Ich habe gestern in Chemie Abitur geschrieben (NRW, LK) und habe mich ein bisschen über eine Formulierung gewundert. Ich hab die Aufgabe leider nicht mehr hundertprozentig im Kopf, aber ich versuche trotzdem mal, sie hier wieder zu geben:
Es ging um verschiedene (saure und alkalische) Haushaltsreiniger. Nun wurde ein alkalischer Haushaltsreiniger A titriert, weil man die Konzentration von Ammoniak in dem Haushaltsreiniger herausfinden wollte. Im Vorfeld hatte man schon ein Protolyse-Gleichgewicht aufstellen sollen, das Aufschluss über den Inhalt des Ammoniak-Reinigers gab:
NH3 + H2O NH4+ + OH-
Der pH-Wert des Reinigers war 9,5.
Die Titration erfolgte mit Salzsäure und Methylorange (glaube ich zumindest) als Indikator. Zunächst wurden 2 ml von A mit einer nicht angegebenen Menge destilierten Wassers verdünnt. Dann titrierte man mit Salzsäure (c=1mol/l).
Man benötigte 6 ml der Salzsäure, um zum Umschlagspunkt des Indikators zu gelangen. Dort wurde ein pH-Wert von 5,1 gemessen.
Man hatte keine weiteren relevanten Informationen, d.h. keine Säurenkonstante von NH4+ o. ä.
Mein Hauptproblem bei der Aufgabe war, dass ich nicht begriffen habe, dass der Umschlagspunkt des Indikators gleichzusetzen ist mit dem Äquivalenzpunkt der Titration. Es könnte ja auch - nach den oben genannten Formulierungen - ein Indikator gewesen sein, der für die Titration gar nicht so gut gepasst hat, oder? Er hätte ja auch wo anders als am ÄP umschlagen können, oder mache ich da irgendwo einen Denkfehler?
Aber auch, wenn man das weiß, finde ich die Aufgabe recht schwierig, weil ja nicht mal angegeben ist, wie stark der Haushaltsreiniger nun verdünnt wurde.
AW: Abi 2011 NRW (LK): Aufgabe über Haushaltsreiniger
Die Verdünnung des Haushaltsreinigers ist in diesem Falle egal, da man ja die Konzentration im Haushaltsreiniger bestimmen möchte und nicht in der Verdünnung. In der vorgegebenen Titration bestimmt man die Stoffmenge an Ammoniak in 2 ml Haushaltsreiniger und kann dann aus diesen Angaben die Konzentration berechnen.
ad Indikator: Wenn keine weiteren Angaben gemacht wurden, kann man davon ausgehen, dass der Indikator für die Titration als geeignet gilt.
Gruß Bergler
der sich immer wieder wundert, was für einfache Sachen in nicht bayrisch-württembergischen Abiturprüfungen geprüft werden.
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AW: Abi 2011 NRW (LK): Aufgabe über Haushaltsreiniger
@deniro990: Es war nach der Ammoniakkonzentration im Reiniger gefragt.
Der Umschlagspunkt des Indikators war angegeben, aber ich habe das nicht automatisch mit dem Äquivalenzpunkt der Titration gleichgesetzt und habe mich wirklich darüber geärgert, dass das nicht deutlicher formuliert war.
@Bergler: So weit bin ich auch gekommen, aber das Problem ist, dass ja der pH-Wert in der verdünnten Lösung angegeben war, und nicht der in der unverdünnten. Das heißt, dass die Menge der H3O+-Ionen am ÄP ja gar nicht bekannt war, weil nur die Konzentration (als pH-Wert), nicht aber das Volumen angegeben war.
AW: Abi 2011 NRW (LK): Aufgabe über Haushaltsreiniger
Zitat:
Der Umschlagspunkt des Indikators war angegeben, aber ich habe das nicht automatisch mit dem Äquivalenzpunkt der Titration gleichgesetzt
Das ist dein gutes Recht. Ich hätte es ebenso nicht automatisch getan. Der angegebene pH von 5.1 liegt aber immerhin im erwarteten leicht sauren Bereich (NH4+-Ion reagiert schwach sauer). Du hast auch Recht damit, dass man das in einer Abituraufgabe ruhig etwas exakter formulieren darf...
Zitat:
Der pH-Wert des Reinigers war 9,5.
Zitat:
das Problem ist, dass ja der pH-Wert in der verdünnten Lösung angegeben war, und nicht der in der unverdünnten.
Die beiden Aussagen widersprechen sich. Man hat doch 2 mL von dem Reiniger mit offensichtlich bekanntem pH-Wert entnommen und dann erst verdünnt...
AW: Abi 2011 NRW (LK): Aufgabe über Haushaltsreiniger
Zitat:
Zitat von deniro990
Die beiden Aussagen widersprechen sich. Man hat doch 2 mL von dem Reiniger mit offensichtlich bekanntem pH-Wert entnommen und dann erst verdünnt...
Tut mir Leid, ich habe das gerade etwas missverständlich formuliert. Ich meinte damit folgendes:
Der pH-Wert von dem Reiniger ist bekannt (9,5).
pH-Wert des verdünnten Reinigers ist nicht bekannt (gleichwohl aber die Stoffmenge der OH- -Ionen, da ein Volumen von 2 ml des Reinigers verdünnt wurde).
Der pH-Wert des titrierten verdünnten Reinigers am Äquivalenzpunkt (bzw. nach der Aufgabe der pH-Wert des "Umschlagpunktes des Indikators") beträgt 5,1, das Volumen ist weiterhin unbekannt, damit auch die Stoffmenge der OH- -Ionen.
Wie berechnet man demzufolge also die Konzentration von nicht protolysiertem Ammoniak in der ursprünglichen Lösung?