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Alt 12.04.2007, 23:32   #3   Druckbare Version zeigen
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AW: Phosphorpentoxid als "lewis-Säure"?

Sicher ist Phosphorpentoxid eine Lewis-Säure, nur eben keine monomere, wie CO2, BF3, SiF4 etc. Es liegt vor als P4O10-Molekül, in dem 4P- und 6O-Atome zu einer adamantanartigen Käfigstruktur verknüpft sind. Jedes P hat darin je 3 verbrückende O und 1 endständiges, unverbrücktes O als nächste Nachbarn. Durch Reaktion mit Wasser werden P-O-P-Brücken gespalten, wobei Polyphosphorsäuren variabler Struktur und Molekülgrösse entstehen. Formal kann der Prozess so beschrieben werden: Zuerst entsteht Metaphosphorsäure, HPO3, die, im Unterschied zu HNO3, als Monomer nicht stabil ist und sofort polymerisiert. P4O10 + 2H2O => 4 HPO3. Die hypothetische HPO3 ist Lewis- und Brönsted-Säure zugleich. Sie kann dissoziieren zu H+ und PO3-. Das PO3--Anion ist isoelektronisch zu SO3, und wie dieses, eine Lewis-Säure, wenn auch eine schwächere, wegen der negativen Ladung. Erst durch Anlagern von Wasser entsteht aus dem PO3--Anion die schwache Brönsted-Säure H2PO4-, das Dihydrogenphosphat-Anion.

Gruss, freechemist
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