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Alt 23.02.2007, 17:18   #6   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
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Blog-Einträge: 41
AW: Schwefel-/Selenmonoxid

Aus dem Holleman-Wiberg:

Man kennt bisher S5O, S6O, S7O, S8O, S9O, S10O S7O2 sowie SO, S2O2, SO3, S3O9, SO4 und Peroxopolyschwefel(VI)-oxide (SO3-4)n. Das früher als S2O3 angesprochene, z.B. aus S8 und SO3 zugängliche "Schwefeloxid" ist tatsächlich ein Gemisch aus Schwefelsulfaten (u.a. S82+(HS3O10)2, S42+S4O13). S2O4 existiert nicht. Auch S2O5 ist bis jetzt unbekannt; ein Oxid dieses Typs läßt sich allerdings bei den höheren Homologen des Schwefels, dem Selen und dem Tellur, gewinnen.

Die Polyschwefeloxide SnO sind in kleinen Ausbeuten bei tiefen Temperaturen durch Oxidation von Schwefel mit Trifluorperoxoessigsäure in Methylenchlorid oder Kohlenstoffdisulfid erhältlich. Ihre Strukturen sind abgeleitet von Sn-Ringen, die ein oder zwei Sauerstoffatome tragen.

Reines, gasförmiges S2O erhält man durch Überleiten von Thionylchloriddampf über Silbersulfidpulver bei 160°C. Es ist, wie das Ozonmolekül, gewinkelt. Es polymerisiert rasch zu Polyschwefeloxiden (SnO)x (2<x<sehr groß).

Schwefelmonoxid und Dischwefeldioxid entstehen neben S2, wenn man strömendes SO2 bei niedrigen Drücken Mikrowellenentladungen aussetzt. SO entsteht auch bei der Verbrenung von Schwefel in reinem Sauerstoff unter vermindertem Druck. SO ist paramagnetisch (vgl. Sauerstoff). Es ist in verdünnter Gasphase nur weniger als eine Sekunde haltbar und disproportioniert zu SO2 und Schwefel.

Vom Selen sind solche Verbindungen offensichtlich nicht beschrieben. Da ist wohl die Tendenz zur Disproportionierung noch stärker ausgeprägt. Außerdem spricht auch die abnehmende Stabilität der niedrigen Oxidationsstufen mit der Kernladungszahl für eine noch geringere Stabilität hypothetischer niedervalenter Selenoxide nach dem Muster des Schwefels.
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