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Alt 16.01.2007, 00:36   #4   Druckbare Version zeigen
Noctum Männlich
Mitglied
Beiträge: 930
AW: Dipol bzw. Was ist ein Dipol

Hallo Epex,

Zitat:
Zitat von Epex Beitrag anzeigen
ich drücke nun nach 20 Jahren wieder die Schulbank... und hab jetzt so ein bischen Probleme in der Chemie....
Respekt! Ist nicht allzu einfach nach so langer "Abstinenz" wieder mit geregeltem Lernen anzufangen. Ich drück dir da echt die Daumen.

Zitat:
Leider verstehe ich das Thema Dipole nicht?
Kann mir das hier einer Erklären, ohne viel Fachchinesisch...
Probieren wir's mal
Wenn zwei Atome eine Bindung eingehen, gibt es drei Möglichkeiten. Entweder es kommt zu einer Metallbindung (Legierung), es kommt zu einer Ionenbindung oder zu einer Atombindung. Betrachten wir mal die Atombindung. Verbinden sich zwei Atome des gleichen Elements (z.B. Wasserstoff) miteinander, so teilen sie die Bindungselektronen gleichmäßig unter sich auf.

H-H

Bildlich gesprochen befinden sich die Elektronen genau zwischen den beiden Wasserstoffkernen und jedes Wasserstoffatom benutzt das Elektron des anderen mit. Das ist so eine ausgeglichene Geschichte, weil sich zwei Atome der gleichen Elementsorte die Elektronen teilen. Teilen sich nun aber zwei Verschiedene Atome (z.B. Wasserstoff und Sauerstoff) diese Elektronen, sieht das ganze nicht mehr so ausgeglichen aus, de jede Atomsorte etwas stärker oder schwächer an diesen Elektronen zieht. Sauerstoff zieht z.B. stärker an den Bindungselektronen als dies der Wasserstoff kann. Man sag dann, dass Sauerstoff "elektronegativer" ist als Wasserstoff, da es die Bindungselektronen stärker zu sich rüber zieht.
(Analogie meines ehemaligen Chemielehrers: Stellt euch vor das Sauerstoffatom ist A. Schwarzenegger, das Wasserstoffatom ist Danny Devito und das Elektronenpaar ist ein Tennisball. Wo befindet sich der Tennisball? Mehr bei Schwarzenegger oder mehr bei Devito?)

Die Elektronegativität (EN) ist ein Wert, der sich auch in den meisten Periodensystemes zu jedem Element ablesen lässt. Je höher dieser Wert, desto stärker zieht dieses Element an den Bindungselektronen.

Zurück zum Beispiel: Sauerstoff zieht also das gemeinsame Elektronenpaar stärker zu sich rüber als das Wasserstoffatom. Die beiden Elektronen sind mehr beim Sauerstoff, als beim Wasserstoff. Nun sind aber Elektronen negativ geladen, Atomkerne mit den Protonen besitzen eine positive Ladung. Dadurch, dass die Elektronen nun etwas mehr beim Sauerstoff sind, wird dieser leicht negativ geladen (negative Partialladung) - Wasserstoff ist etwas an Elektronen verarmt und ist folglich leicht positiv geladen (positive Partialladung) ... eine polare Atombindung ist entstanden.

(Zieht ein Atom nun so stark am Elektronenpaar, das die Elektronen ganz zu dem einen Partner übergehen, dann verlässt man das Reich der polaren Atombindungen und kommt zu der Ionenbindung. Ionen sind demnach Atome, denen entweder Elektronen entrissen wurden oder welche Elektronen zuviel haben)

Nun gilbt es viele Stoffe mit polaren Atombindungen, wie z.B. Wasser oder auch Tetrachlorkohlenstoff. Bei manchen Stoffen sind die Partialladungen nach außen hin räumlich so getrennt, das eine Ecke des Moleküls leicht positiv ist und eine andere Ecke leicht negativ .. dann spricht man von einem Dipol. Andere Moleküle wie Tetrachlorkohlenstoff sind z.B. so symmetrisch gebaut, das nach außen nur die partiell Negative Ladung wirkt und nicht die postitive, welche sich im inneren befindet .. eine solche Anordnung ist kein Dipol.

Bei einem Dipol lässt sich die positive immer durch eine Ebene von der negativen Ladung trennen (siehe Bild)

So, ist viel länger geworden als ich gedacht hab' - ich hoffe es hilft wenigstens.

Gruß
Noctum, jeden Tag 'ne gute Tat
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