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Alt 19.12.2006, 00:38   #11   Druckbare Version zeigen
buba Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.460
Zitat:
Zitat von DoktorSowieso Beitrag anzeigen
Ja sorry hab ich verwechselt mit Mercurio und Mercaptat leuchtet mir auch ein , hab net richtig gelesen.
"Mercapt..." setzt sich zusammen aus mercurium captans (lat.) - Quecksilber fangend.

Zitat:
Naja bei den Phosphorsäure bzw. Phosphonsäurestern funktioniert die Hyoscyamin bzw. Atropingabe net bei allen Nerven-Kampfstoffen, Bsp. Soman.
Atropin ist immer wirksam gegen die muskarinischen Wirkungen der "inneren Acetylcholinvergiftung" aufgrund gehemmter AChE (es gibt auch nikotinische Wirkungen, die man nicht antagonisieren kann). Oxime können das phosphorylierte Enzym nicht mehr reaktivieren, wenn es gealtert ist (Alterung: Hydrolyse einer P-gebundenen Alkoxygruppe zu OH). Soman-phosphorylierte AChE altert sehr schnell (t1/2 = 6 min), eine Oxim-Therapie ist nur unmittelbar nach der Vergiftung erfolgsversprechend. Die generelle Therapie einer Organophosphat-Vergiftung beinhaltet (dennoch) u. a. die tagelange Infusion hoher Atropin-Mengen, bis der Körper ausreichend AChE neu hergestellt hat.

Zitat:
Zitat von kaliumcyanid Beitrag anzeigen
Wie oben stellt sich wieder die Frage, ob das schlimm ist. Bei Vergiftungen mit Phosphorsäureestern (allgemein: Phosphorylierung der AChE) gibt man Atropin und bekämpft anschließend die Atropinvergiftung. Das kleinere Übel...
Man wird die Atropin-Dosis so einstellen, dass die muskarinischen Wirkungen gerade antagonisiert werden, also keine "Atropin-Vergiftung" eintritt. Diesen Vorgang nennt man tatsächlich Titrieren... macht man z. B. auch mit Naloxon bei einer Opiat-Vergiftung. Bei Abhängigen muss man aufpassen, dass man keine Entzugssymptomatik hervorruft.

Geändert von buba (19.12.2006 um 00:44 Uhr)
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