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Alt 30.07.2007, 14:15   #4   Druckbare Version zeigen
bahrmann  
Mitglied
Beiträge: 40
AW: Na "freie" Faltenfilter ?

Hi,

Filterpapiere sind nun mal durch den Häcksler gedrehte Bäume oder sonstige Cellulose aus Pflanzen (Baumwolle?) Darum findest Du in cellulosehaltigen Filtern immer das halbe PSE aber mindestens die üblichen Hauptnährstoffe N, P, K, sowie die mehr oder weniger essentiellen Elemente Na, Mg, Ca, Fe, Mn, Cu, Zn, Si, S, ... bis hin zu As und Pb.

Ich habe schon diverse Filterpapiere, Hartfilterpappen, Filterflocken, Glasfaserfilter und auch Membranfilter auf ihre Blindwerte an verschiedenen Elementen und Ionen untersucht. Es gibt kein wirklich "sauberes" Produkt. Leider habe ich bei meinen Recherchen feststellen müssen, dass die Hersteller wie Schleicher & Schuell (jetzt Whatman), Machery Nagel und Whatman selber keine Ahnung haben, was so in ihren Papiere drinnen steckt. Teilweise waren die Bezeichnungen in den Katalogen sogar gegensätzlich zu den gemessenen Gehalten. Ein "säuregewaschenes Filterpaier für die Spurenalaytik" hatte wesentlich höhere Werte als einfache "Blauband-Filter" der selben Marke.

Den Unterschied zwischen qualitativen und quantitativen Filter muss ich ja wohl nicht erklären.
Für Elemente wie Na würde ich in Richtung der Hartfilterpappen (Stichwort Nassfest)suchen. Das sind Filter aus besonders intensiv gebleichter und gereinigter Cellulose, die so fein ist, dass sie eigentlich schon beim Anschauen zerfällt. Darum wird sie durch Polymerzusätze (Bindemittel) verstärkt.

Bei der Bestimmung der Blindwerte des Filterpapiers solltest du unbedingt bedenken, dass du die echten Bedingungen beim Filtrieren der Proben so gut wie möglich simulieren musst. Dein Lösungsmittel sollte die selbe Konzentration haben, wie in der realen Probe nach der Extraktion. Die Laufzeit bzw. Kontaktzeit des Blindwertes sollte mit der der Probe vergleichbar sein. Wenn die Probe zusätzlich zum Lösungsmittel große Mengen an Kationen freisetzt, solltest du das in einem zusätzlichen Versuch ausprobieren (Stichwort Kationenaustauschkapazität, KAK).
Je nach dem, was du untersuchst, solltest Du auch bedenken, dass ein säuregewaschenes Filterpapier beachtlichen Einfluss auf den pH-Wert des Filtrats haben kann.
Um die Verwirrung komplett zu machen, sei noch angemerkt, dass Filterpapiere auch selektiv einzelne Kationen aus dem Lösungsmittel entfernen können, die dort als Blindwert enthalten sind (wieder KAK).

Das perfekte Filterpapier habe ich bisher auch nicht gefunden. Für bodenkundliche Analytik verwenden wir häufig Machery Nagel 1640d (preiswert). Whatman 540 und 542 sind auch relativ sauber aber teurer. Die geringsten Blindwerte haben wir in Acylat-gebundenen Glasfaserfiltern von Sartorius gefunden. Die sind aber richtig teuer und auch nur als Filterplatten zu bekommen.

Wenn Dein Versuch und Dein Budget es zulässt, solltest Du versuchen Deinen Filter vorab mit großen Mengen (einige Liter) Reinstwasser zu waschen. Danach mit dem verwendeten Lösungsmittel 2-3 mal durchspülen und danach das erste Aliquot der Probe filtrieren und verwerfen.
Alternativ kannst Du Deine Filter (nur nassfeste) auch mehrere Stunden bis Tage im verwendeten Lösungsmittel einlegen.


Ich hoffe das hilft Dir weiter,
Peter
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