H2O + CO2

P.S.: Spar dir den Gang in den "Wassershop". Dein Leitungswassser ist besser, als alles, was du mit den Wundergeräten erzeugen kannst. Und vieeeel billiger.
__________________
Schöne Worte sind nicht wahr.
Wahre Worte sind nicht schön.
(Laotse)
Alchymist ist offline   Mit Zitat antworten
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Stichworte
redoxpotenzial, umkehrosmose, wasser

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