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Alt 02.05.2007, 16:42   #10   Druckbare Version zeigen
baltic Männlich
Mitglied
Beiträge: 1.468
AW: Abitur: mündliche Prüfung in Chemie

Zitat:
Im Übrigen habe ich den Eindruck , dass es besser wäre, dem Begriff "chemisches Potenzial" in der weiteren Argumentation möglichst zu vermeiden, da dessen Verwendung eine hinreichende begriffliche Klarheit voraussetzt, wovon bei liederwieorkane m.E. nicht ausgegangen werden kann.
Wunderbar, dann sind wir uns einig! So etwas ähnliches wollte ich auch gerade schreiben!

Das Letzte, was ich dazu noch einmal betonen möchte, ist, dass man alles auf das chemische Potential zurückführen kann und dass es insofern für die sehr genaue Betrachtung der Vorgänge von Nutzen sein kann. Die Redoxpotentiale haben aber einen so anschaulichen Charakter, dass man mit ihnen auch das meiste ganz gut erklären kann!

Zitat:
Zitat von liederwieorkane
Nach meinem bisherigen Verständnis sind die Redoxpotentiale Ausdruck der Lösungstension eines Stoffes, bei Metallen also ein Indikator dafür, wie edel/unedel es ist.
Das hört sich ganz gut an. Lösen heißt bei Metallen oxidieren.

Zitat:
Zitat von liederwieorkane
Würde sich jedes Metall in einer Lösungirgendwannauflösen, wonach das Redoxpotential also ein Maß für das Tempo dieses Ablaufes wäre?
Nein!
Zitat:
Zitat von liederwieorkane
Oder aber gibt dieses Redoxpotential quantitativ Aufschluss darüber, "wieviel" eines Metalles sich auflöst?
Auch nicht! Es ist weder die Geschwindigkeit, noch die Menge des Gelösten, sondern eher ein Maß für die Bereitschaft, sich zu lösen / Elektronen abzugeben.

Zitat:
Zitat von liederwieorkane
Wenn ich dich, baltic, richtig verstanden habe, ändern sich die chemischen Potentiale während dem Betrieb der galvanischen Zelle. Bedeutet das auch, dass die Redoxpotentiale sich verändern?
Ganz genau, das tun sie! Nur in einem hinreichend großen Element, wo man davon ausgehen kann, dass die Konzentrationen über längere Zeit konstant bleiben, bleiben auch die Potentiale gleich.

Zitat:
Zitat von liederwieorkane
Denn mein Verständnis war eigentlich, dass ein Redoxpotential (natürlich abhängig von der konzentration der Ionen im Elektrolyt) konstant ist.
Naja, falsch ist das nicht. Du schreibst ja eigentlich nichts anderes als "solange sich nichts verändert, bleibt alles gleich"... Sobald die Reaktionen ablaufen, ändern sich die Konzentrationen und damit ändert sich auch das Potential der Zelle.

Zitat:
Zitat von liederwieorkane
Wenn nach deiner Aussage "jeder Stoff ein chemisches Potential bstitzt", bin fast schon geneigt zu glauben, dass chemisches Potential und Redoxpotential hier identisch sind.
Identisch sind sie nicht. Wie ich schon geschrieben hatte, gilt:
{\Delta G = -zF\Delta E}.
Daran siehst du, dass sie nicht gleich sind, aber schon eine sehr enge Beziehung haben. {\Delta G=\mu_2-\mu_1}, wobei die µ1 und µ2 die chemischen Potentiale sind.

Zitat:
Zitat von liederwieorkane
Das Entscheidende war meiner Meinung aber, dass die eine gegenüber der anderen stärker (neg.) aufgeladen ist - vgl. Redoxpotentiale - und so eine Potentialdifferenz zwischen den Zellen besteht.
Ich habe eine Befürchtung, was bei dir für ein Missverständnis gesorgt haben könnte: Die einzelnen Redoxpotentiale für die Halbzellen sind womöglich beide negativ. Das heißt aber keinesfalls, dass beide Elektroden negativ geladen wären oder so. Das Redoxpotential ist (und das ist WICHTIG!) KEIN Wert, der irgendeine physikalische Bedeutung hätte! Es ist lediglich ein Vergleichswert! Man hat absolut willkürlich die Wasserstoffelektrode zum Standard erhoben (SHE)und für sie ein Potential von null DEFINIERT!
Dann konnte man die Potentialdifferenzen zu anderen Systemen MESSEN.

Wenn also irgendwo steht: E(Zn/Zn2+)=-0,76V, dann heißt das nur, dass eine Potentialdifferenz von -0,76V gegenüber dem Potential besteht, dass benötigt wird, H2 zu H3O+ zu oxidieren!
Das ist ein prinzipielles Problem bei energieartigen Größen: Man kann keine Werte messen, sondern nur Differenzen! Anders ausgedrückt: Jedes Messen ist Vergleichen mit einem vorher festgelegten Standard!
Und dabei muss der Nullpunkt willkürlich definiert werden.

(Vielleicht habt ihr ja mit Standardbildungsenthalpien gerechnet, da gibt's das auch, dass man Standards festlegt und die "null" nennt.)

Lg, baltic
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