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Alt 03.07.2006, 09:57   #4   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.824
AW: Reagenz vs. Analysemittel

Zitat:
Reinstoff und Analysemittel erklären? hier am Beispiel sieht man das diese genau gleich stark sind dann ist es doch egal ob ich A oder B zur Analyse nehem, nicht wahr?
Es kommt nicht auf die "Stärke" (Konzentration gefällt mir irgendwie besser) an, sondern auf das Zeug, was sonst noch so drin ist. Reinstoff kann z.B. Aceton techn. rein sein. Das ist im wesentlichen ein Reinstoff, aber wenn man das zusammen mit der eigentlich zu analysierenden Substanz verwenden würde, hätte man ein echtes Problem, weil man ja auch die Verunreinigungen des Aceton mitmessen würde. pA, also "zur Analyse" ist rein genug, auch für diesen Zweck verwendet zu werden. Um pA zu sein muss die Substanz aufgereinigt werden...teuer.

Es kommt natürlich drauf an, was du machen willst aber für daheim langt "Reinstoff" bzw. technisch rein in der Regel absolut. Hab auch noch nie jemanden gesehen, der für seine Heimwerkerei Aceton suprapur verwendet.

Zur Aufreinigung:
Bei Ammoniaklösung ist das problematisch, da ist ein Gas; Ammoniak, NH3 in Wasser gelöst. Wenn man zwecks Verdunstung die Lösung erhitzen würde, würde zuerst der Ammoniak ausgasen (Löslichkeit von Gasen in Wasser sinkt mit steigender Temperatur des Wassers). Unter Normbedingungen funktioniert das nicht. Ob es sich lohnt, ist die andere Frage. Bei Ammoniak ist zwischen 35% und 37% Schluss. Und wenn das jetzt so ne 0815-Flasche ist, und der Anweder entsprechend damit umgeht, sinkt die Konzentration auch mit der Zeit (was sie ja mehr oder weniger sowieso tut).
Wenn du jetzt aber z.B. ein Salz in Wasser gelöst hast, dampfst du die Lösung ein, das Wasser geht weg, und das Salz bleibt zurück. Dann gibt es noch verschiedene Arten der Destillation, und das kann dann je nach Substanz richtig interessant (und kompliziert) werden. Weitere Aufreinigungsmethoden wären z.B. das Umkristallisieren: eine Substanz inkl. ihrer Verunreinigung wird in ein Lösungsmittel gegeben. Die Verunreinigung löst sich im Lösemittel schlecht, und fällt aus. Die aufzureinigende Substanz löst sich. Dann kann man die Lösung abziehen, die ausgefallene Verunreinigung evtl. nochmal Waschen um weitere Ausbeute zu bekommen. Die Lösung mit dem gewünschten Produkt kann man jetzt auf verschiedene Weisen trocknen, in Alkohol geben und den Alkohol verdunsten lassen, man kann aussalzen...

Du siehst also: Man kann vieles machen
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