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Alt 28.12.2017, 12:11   #1   Druckbare Version zeigen
Florian98 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 867
Wein

Hallo,

in einem alten Buch war sinngemäß zu lesen:

".. ich nehme den sauren Geschmack des Weines, indem ich ihn mit einer Säure behandle ... (für mich irgendwie paradox) - dadurch bewirkt man, daß man einfach weinsaures Kali zu zweifach weinsaures Kali reagieren läßt ..."

Man wendete das Verfahren bei bestimmten Weinen an. Ich mutmaße mal, daß man dadurch den sauren Geschmack des Weines gemildert, aber nicht beseitigt hatte.

Meine Fragen nun:
Bei welchen Weinen hat man dieses Verfahren in Deutschland angewendet?
Welche Säuren hat man dafür verwendet?
(Pflanzensäuren = Citronensäure? Kohlenstoffsäure = Essigsäure? Mineralsäure dürften daß wohl nicht gewesen sein)
Und wie hat man den Säuregehalt des Weines ermittelt, so daß man wußte wie viel Säure man zugeben mußte?

Vielen Dank im Voraus

Flo
Florian98 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.12.2017, 12:53   #2   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.993
AW: Wein

Zitat:
Zitat von Florian98 Beitrag anzeigen
".. ich nehme den sauren Geschmack des Weines, indem ich ihn mit einer Säure behandle ... (für mich irgendwie paradox) - dadurch bewirkt man, daß man einfach weinsaures Kali zu zweifach weinsaures Kali reagieren läßt ..."
das ist ohne eine Kaliumquelle nicht möglich. Da müsste man sich die Originalliteratur anschauen um sie evtl. anders interpretieren zu können.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.12.2017, 13:33   #3   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.452
AW: Wein

Zitat:
Zitat von chemiewolf Beitrag anzeigen
das ist ohne eine Kaliumquelle nicht möglich. Da müsste man sich die Originalliteratur anschauen um sie evtl. anders interpretieren zu können.
Nein,denn "zweifach weinsaures Kalium" ist nicht das Di-Kaliumtartrat(->
https://books.google.de/books?id=3d8yAQAAMAAJ&pg=PA112&lpg=PA112&dq=zweifach+weinsaures+kali&source=bl&ots=_KiRogvMsy&sig=AMcVg_ghibaoIXF-3GR1xWn_vKU&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiO4f6Yy6zYAhVSy6QKHfOdBOAQ6AEISjAJ#v=onepage&q=zweifach%20weinsaures%20kali&f=false ).
Daher kann aus dem einfach weinsauren Kali(das wäre das Di-Kaliumtartrat) durch Zugabe einer Säure mono-Kaliumtartrat(Weinstein,zweifach weinsaures Kali) gemacht werden.Welche Säuren dazu verwendet wurden und wie der Säuregehalt bestimmt wurden,ist mir nicht bekannt und hängt auch von der Zeit ab,in der so gearbeitet wurde.

Fulvenus!
Fulvenus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28.12.2017, 15:11   #4   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.993
AW: Wein

Zitat:
Zitat von Fulvenus Beitrag anzeigen
Nein,denn "zweifach weinsaures Kalium" ist nicht das Di-Kaliumtartrat
danke, das hatte ich anders in Erinnerung....
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 28.12.2017, 19:34   #5   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.452
AW: Wein

In den früheren Chemie-Experimentalkästen gab es auch noch das "doppelt kohlensaure Natron",welches identisch ist mit dem Natriumbicarbonat,also dem Natriumhydgrogencarbonat.
Diese Nomenklatur mit "bi" für "Hydrogensalze/anionen" führte in den Praktika immer mal zu Irritiationen.

Fulvenus!
Fulvenus ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.12.2017, 12:31   #6   Druckbare Version zeigen
Florian98 Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 867
AW: Wein

hier noch einmal die Quelle

zweifach weinsaures Kali = doppelt weinsaures kali
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg 221.jpg (37,2 KB, 3x aufgerufen)
Florian98 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 29.12.2017, 13:04   #7   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.452
AW: Wein

Zitat:
Zitat von Florian98 Beitrag anzeigen
zweifach weinsaures Kali = doppelt weinsaures kali
Das war schon klar.
Der Text bringt dann die Aufklärung.Es wird das einfach weinsaure Kali(Di-kaliumtartrat) eingesetzt,um "überschüssige" Säure(->Weinsäure) zu entfernen.
Dabei reagiert das gut wasserlösliche Dikaliumtartrat mit ebenfalls gut löslicher Weinsäure zu schwerer löslichem Mono-Kaliumtartrat(->Weinstein).
Damit wird dem Wein "Säure" durch Ausfällung als Weinstein entzogen.
Ob das heutzutage noch gemacht werden darf,müßte ein Oenologe oder ein informierter Laie sagen.

Fulvenus!
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