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Alt 24.12.2002, 06:41   #15   Druckbare Version zeigen
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Zitat:
was ich wiederum mit schwarzem phorsphor machen soll, was ich mit roten nicht kann, ist mir nicht bekannt - wozu also?
Auf meine ursprünglich gestellte Frage habe ich zwar noch keine Antwort bekommen - scheint hier im Forum ziemlich üblich zu sein, vom eigentlichen Thema abzuschweifen bzw. völlig abzudriften - analog zu den idiotischen Talkshows, in denen "Politiker" fast nie auf eine konkret gestellte Frage antworten können ...
Von all den Experten hier scheint also noch niemand je auch nur ein Krümelchen (besser Kriställchen) schwarzen P gesehen zu haben.
Im übrigen betrafen meine PS-Überlegungen insbesondere die Situation während des Studiums. Meines Wissens werden die Strukturen der P-Modifikationen (allein 3 kristalline und 1 amorphe Struktur beim schwarzen P!) sehr wohl während der Ausbildung vergleichend besprochen - aber eben ohne jegliche experimentelle Verifizierung. So nimmt es denn auch nicht Wunder, dass MINUTEMEN hier einiges versäumt hat.
Schwarzer P entzündet sich einige Sekunden später als roter P, wenn man im bekannten Versuch ein dreischenkliges Blech für jede Modifikation benutzt.
Schwarzer P reagiert sofort sehr heftig mit konz. Salpetersäure
P + 5 HNO3 <font class="serif">&rarr;</font> 5 NO2 + H3 PO4 + H2 O
unzwar bereits in der Kälte; er verhält sich also wie ein Metall - die analoge Reaktion mit rotem P verläuft deutlich schwächer und nur bei gelindem Erwärmen, auch bildet sich hier zunächst primär NO.
Der schwarze P ist die bis 550°C thermodynamisch stabilste Modifikation - der kubisch-kristalline P ( <font class="serif">&rho;</font> = 3,81 g/cm³) läßt sich nicht ohne weiteres in die weiße Modifikation überführen (durch einfaches Erhitzen im RG wie Prot ), sondern allenfalls über die orthorhombische Kristallform zunächst in amorphen roten P und dann erst in die <font class="serif">&alpha;</font> -Form des Pweiß .
Nicht zu guter letzt besitzt der schwarze P Halbleiter-Eigenschaften, die ein geschickter Experimentator seinen Studenten mittels eines einfachen Stromkreises und einer Taschenlampenbirne zeigen kann - er ist ein Eigenhalbleiter.
Rein visuell ist er von grau-schwarzer Farbe und ähnelt entfernt kristallinem Si, Sb, Graphit oder wfr. CuBr2 - weist also schon einen gewissen metallischen Glanz auf - ferner sind die Kristalle recht hart - Härtestufe 2 der Mohsschen Skala.
Dies alles kann man mit einfachen Mitteln zeigen - aber bestimmt nicht mit rotem Phosphor! Vorausgesetzt man ist eine ambitionierte "Laborratte" der aussterbenden Gattung und man verfügt über eine Probe schwarzen Phosphors. Genaue Versuchsanleitungen schicke ich Interessierten gerne per Mail zu.

PS: Außerdem finde ich es schon ganz schön wichtig, daß ein Student (natürlich unter Aufsicht!) den praktischen Umgang mit Alkalimetallen übt - das Schneiden, Entrinden und Abtupfen braucht Erfahrung (ich merke bereits beim Schneiden, ob ich Na, K oder Li vor mir habe) - ebenso Kenntnisse über Risiken (gerade K) und Entsorgung. Auch wenn man im späteren Berufsleben kaum mit diesen Metallen arbeiten wird.

Zitat:
Spätestens seit der 8. Klasse weiß ich, daß man Natrium mit dem Messer schneiden kann, aber selbst gemacht hab ichs trotzdem noch nicht.... Sicherlich ist soetwas nicht in dem Sinne wichtig, daß es notwendige Kenntnisse vermittelt, aber es wäre einfach interessant und in meinen Augen unheimlich motivierend.
Des weiteren habe ich mit keinem Wort die Geschmacksprobe favorisiert.
Allerdings ist jemand, der nicht aus dem Stand in der Lage ist, numerierte Proben von beispielsweise Benzol, Chloroform, Essigsäure, Ameisensäure, Nonanol, 1-Propanol, Amylalkohol, Methylaminlösung, Triethylamin, Ammoniaklösung, Nitrobenzol, Anilin, Propionaldehyd, Styrol, Bromethan, Aceton, n-Octan, 1-Hexen und 2...3 Estern ausschließlich anhand der Geruchsprobe zu identifitieren und auseinanderzuhalten, für mich kein Chemiker. Allenfalls ein Theoretiker - jedoch ohne Kompetenz in praktischen Entscheidungen.
Aber das soll jeder halten wie er will ...
Niemand verlangt sicher von einem Chemiker im Berufsleben, daß er tonnenweise Chemikalien inhaliert, aber bestimmte auch olfaktorische Grundkenntnisse sollten schon angeeignet werden.
Gute Nacht!
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