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Alt 16.10.2006, 08:55   #6   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.445
AW: Lösemittel, untere Explosionsgrenze, MAK

Zitat:
Zitat von Martinez Beitrag anzeigen
...Ich möchte mir eine Werkstatt einrichten und mit Lösemittelhaltigen Farben arbeiten....
Soll das gewerblich sein, oder privat?
Bei gewerblichem Betrieb würde ich mich an die zuständige Berufsgenossenschat wenden, die kann hierzu entsprechende Beratung anbieten.

Zitat:
Zitat von Martinez Beitrag anzeigen
...
Vereinfacht gesprochen, will ich wissen wann mir die Bude in die Luft fliegt bzw. ich aus den Latschen kippe. Genau genommen möchte ich verstehen wie ich mir das ausrechnen kann.
Sicherheit wird es im Rechenverfahren nicht geben, dazu sind die Vorgänge dann doch etwas zu komplex und die Angaben zu dürftig.

Zitat:
Zitat von Martinez Beitrag anzeigen
...
cas-nr. 64742-95-6 naphtha leicht 15-25% gehalt gew. MAK 50 ppm
cas-nr. 64742-49-0 siedegrenzbenzin 140/155 20-25% gehalt gew. MAK 400 ppm

weitere Angaben zu der Farbe:
Siedepunkt: >140°C
Flammpunkt: >27°C
explosionsgrenze: untere 0,8 obere 6,5 Vol.%
Lösemittelgehalt:; 35-45 % (rechnen wir mal mit 40%)

Sonstige Parameter:
Menge der verwendeten Farbe: 100g
Größe des Raumes: 60m³
Lüftung: keine (theoretisch)
Bei den beiden erwähnten Inhaltsstoffen, handelt es sich nicht um Einzelstoffe sondern das sind bereits Zubereitungen, genauer, Fraktionen aus der Erdöldestillation. Dadurch ist eine korrekte Berechnung faktisch unmöglich.
Übrigens, die erwähnten MAK Werte dürften inzwischen nicht mehr gültig sein.

Zitat:
Zitat von Martinez Beitrag anzeigen
...
Versuchsaufbau:
Ich trage die 100g Farbe großflächig auf und lasse sie aushärten (somit das Lösemittel verflüchtigen). Währenddessen lüfte ich nicht. Raumtemperatur 30°C
Warum ist die Raumtemperatur so hoch, warum erfolgt keine Lüftung? Wie wird die Farbe aufgetragen? Mit dem Pinsel oder im Spritzverfahren? Airless? Hier sind also deutlich mehr Details erforderlich.

Zitat:
Zitat von Martinez Beitrag anzeigen
...
...Sollte ich die untere Explosionsgrenze erreicht haben, was reicht als Zündung? Lichtschalter? Zigarette?
Was passiert wenn ich die obere explosionsgrenze erreiche ?
Sobald die untere Explosionsgrenze überschritten wird besteht Brand- und Explosionsgefahr. Da das Lösemittelgemisch wohl nicht homogen in die Raumluft übergehen wird, sollte man im Zweifelsfall immer von einer lokalen Überschreitung ausgehen. Welche Zündenergie erforderlich ist, lässt sich per Ferndiagnose nicht sagen, aber man sollte zumindest offene Flammen und auch Schaltfunken (Lichtschalter) als Zündquellen in Betracht ziehen.
Die Brand- und Explosionsgefahr besteht bis zur oberen Explosionsgrenze. Über der oberen Explosionsgrenze besteht "nur noch" eine latente Brandgefahr, mit angehängter Gefahr, dass sich das brennende Gemisch so weit abmagert, bis es explosionsfähig ist. Hierzu gibt es einen netten Demonstrationsversuch, das Z-Rohr Experiment.

PS: Bei gewerblicher Anwendung ist wohl ein Explosionsschutzdokument nach Betriebssicherheitsverordnung fällig.
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Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
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