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Alt 02.05.2007, 01:46   #4   Druckbare Version zeigen
liederwieorkane Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 38
AW: Abitur: mündliche Prüfung in Chemie

Zunächst einmal "Danke" für die rasche Antwort.
Wenn ich dich richtig verstanden habe, werden sonst geltende Prinzipien (wie LeChatelier) von Abläufen "größerer, chemischer Kraft" dominiert...

Bin mir noch nicht sicher, ob ich das gleiche unter dem "Gewinn für das System" verstehe. Die Tatsache, dass wir uns über den Effekt galvanischer Zellen "freuen", dürfte den vielen Elektronen, Ionen etc. ja relativ egal sein. Was ist also aus chemischer Sicht der "Gewinn für das System". Denn das führt mich zu einer weiteren Frage: Der Elektronenfluss resultiert ja daraus, dass ein "Spannungsgefälle" (mangelndes Fachvokabular bitte ich zu entschuldigen!) zwischen den Halbzellen besteht.
In meiner naiven Vorstellung gehe ich dann davon aus, dass dieses Ungleichgewicht durch die Elektronenwanderung überwunden werden soll, was ich mit einem "Gewinn für das System" gleichsetzen würde. In dem Moment,wo in der Halbzelle mit dem unedleren Metall die Oxidation (Entstehung von Ionen/Elektronen) fortschreitet, wird der Effekt der vorherigen Elektronenwanderung (Nivellierung der neg. Aufladung der Elektroden) revidiert und somit der ganze Ablauf "ad absurdum" geführt. Lässt sich dieser Sachverhalt auch/immernoch mit der "höherwertigen Kraft der Redoxpotentiale" erklären?

Zu den beiden Formeln: Gehe ich richtig in der Annahme, dass delta G (kann es leider nicht besser darstellen) eine Art Aktivität darstellt? Wenn also die Konzentrationen irgendwann so sind, dass die Reaktion zum Erliegen kommt, bedeutet das doch, dass die häufig(von meinem Lehrer) propagierte Vorstellung, dass die eine Elektrode mehr und mehr "schrumpft", während die andere "wächst", äußerst plakativ ist, oder?

Zu der Ionenbrücke: dient diese fast ausschließlich der Schaffung eines geschlossenen Kreislaufes oder hat der Ionenaustausch selbst auch nennenswerte Bedeutung für meine Gleichgewichts- und Konzentrationsüberlegungen?

Vielleicht kann ja jemand kommentieren, inwieweit nun meine Gesamtvorstellung des Ablaufes zutreffend ist...

1)Die Elektroden tauchen in die jeweiligen Lösungen ein. Art des Metalles (edel/unedel) und die Konzentration der entsprechenden Metallionen im Elektrolyt entscheiden nun über den Grad der neg. Aufladung der Elektroden, wobei das bereits erwähnte Gleichgewicht ein "Kompromiss" aus chemischem und elektrischem Potential darstellt.

Frage: Spielt die Masse der Elektrode eine Rolle für die Entstehung des Gleichgewichts?

2)Das Ungleichgewicht der jeweiligen Aufladung führt zu einem Elektronenfluss von der stärker zur schwächer neg. aufgeladenen Elektrode, wo Ionen aus der Lösung reduziert werden.

Frage: Wieso können die angekommenen Elektronen nicht in der Elektrode bleiben oder gilt hier nun doch wieder LeChatelier?

3)Angenommen, das unedlere Metal wäre Zink:
Zn <-> Zn(2+) + 2e
Da das Gleichgewicht durch den Elektronenfluss gestört wurde, werden Ionen/Elektronen "nachgebildet".
Parallel kann es zu einem Ladungsausgleich über die Ionenbrücke kommen.

Frage(von oben): Hat dieser Ladungsausgleich Konsequenzen für die jeweiligen Konzentrationen?

4)Das Prozedere wiederholt sich.

baltic, wenn ich dich richtig verstehe, sind die Konzentrationen zum Zeitpunkt des Erliegens derart, dass im Zusammenspiel mit den eigentlichen Redoxpotentialen ein Zustand ensteht, bei dem die beiden Elektroden identisch (negativ) aufgeladen sind? Das würde ja im Umkehrschluss bedeuten, dass während dem Betrieb der galvanischen Zelle, die Elektroden ständig von ihrem ursprünglichen Grad der Aufladung abweichen/abrücken und das obwohl z.B. an der Zinkelektrode ständig Elektronen nachgebildet werden?

Sorry für meine vielen, qüalenden Fragen, aber mich ärgert es, wenn Lehrer so Dinge oberflächlich angehen und davor Gelehrtes ignorieren
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