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Alt 07.10.2002, 20:33   #52   Druckbare Version zeigen
Tomboy Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.555
Die 15 Punkte für den Eingang in die 3. Runde sind vom Thüringer Kultusministerium anerkannt.
Punkt ist, dass Olympiaden und anderes, wie auch hippie Beispiele genannt hat, als Leistungsnachweis angesehen werden können, denn dazu sind sie da, auch wenn es ein ursprünglich außerschulischer Leistungsnachweis ist.
Wenn jemand nicht akzeptieren kann, dass gute Noten als Prämie für eine gute fachliche Leistung gegeben werden, dann sollten vermutlich auch Geldpreise, Sachpreise oder zum Beispiel die Stipendien für die Leute, die sich für die Endrunde qualifizieren abgeschafft werden, damit nicht jemand nur des Geldes wegen an der Olympiade teilnimmt. Und das demzufolge auch bei allen anderen Wettbewerben.
Nein, derartige Belohnungen sind zwar vermutlich dadurch zustande gekommen, dass die Naturwissenschaften in Deutschland nicht allzu stark vertreten sind (die Schüler sollen einen Ansporn haben, sich damit zu beschäftigen), aber sie sind durchaus auch eine gute zusätzliche Motivation für diejenigen, die auch sonst Interesse haben und sich mit dem Fachgebiet beschäftigen.
Und man muss auch nicht annehmen, dass man deswegen in der Schule faulenzen kann, weil man mit einer guten Note rechnen kann. Schließlich ist das nicht die einzige Note und das Wissen, das im Unterricht vermittelt wird, ist auch für spätere Kontrollen von Bedeutung. Zudem ist durchaus nicht anzunehmen, dass das Unterrichtswissen dem der Olympiade gleichzusetzen ist, sodass auch einige Einzelheiten im Unterricht abgefragt werden, die man von der Olympiade nicht kennt (und umgekehrt).
Und wenn ich dann höre, dass an thüringer Spezialschulen generell das Abitur von den 11er-Kursen als Klausur mitgeschrieben wird, dann frage ich mich schon eher, wie dort ein Unterricht aussieht, der für die Schule nicht mehr benötigt wird. Dort ist dann ein Großteil des Unterrichts darauf ausgelegt, dass die Schüler bei der IChO bestehen können und DAS ist ein Aspekt, der eine deutliche Benachteiligung von Nicht-Spezialschülern darstellt, auch wenn man damit durchaus (aus meiner Sicht) einverstanden sein kann. Wo ist die Herausforderung, wenn die Olympiade zum Unterrichtsstoff wird?
Jetzt bin ich allerdings leicht vom Thema abgerutscht...
Ich sehe keinen deutlichen Nachteil darin, Noten für besondere fachliche Leistungen zu verteilen. Das heißt schließlich nicht, dass ein Schüler besonders bevorteiligt wird, sondern nur, dass die restlichen Schüler die Chance nicht genutzt haben, den selben Vorteil zu erhalten.

Zudem frage ich mich ein wenig, warum jedes Mal zur IChO eine Diskussion entsteht, die im Prinzip die Olympiade abwertet und in der man seinen Standpunkt verteidigen muss, um sich im bisherigen Maßstab anerkannt fühlen zu können.
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"Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht." (Georg Christoph Lichtenberg)
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