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Alt 06.05.2007, 23:18   #19   Druckbare Version zeigen
liederwieorkane Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 38
AW: Abitur: mündliche Prüfung in Chemie

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied Beitrag anzeigen
Auge in Auge und mit einem Stück Kreide in der Hand hätte ich ihnen garantiert lägst erklärt, was Sie wissen möchten.
Das "fürchte" ich auch - ein Nachteil der Kommunikation via Internet.

Dann versuche ich es noch einmal :

Im Unterricht wurde der Begriff Redoxpotential (und somit auch die Spannungsreihe) mit dem Komplex "galvanische Zellen" eingeführt. Soll heißen: die Spannung in einem galvanischen Element resultiert aus den verschiedenen Elektrodenpotentialen (bzw. deren Aufladung), welche wiederum unmittelbar mit der Spannungsreihe zusammenhängen. Denn bei dem unedlen Metall Zink gehen also mehr Ionen in Lösung als bei dem edleren Metall Kupfer. Folglich sind die Elektroden verschiedene aufgeladen/ besitzen unterschiedeliche Potentiale -> die gemessene Spannung ist der Ausdruck dieser Potentialdifferenz (hoffe das stimmt einigermaßen).

Kurz drauf wurden die Elektrodenpotentiale (welche bei c=1 mol/L den Werten der Spannungsreihe entsprechen) im Zusammenhang mit der Nernst-Gleichung auch noch von der Konzentration des jeweiligen Elektrolyts anhängig gemacht.

Redoxpotentiale (Spannungsreihe) waren und sind also für mich unmittelbar verknüpft mit galvanischen Zellen und den Potentialen der beiden Elektroden (in Abhängigkeit von der Elektrolytkonzentration), welche über die (gemessene) Spannung entscheiden.

Mein hauptsächliches Problem ist nun die generelle Verwendung der Spannungsreihe für (das Vorhersagen von) Redoxreaktionen, die erstmal mit galvanischen Zellen nichts zu tun haben.

Ich zitiere ein Klausurbeispiel:
Zur Entsorgung von kupfersulfathaltigen Lösungen wird vorgeschlagen, nicht mehr benötigte Eisennägel in die Lösung zu geben, so dass sich metallisches Kupfer bildet. Diskutieren sie, ob es sich hier um einen sinnvollen Vorschlag handelt.

Der "Schlüssel" zur Beantwortung der Frage sollte nachher die Spannungsreihe sein:

U = 0.35V - (-0.41V) = 0.76 V
U>O, sprich: die Reaktion könnte ablaufen, Vorschlag macht Sinn.

Mich stört nun die Tatsache (bzw. mir fehlt der Übergang), dass die Redoxpotentiale, mit denen ich normalerweise galvanische Elemente assoziiere, nun frei Schnauze verwendet werden, um Redoxreaktionen vorherzusagen, um gar eine theoretische "Spannung" zu berechnen!

Wie will man (gemäß meinem Verständnis) eine "Spannung" berechnen, wenn Elektroden fehlen? Wenn ich schon die Werte der Spannungsreihe verwende, wo bleibt dann hier der Konzentrationseinfluss?
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