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Alt 02.08.2002, 23:12   #13   Druckbare Version zeigen
Gluecki  
Mitglied
Beiträge: 69
...aber auch nicht unlösbar schwierig.

Die Bindung in ihrer Art und Stärke ist - wie upsidedown schon beschreibt - nicht allein verantwortlich für die Härte des Metalls.

Als Härte bezeichnet man ja den Widerstand, den ein Material dem Eindringen eines anderen Körpers entgegensetzt, sprich den Widerstand gegen plastische Verformung. Da diese durch die Fortbewegung von Gitterfehlern beschrieben wird, hängt die Härte also von der Beweglichkeit dieser Fehler ab.
Diese kann man auf verschiedene Weise beeinflussen:

a) Fremdatome entweder auf Gitterplätzen der Hauptkomponente (Substitutionsmischkristall) oder auf Zwischengitterplätzen (Einlagerungsmischkristall). Aufgrund der unterschiedlichen Atomradien werden hier kleine Gitterverzerrungen erzeugt, die die Fortbewegung sog. Versetzungen (2-dim. Gitterfehler) erschweren.
==> sog. Mischkristallhärtung (Cu + Zn = Messing)

b) feines Korn, d.h. das Metall besteht aus vielen kleinen statt nicht so vielen großen Kristalliten. Dadurch erhöht sich der Anteil an Korngrenzen, welche starke Hindernisse für die Versetzungsbewegung darstellen. ==> kann man "Feinkornhärtung" nennen, ist durch geeignete Wärmebehandlung (Glühung, Abkühlung) erreichbar.

c) Einbringen harter Partikel in die Metallmatrix über die Schmelze oder Erzeugung solcher durch thermisch aktivierte Umwandlungsvorgänge in Legierungen. Harte Partikel (glaube sogar, manche weichen auch) behindern ebenfalls die Versetzungsbewegung.
==> Dispersionshärtung bzw. Ausscheidungshärtung
Letztere wird massig bei Aluminiumlegierungen angewendet, da reines Aluminium relativ weich ist.

So viel "in Kürze". Das Thema kann locker einige Foren füllen. Ich hoffe, es hilft ein wenig weiter auf dem Weg zum Verständnis. Diese Darstellung mag vielleicht nicht vollständig sein. Man verzeihe mir und ergänze gegebenenfalls.
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