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Alt 01.05.2007, 20:03   #1   Druckbare Version zeigen
liederwieorkane Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 38
Abitur: mündliche Prüfung in Chemie

Hallo.
Wie der Titel bereits verrät, nähert sich der Termin meiner Prüfung und hinter einige Dinge steig ich einfach nicht hinter. Mag sein, dass meine Überlegungen für einen "Grundkurs" nicht relevant sind werden, trotzdem kann ich nicht zum nächsten Thema gehen, ohne die Sache richtig verinnerlicht zu haben.

Thema: Elektrochemie (Galvanische Zellen)...

Bei der Entstehung der Elektrodenpotentiale einer Halbzelle ist ja häufig die Rede von einem Gleichgewicht, das sich an der Doppelschicht/Phasengrenze einstellt.
Beispiel: Zn <-> Zn(2+) + 2e
Wenn nun die Elektronen in die andere Halbzelle wandern, lösen sich ja auch die zugehörigen Zink-Ionen und gehen (endgültig) in Lösung. Doch wie interpretiert man diesen Vorgang nun bezüglich des Gleichgewichts?Würde man eher sagen, dass das Gleichgewicht zu "ungunsten" der rechten Seite gestört wurde, weil ja Zink-Ionen verloren gegangen sind oder bezieht sich das Gleichgewicht auf die ganzen Zelle, wonach dann durch den endgültigen Lösungsvorgang der Zink-Ionen die Gesamtkonzentration der Zink-Ionen angestiegen wäre?

Noch mehr verwundert mich jedoch, dass überall behauptet wird, während dem Betrieb einer galvanischen Zelle würde sich die Zinkelektrode immer mehr auflösen, um neue Elektronen zu "produzieren". Denn gemäß LeChatelier müsste doch das o.g. Gleichgewicht auf jede Störung reagieren, um das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Hier müsste man nun wissen, wie weit das Gleichgewicht zu interpretiern ist (s.oben).
Definitiv ist aber, dass die Zink-Ionen-Konzentration innerhalb der Lösug zunehmend ansteigen müsste, was eigentlich bewirken müsste, dass die Oxidation der Zink-Atome gehemmt würde. Zumindest vermittelt mir das die Nernst-Gleichung, gemäß der ja die negative Aufladung einer Elektrode mit der Zunahme der Ionen-Konzentration sinkt.
Oder ist die Sache mit dem Ladungsausgleich über die Ionenbrücke zu erklären?

Was ich mir dennoch bei bestem Willen nicht erklären kann, sind die gängigen Beschreibungen bezüglich der andere Halbzelle. Angenommen hier handelt es sich um eine Kupfer-Zelle:
Cu <-> Cu (2+) + 2e
In dem Moment, wo Cu(2+) mittels der ankommenden Elektronen zu Cu reduziert wird, wird doch das Gleichgewicht zweifach einseitig gestört. Sprich: Cu(2+) verschwindet und es lagert sich als Folge zudem weiteres Kupfer an der Elektrode an.
LeChatelier sagt mir jetzt, dass das Gleichgewicht mit einer zunehmenden Reaktion nach "rechts" reagieren müsste, um die Störung wieder auszugleichen. So wäre es also eben nicht der Fall, dass ich unter dem Strich Kupfer bilden würde oder sehe ich das so falsch?

Ferner ist mir auch nicht ganz klar, wann und wieso der Betrieb einer galvanischen Zelle zum Erliegen kommt...

Wäre äußerst freundlich, wenn jemand Licht in meine dunklen Chemie-Niederungen bringen könnte, denn entweder greifen die gängigen Erkläungen zu kurz oder aber ich habe hier gewaltige Denkfehler drin.
DANKE
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