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Alt 04.06.2007, 17:21   #12   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
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AW: latentwärmespeicher mit Natriumpyrophosphat

Zitat:
Zitat von Schwarzfahrer88 Beitrag anzeigen
unterkühlte Lösung
Also jetzt wirds ernsthaft kryptisch.

So wie ich das bisher gelesen hab, gehts doch um die Schmelzwärme. Wenn man diese ausnutzen will, muß man es schaffen, eine bestimmte, zu berechnende Portion festes Pyrosulfat zu schmelzen und dann unter seinen Schmelzpüunkt abzukühlen, ohne daß es wieder fest wird. Man hat dann eine unterkühlte Schmelze. Diese müßte man dann mit einem Krümelchen Dreck oder durch Knicken eines Plätchens oder wie auch immer zum schlagartigen Erstarren bringen, wobei die Schmelzwärme (oder so rum besser als Kristallisationswärme bezeichnet) frei wird.

Die Taschenwärmer mit dem Knickplättchen beruhen auf einem anderen Prinzip, nämlich dem der übersättigten Lösung. Man nimmt dazu eine heißgesättigte Lösung eines Stoffes, der sich in heißem Wasser deutlich besser löst als in kaltem Wasser (normaler Taschenwärmer: Natriumacetat) und kühlt diese Lösung vorsichtig ab, ohne daß derjenige Anteil an Feststoff, der sich in der ehißen Lösung mehr löst als in der kalten, auskristallisiert. Natriumacetat hat die sonderbare Fähigkeit, besonders gerne stark übersättigte Lösungen zu bilden. Bringt man jetzt einen wie auch immer gearteten Kristallisaitonskeim in diese Lösung, kristallisiert schlagartig das Zuviel an Natriumacetat aus und die Lösungswärme wird frei.

Das sind also zwei verschiedene Prozesse mit verschiedenen beteiligten Enthalpien. Und man kann nicht von jedem beliebigen Stoff eine stark unterkühlte Schmelze oder stark übersättigte Lösung herstellen, das mag Mutter Natur nämlich überhaupt nicht, solche extremen Nichtgleichgewichtssysteme.
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Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau

Geändert von Tino71 (04.06.2007 um 17:27 Uhr)
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