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Alt 17.07.2018, 14:39   #1   Druckbare Version zeigen
kenblock  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
MVOC Messung und die Ergebnisse

Hallo liebe Forenmitglieder,

wir haben vor kurzem einen Gutachter bei uns wegen einer MVOC-Raumluftmessung. Ich habe zwar schon etwas nach den gefundenen Gasen gegoogelt, die Gefährdungslage ist allerdings noch etwas undurchsichtig für mich. Was ist z.B. die gefährlichste Ausgasung und was verursacht diese auf körperlicher/gesundheitlicher Seite?

Die Gesamtsumme dieser Messung liegt bei 6,2 Mikrogramm/Kubikmeter mit dem Vermerk auf einen großflächigen versteckten Schimmelbefall. Anbei die genauen Werte der Messung:

1-octen-3ol: 0,6
3-methylfuran: 0,23
dimethyldisulfid: 0,1
3 methyl-1-butanol: 2,8
2-pentanol: 0,13
2-hexanon: 0,77
2-heptanon: 1,5
3-octanon: 0,2

Die ersten 3 Werte wurden als Hauptindikator angegeben.

Vielen Danke schonmal für Eure eventuellen Antworten

Grüße

KenBlock
kenblock ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2018, 16:13   #2   Druckbare Version zeigen
biowiz  
Mitglied
Beiträge: 715
AW: MVOC Messung und die Ergebnisse

Hi
nur das das richtig verstanden ist: es geht m.E. nicht um die Gefährlichkeit der Gase die bestimmt wurden; ob die Methodik gut/schlecht oder grundsätzlich überhaupt zur Feststellung einer Gefährdung geeignet ist, kann ich nicht sagen, aber bestimmt werden nachweisbare Verbindungen, die Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen darstellen.

Die Schimmelpilze sind das Problem, nicht die nachgewiesenen Gase; diese werden nur als Analytik und somit Indikator herangezogen.
Die Problematik der Gesundheitsgefährung liegt also eher in den baulich bedingten, klimatischen bedingungen, die Wachstum von Schipis ermöglichen und so z.B. durch Sporen, die in/an die Raumluft abgegeben werden eine potentielle Gefährdung des Menschen darstellen.

Grüße
bw
biowiz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2018, 18:20   #3   Druckbare Version zeigen
kenblock  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
AW: MVOC Messung und die Ergebnisse

Zitat:
Zitat von biowiz Beitrag anzeigen
Hi
nur das das richtig verstanden ist: es geht m.E. nicht um die Gefährlichkeit der Gase die bestimmt wurden; ob die Methodik gut/schlecht oder grundsätzlich überhaupt zur Feststellung einer Gefährdung geeignet ist, kann ich nicht sagen, aber bestimmt werden nachweisbare Verbindungen, die Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen darstellen.

Die Schimmelpilze sind das Problem, nicht die nachgewiesenen Gase; diese werden nur als Analytik und somit Indikator herangezogen.
Die Problematik der Gesundheitsgefährung liegt also eher in den baulich bedingten, klimatischen bedingungen, die Wachstum von Schipis ermöglichen und so z.B. durch Sporen, die in/an die Raumluft abgegeben werden eine potentielle Gefährdung des Menschen darstellen.

Grüße
bw
Danke für die Antwort. Naja...von wegen "es geht m.E. nicht um die Gefährlichkeit der Gase...": wenn ich nach den Gasen suche, finde ich definitiv auch gesundheitlich Gefährliche Einträge über mindestens die Hälfte der von mir genannten Gase. Mir gehts eher darum, ob sich jemand mit der von mir angegebenen Konzentration und dem wissenschaftlich belegtem Auftreten von gesundheitlichen Reaktionen/Problemen bekannt ist.
kenblock ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2018, 18:48   #4   Druckbare Version zeigen
NapalmDeath Männlich
Mitglied
Beiträge: 117
AW: MVOC Messung und die Ergebnisse

Hi Kenblock,

ich würde mich da an den Arbeitsplatzgrenzwerten (AGW) orientieren. Die solltest du in der GESTIS Datenbank finden.

Ich habe gerade mal für zwei der genannten Verbindungen nachgesehen. Die Grenzwerte sind dort in mg/m3 angegeben und liegen im zweistelligen Bereich. Daher scheinen mir die Messwerte in deinem Fall weit unter den AGWs zu liegen, da diese sogar in μg/m3 angegeben werden.

Du kannst ja mal alle Substanzen durchgehen und dir selbst ein Bild davon machen. Wenn man will kann man aber vermutlich in jeder Raumatmosphäre eine Großzahl an gefährlichen Stoffen nachweisen. Die Dosis macht aber ja bekanntlich das Gift.

Gruß,
Nico
NapalmDeath ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.07.2018, 21:03   #5   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.979
AW: MVOC Messung und die Ergebnisse

Autoabgase und Passivrauchen sind ebenfalls gefährlich. Darum sorgt sich niemand. Aber wehe, losgelöst von Alltagsszenarien tauchen Chemikalien auf. Da stürzt dann der Himmel ein. In Benzin ist auch Benzol enthalten. Schon mal gelesen, wie gefährlich das Zeug ist? Trotzdem trägt niemand beim Tanken einen Vollschutzanzug. Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte hier nur Relationen aufzeigen.

Vor allem muss man hier die Kausalität beachten: Schimmelpilze und deren Sporen sind ein ernstes, gesundheitliches Problem - hier geht es ja um Verbindungen, die von diesen Schimmelpilzen freigesetzt werden (können). Bekämpft man nun den Schimmel erfolgreich, so sollten ja auch die Messwerte der von dir aufgelisteten Substanzen auf das übliche Niveau zurückfallen (völlige Null-Belastung hat man nie im Leben). Aber wenn nun schon eine Firma eine MVOC-Belastung festgestellt hat, tut man sich sicherlich einen Gefallen, professionelle Hilfe auch bei der Schimmelbekämpfung ins Haus zu holen.
kaliumcyanid ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.07.2018, 08:35   #6   Druckbare Version zeigen
biowiz  
Mitglied
Beiträge: 715
AW: MVOC Messung und die Ergebnisse

aber zum Verständnis der Analysenwerte ist es wichtig zu wissen was der Prüfer gemacht hat!

Er hat Hauptindikatoren gemessen und angegeben.

Unabhängig davon findest Du für eine überwiegende Zahl an Verbindungen Gefahrstoffkennzeichnungen; dass heisst nicht, dass deren Vorkommen zwingend mit Gefährdung einhergeht.

Fährst Du Auto? Tankst Du an Tankstellen Benzin/Diesel? Schon mal geschaut, was da an Kennzeichnung aushängt?
Rauchst Du?
Grillst Du?
die Liste von Gefährdungen durch Verbindungenim Alltagskontakt kann man x-beliebig fortführen.

In Deinem Fall sind aus meiner Sicht aber zwei Dinge interessanter:
1) es geht offensichtlich um Arbeits-oder Wohnräume, in denen man sich dauerhaft aufhält (lange Kontaktzeit) und
2) die Abwägung der Risiken (nachweisbare chemische Verbindung oder mikrobiologisches Risiko durch Schimmelpilze)
mit einem riosikobasierten Ansatz wirst due bei Punkt 2 immer die chemischen Risiken ignorieren undDich um die mikrobio-Problematik kümmern müssen.

Da ein Kausalzusammenhang besteht (wegen der Schipis sind auch deren Stoffwechselprodukte in Spuren nachweisbar) ist sowieso der Ansatzpunkt die Änderung der limatischen Bedingungen, Einriss/Abriss, Oberflächenbehandlung o.ä.. Die besten/passenden Maßnahmen wird Dir dann (hoffentlich) der Gutachter mitliefern; die reinen Analytikdaten helfen nichts.


Edit: ups, gerade erst den Kommentar von KCN gesehen; der greift ja bereits dieselben Beispiele auf...
hätte ich mal bis zum Ende lesen sollen :-)

Geändert von biowiz (18.07.2018 um 08:36 Uhr) Grund: Kommentar eingefügt
biowiz ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.07.2018, 12:21   #7   Druckbare Version zeigen
kenblock  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 3
AW: MVOC Messung und die Ergebnisse

Zitat:
Zitat von biowiz Beitrag anzeigen
aber zum Verständnis der Analysenwerte ist es wichtig zu wissen was der Prüfer gemacht hat!

Er hat Hauptindikatoren gemessen und angegeben.

Unabhängig davon findest Du für eine überwiegende Zahl an Verbindungen Gefahrstoffkennzeichnungen; dass heisst nicht, dass deren Vorkommen zwingend mit Gefährdung einhergeht.

Fährst Du Auto? Tankst Du an Tankstellen Benzin/Diesel? Schon mal geschaut, was da an Kennzeichnung aushängt?
Rauchst Du?
Grillst Du?
die Liste von Gefährdungen durch Verbindungenim Alltagskontakt kann man x-beliebig fortführen.
Ja, ich fahre Auto, Nein ich rauche nicht und Ja ich grille ab und zu
Ich weiß, dass immer die Dosis das Gift macht und dass sich bestimmt in meinem Alltag auch andere Stoffe finden lassen, welche schlecht für die Gesundheit sind.
Zitat:
Zitat von biowiz Beitrag anzeigen
In Deinem Fall sind aus meiner Sicht aber zwei Dinge interessanter:
1) es geht offensichtlich um Arbeits-oder Wohnräume, in denen man sich dauerhaft aufhält (lange Kontaktzeit) und
2) die Abwägung der Risiken (nachweisbare chemische Verbindung oder mikrobiologisches Risiko durch Schimmelpilze)
mit einem riosikobasierten Ansatz wirst due bei Punkt 2 immer die chemischen Risiken ignorieren undDich um die mikrobio-Problematik kümmern müssen.
1)Ja...es geht um unser Schlafzimmer in dem wir eigentlich immer mit "Nasenproblemen" (trockene/verstopfte Nase) zu kämpfen haben, obwohl die Luftfeuchtigkeit aktuell bei 60% liegt und laut Liste noch in Ordnung ist. Bei mir hat sich in letzter Zeit eine bleierne Müdigkeit breit gemacht und Ausschläge an den Händen begleiten mich schon seitdem wir hier in der Wohnung leben. Erst nur im Winter, jetzt das ganze Jahr über.

Zitat:
Zitat von biowiz Beitrag anzeigen
Da ein Kausalzusammenhang besteht (wegen der Schipis sind auch deren Stoffwechselprodukte in Spuren nachweisbar) ist sowieso der Ansatzpunkt die Änderung der limatischen Bedingungen, Einriss/Abriss, Oberflächenbehandlung o.ä.. Die besten/passenden Maßnahmen wird Dir dann (hoffentlich) der Gutachter mitliefern; die reinen Analytikdaten helfen nichts.


Edit: ups, gerade erst den Kommentar von KCN gesehen; der greift ja bereits dieselben Beispiele auf...
hätte ich mal bis zum Ende lesen sollen :-)
Ja, mit dem Gutachter / Ingenieur gibt es diese Woche auch nochmal ein Telefonat. Er meinte aber schon im Vorfeld, als er uns das Ergebnis übergeben hat, dass wir da raus sollen und ich ja jetzt endlich weiß, woher meine Sympthome kommen. Mal sehen, wie die Suche nach dem Schimmel weitergeht.
kenblock ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 18.07.2018, 19:20   #8   Druckbare Version zeigen
jag Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.039
AW: MVOC Messung und die Ergebnisse

Der Summenwert ist niedrig. Daraus eine Handlungsempfehlung ohne konkrete Quelle für einen (mumaßlichen) Schimmelbefall zu machen, halte ich für gewagt. Die Einzelwerte bewegen sich auch in einem niedrigen Bereich.

Die Konzentrationen sind zwar erhöht, eine toxikoligische Bedeutung sehe ich aber nicht. Auch keinen zwingenden Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Symtomen und diesen Stoffen - kann sein, muss aber nicht. Gerade bei eher unspezifischen Symtomen ist das unbefriedigend, ist aber so.

Wichtiger Hinweis: Es gibt eigentlich in diesem Bereich keine wirklich guten Daten. Dazu gibt es hier zu viele Mitspieler und Interessen. Man muss da einiges "glauben" oder auch nicht. Oder man sieht Schimmel, dann gibt es was konkretes (was aber auch nicht zwingend mit gesundheitlichen Problemen zu tun haben muss).

Gruß

jag
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Die Lösung auf alle Fragen ist "42".
Aus gegebenem Anlass: Alle Rechnungen überprüfen, da keine Gewähr. - Fragen bitte im Forum stellen.
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