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Alt 24.07.2002, 14:47   #5   Druckbare Version zeigen
upsidedown Männlich
Moderator
Beiträge: 7.640
Ne, um zu verstehen warum sich Metalle wie verhalten müsst ihr da schon ein bischen "rauszoomen". Die Vorstellung, dass Metalle sowas wie grosse Kristalle sind die man halt wegen der Metallbindung verformen kann ist - gelinde gesagt - äußerst grob. Da werd ich jetzt wohl um einen kleinen Exkurs in die Werkstoffwissenschaften nicht herumkommen..

Also erstmal - Metalle verhalten sich nur wie Metalle weil sie ebend keine idealen Kristalle darstellen. Jede Art der Verformung (und 'Härte' besagt auch nur wie sich Materialien bei einer bestimmten Art von Beanspruchung verformen) beruht im Kern auf der Bewegung von Gitterfehlern jeder Art. Ein ideales Metallgitter würde sich nicht viel anders als ein idealer Ionenkristall verhalten. Und als Näherung: auch etwa wie ein realer Ionenkristall - versucht mal einen Kochsalzkristall zu verbiegen..

Zwotens: Metalle sind jetzt aber keine grossen Kristalle die halt ne Menge Fehler haben und dadurch mehr oder weniger verformbar sind, sondern bestehen aus einer ganzen Menge sehr kleiner solcher Kristalle. Und wie diese Matrix aussieht hat auch noch ein erhebliches Wortchen mitzureden beim Materialverhalten.

Das war jetzt nur ein ganz kleiner Abriss um die Richtung anzudeuten - wer das alles jetzt ganz genau wissen will, der besuche eine Vorlesung in Werkstofftechnik, oder studiere gleich Werkstoffwissenschaften. Kann man sich sein ganzes Leben lang mit beschäftigen..

Gruß,
UpsideDown
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