Verfahrenstechnik und Technische Chemie
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Verfahrenstechnik und Technische Chemie Das Forum für die Chemie jenseits von Reagenzgläsern und Glaskolben. Hier können Probleme der Reaktionstechnik sowie der thermischen und mechanischen Stoffwandlungs- und Trennprozesse diskutiert werden.

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Alt 04.04.2018, 10:17   #1   Druckbare Version zeigen
Dipolmoment  
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Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Hallo zusammen,

leider war ich 2 Wochen krank und in meiner Abwesenheit hat das Ladegerät unseres elektrischen Flurförderfahrzeugs den Geist aufgegeben, jedoch wurde das Fahrzeug munter weiter benutzt und zu allem Übel hat man wohl auch das Wasser der Batterie nicht nachgefüllt. jetzt ist guter Rat teuer. Ich habe schnellstmöglich ein Ersatzgerät organsiert ( das ging auch noch mal eine gute Woche ) aber die Batterie scheint tiefenentladen zu sein. Das Gerät geht auf Störung und das Flurförderfahrzeug lässt sich nicht anschalten.
Ich hatte es zwar länge Zeit am Ladegerät, jedoch hat das nichts geändert.

Jetzt meine Frage. lohnt sich das Auffüllen, der Batterie mit Säure ? kam es zu einer Sulfatierung und lässt sich dies durch erhöhen der Dichte wieder richten ? wenn die Dichte jetzt theorerisch bei 1,15 g/cm3 liegt, was schon sehr niedrig ist, lohnt sich da das einfüllen von H2SO4 und erhöhen der DIchte auf 1,28 g/cm3 ? tut sich dann noch was ? habt ihr eventuell noch einen Tipp ?

Ich hoffe man kann mir helfen.

MFG

euer Dipol
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Alt 04.04.2018, 12:24   #2   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
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AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Hi Dipol,

Auf keinen Fall Säure nachfüllen. Nur demineralisiertes oder destilliertes Wasser bis zur Max.-Marke.
Ob der Akku tiefentladen ist oder nur eine Zelle beschädigt, sieht man an den Spannungen der einzelnen Zellen. Bitte ohne Lade- und ohne Entladestrom genau messen (drei gültige Ziffern) und die Messwerte hier einstellen. Dann ein regelbares Netzgerät anschließen und so laden, dass zumindest eine Zelle schwach zu gasen beginnt.(So wie Sekt eine Minute nach dem einschenken.) Nach einer Stunde Ladestrom messen und die Spannungen aller Zellen einzeln unter Ladestrom messen. Den Ladestrom abschalten und die Säuredichten aller Zellen einzeln messen. Dann den Ladestrom wieder einschalten. Die Spannungs-, Strom- und Säuredichtemesswerte bitte hier einstellen. Dann kann ich was zum Zustand, zur Prognose und zum weiteren Vorgehen sagen. Bis dahin laden, laden, laden...und wenn das Gasen nachlässt, die Spannung steigern, bis sie wieder bei zumindest einer Zelle einsetzt.
Welche Kapazität hat der Akku? ...Ah? Und wieviele Zellen?

Viel Erfolg und freundliche Grüße
cg
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Alt 04.04.2018, 15:29   #3   Druckbare Version zeigen
Dipolmoment  
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AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Vielen Dank für die schnelle Antwort !

Ich muss mir allerdings wie soll es auch anders sein, ein Voltmeter besorgen.
Morgen messe ich die Werte, ein regelbares Netzgerät habe ich leider nicht zur Hand. Das Ladegerät für die Staplerbatterie hat leider keine Deutsche bzw. englische Bedienungsanleitung. deswegen kann ich noch nicht mal schauen ob es am Ladegerät liegt, den Hersteller habe ich schon angeschrieben.

Ich schaue wie weit ich mit dem Voltmeter komme und stelle die Werte morgen hier rein.

MFG

DIPOL
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Alt 04.04.2018, 16:17   #4   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
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Beiträge: 1.210
Achtung AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Tja, wenn Du nicht laden kannst, kannst Du bald alle Zellen vergessen. Die Sulfatierung schreitet voran und Du bekommst sie nicht mehr weg. Nur mit dem Voltmeter rettest Du ihn nicht.
Du musst laden.
Stell Dir vor, Du hast 41 Fieber und Deine Pflegekraft geht ein Fieberthermometer kaufen...

Freundliche Grüße
cg
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Alt 04.04.2018, 17:04   #5   Druckbare Version zeigen
safety  
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AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Zitat:
Zitat von Dipolmoment Beitrag anzeigen
jedoch wurde das Fahrzeug munter weiter benutzt und zu allem Übel hat man wohl auch das Wasser der Batterie nicht nachgefüllt
Gleich eine neue wartungsfreie oder wartungsreduzierte Traktionsbatterie kaufen wenn die Bediener die Mindestanforderungen an den Betrieb der Staplerbatterie nicht beachten.
Zitat:
Zitat von Dipolmoment Beitrag anzeigen
aber die Batterie scheint tiefenentladen zu sein. Das Gerät geht auf Störung und das Flurförderfahrzeug lässt sich nicht anschalten. Ich hatte es zwar länge Zeit am Ladegerät, jedoch hat das nichts geändert.
Ob man nun nach cg die Batterie wiederbelebt (und am Ladegerät hängen lässt) oder diese durch einen Batteriehersteller/ Verkäufer professionell regeneriert (z.B. mit einem Pulser), das ganze sollte so schnell wie möglich erfolgen, sonst ist die Batterie hin und so zwischen 1000 und 5000€ sind fällig für die Neubeschaffung.
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Alt 04.04.2018, 18:04   #6   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
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Beiträge: 1.210
AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Tja, safety, es sieht ja so aus, als schaltete das Ladegerät ab und/oder lädt nicht mehr.
Der Pulser ist sehr umstritten. Wirksam ist anscheinend vor allem die ständige Ladung mit geringem Strom. Das kann er auch ohne pulser haben.

Freundliche Grüße
cg
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Alt 05.04.2018, 07:49   #7   Druckbare Version zeigen
safety  
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Beiträge: 1.373
AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Zitat:
Zitat von cg Beitrag anzeigen
als schaltete das Ladegerät ab
Nicht unüblich bei Ladegeräten mit Überladungsschutz. Böse Seelen bauen dann einen Verbraucher parallel auf, der einen Ladestrom zur Batterie vorgaukelt und das Ladegerät austrickst.
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Alt 05.04.2018, 10:33   #8   Druckbare Version zeigen
Dipolmoment  
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AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Hallo zusammen,

danke für eure Tipps.
Zu meiner Verteidigung, ich kümmere mich immer das dass Wasser nachgefüllt ist und die Batterie regelmäßig geladen wird. wie gesagt ich war 2 Wochen krank, in der Zeit hätte man zumindest das Wasser nachfüllen müssen. Das wirklich ärgerliche ist die Batterie ist gerade mal 3 Monate alt! Ich bin in meiner Abteilung leider nicht hauptberuflich für unsere Gerätschaften tätig, sondern habe noch andere Aufgaben, bitte versteht mich nicht falsch. Ich habe jetzt in aller Eile ein altes Ladegerät organisiert, und was komisch ist, dieses Gerät lädt die Batterie tatsächlich ! Ich habe versucht den Hersteller bzw. Händler des neuen Geräts zu erreichen, jedoch scheinen per Email und Telefon bisher vergeblich. Den die Bedienungsanleitung des Ladegeräts ist nur auf ungarisch und polnisch, damit kann ich leider nichts anfangen.

Die Spannung der Zellen habe ich gemessen, die liegt bei allen Zellen bei ca. 1,15-1,18 V die Batterie sollte 24V haben ( 12 Zellen ) ! Ich habe nur wenig Hoffnung das dass noch was wird. Wahrscheinlich ist Sie Tot. Ich messe später mal die Säuredichte, wie von cg bereits vorgeschlagen, ich lasse der Batterie allerdings noch 3h Zeit.

Die Hoffnung ist zwar gering, aber es ist besser als nichts zu tun.
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Alt 05.04.2018, 11:10   #9   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
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Beiträge: 1.210
AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Hi Dipol,

niemand macht Dir einen Vorwurf.

Drei Stunden sind vor der ersten Säuredichtemessung nach Auffüllen nötig um das nachgefüllte Wasser in den Zellen zu verteilen.
Gasen die Zellen jetzt?
Um den Akku aus diesem Zustand wieder herauszuholen ist wesentlich mehr Zeit erforderlich.
Nicht aufgeben! Weiter laden.
Mit welcher Stromstärke wird jetzt geladen? Wieviel Ah steht drauf?

In jedem Fall ist unklar, wie der Akku innerhalb von 2 Wochen soviel Wasser verlieren konnte, obwohl nicht geladen wurde.

Freundliche Grüße
cg
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Alt 05.04.2018, 13:11   #10   Druckbare Version zeigen
Dipolmoment  
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AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Hallo Cg,

danke für die aufmunternden Worte.

Das Ladegerät ist ziemlich alt, wahrscheinlich älter als ich, die Schrift ist kaum noch lesbar. aber 24 Volt und 50 Amphere lassen sich noch entziffern.
Ah: 5 ist nach abstauben des Geräts ebenfalls wieder lesbar.
An den Zellen ist keine Veränderung zu erkennen.

Nach dem Messsen der Dichte, werde ich die Batterie wieder laden, diesmal wieder über Nacht. in der Hoffnung das ich Glück habe. eventuell versuche ich morgen den Hubwagen wieder anzuschalten. wenn die Werte einen Sinn ergeben.

Ich kann mir nur soweit einen Reim darauf machen, das man den Hubwagen benutzt hat, ohne zu laden und das Wasser nachzufüllen.
Ich halte dich auf dem Laufenden !

Vielen Dank schon mal vor ab !
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Alt 05.04.2018, 14:19   #11   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
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AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Hi Dipol,

das alte Ladegerät macht Sinn. Es entscheidet noch nicht selbst über das, was es macht.
So hast Du wieder die Zügel in der Hand. Um Dir beim Lenken assistieren zu können, brauche ich aber Antworten:
1. Gasen die Zellen während Du lädst?
2. Mit wieviel Ampère lädst Du jetzt?
3. Säuredichte jetzt?
4. Die Spannungen aller Zellen einzeln während Du lädst.
5. Die Spannungen aller Zellen einzeln wenn Du das Ladegerät abgeschaltet/abgeklemmt hast.
6. Die Säuredichten aller Zellen einzeln, morgen früh - nicht vor dem Aufstehen.

Wenn der Akku erst drei Monate alt ist, wird doch die Rechnung oder der Lieferschein aufzufinden sein. Da steht dann der Hersteller und der Typ des Akkus drauf. Mit dem, was Du auf dem Gerät entziffern konntest, ist leider nichts anzufangen.

Nimm den Akku morgen noch nicht wieder in Betrieb. Erst muss die Entsulfatierung abgeschlossen sein. ( Wenn Dir der Arzt den Blinddarm rausoperiert hat, bist Du auch nicht am nächsten Morgen wieder arbeitsfähig. )
Wie es dem Patienten geht sehe ich an der Säuredichte, den Zellspannungen unter Ladestrom und am Ladestrom.

Viel Erfolg und freundliche Grüße
cg
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Alt 05.04.2018, 15:15   #12   Druckbare Version zeigen
Dipolmoment  
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AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Hallo cg,

Ich bin froh, das wir das Ladegerät noch hatten, es wäre fast verschrottet worden. da es ja eigentlich nicht mehr funktionieren dürfte...
Die Daten, die ich dir vorhin geschickt habe, bezogen sich auf das "alte" Ladegerät. Der Akku hat noch folgende Daten:

3 PzB225+BFS, Kapazität 225 Ah, 24 Volt

1. Die Zelle Gasen aus !

2. Die 5 Ah bezogen sich auf das Ladegerät

3. Diese liegt jetzt bei 1,17 g/cm3 0,02 g/cm3 höher als gestern.
Jedoch sind im Akkusäuretester schwarze Partikel drin gewesen.

4. Die Zellen liege alle bis auf Zelle 4: 2,19 V
bei 2,3 V es sind 12 Zellen insgesamt

die restlichen Daten kommen morgen.

Vielen Dank schon mal !

MFG

Dipol
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Alt 05.04.2018, 17:36   #13   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
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AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Hi Dipol,

gut. Deine Antwort auf meine Frage 4 lässt Hoffnung aufkeimen. Aber die Regeneration wird dauern. Ob sie letzten Endes Erfolg hat sieht man leider erst wenn man das ganze Programm komplett durchgezogen hat.

Zu Deiner Antwort auf Frage 2: Hat das Ladegerät ein Ampèremeter eingebaut? Zeigt es 5 A an? Deine Angabe "5 Ah" ist unklar. Hast Du ein separates Ampèremeter?

Zu 3: Schwarze Partikel stören nicht. Viel wichtiger ist, dass keine kleinen Gasblasen am Schwimmer anhängen. Klopfen löst sie manchmal.

Bis morgen.

Freundliche Grüße
cg
cg ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.04.2018, 07:29   #14   Druckbare Version zeigen
Dipolmoment  
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AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Guten Morgen cg,

Heute Morgen hat mich doch glatt der Schlag getroffen, im positiven Sinne.
Das Ladegerät hat sich von selbst abgeschaltet, weil der Akku vollständig geladen war ! Ich machte die Probe und versuchte den Hubwagen anzuschalten und siehe da ! Das Gerät läuft wieder einwandfrei ! Die Frage ist jetzt nur, ob der Akku Schäden davon getragen hat und eventuell bald doch wieder Probleme hat. Aber so lässt es sich wenigstens wieder positiv ins Wochenende starten !
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Alt 06.04.2018, 09:26   #15   Druckbare Version zeigen
cg Männlich
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AW: Tiefenentladung Bleiakkumulator ( Tod oder noch zu retten ? )

Guten Morgen Dipol,

jaaah, schööön. Gratuliere, Schwein gehabt.

Der Akku hat jetzt zwar wieder Kapazität, die Frage ist aber, wieviel.
Er hat mit Sicherheit einen Schaden weg. Deshalb sollte er jetzt über das Wochenende kontinuierlich mit ca. 2 A weiter geladen werden. Es dauert nämlich u.U. Wochen, bis sich die in 10 Tagen angesammelte Sulfatierung durch Laden auflösen lässt. Man sieht das an der Säuredichte. Besser wäre noch eine ganze Woche bei schwachem Gasen nur laden, nichts entnehmen. Wie jeder Kranke, der schon den Jordan gesehen hat, braucht er jetzt dringend eine Kur bzw. eine Reha. Nicht nachlassen!

Die erreichten Säuredichten und Spannungen bist Du mir noch schuldig.

Und dann solltest Du unbedingt das ungarisch-polnische Ladegerät prüfen. Wenn einem neuen Akku nach drei Monaten so viel Wasser fehlt, ist das Ladegerät falsch eingestellt oder defekt. Wenn Du damit weiter lädst, geht der Akku nächstes Jahr unrettbar über den Jordan. Bei sorgfältiger Pflege hält er 10 Jahre.

Freundliche Grüße und ein schönes erleichtertes Wochenende
cg
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