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Thema: Saurer Regen
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Alt 16.04.2002, 18:56   #4   Druckbare Version zeigen
Penthesilea  
Mitglied
Beiträge: 593
Zusätzlich setzt saurer Regen an den Blättern bzw. Nadeln oder über den Boden an den Wurzeln an, man unterscheidet die Ökosystemare Hypothese, Primärursache der Schädigung sind saure Oxide und Ozonhypothese, Primärursache der Schädigung ist Ozon.
Ozon schädigt die Kutikula der Blätter und Nadeln. Es dringt über die Spaltöffnungen in das Gewebe ein und bildet mit den Zellwandwasser OH- Radikale, die die Thylakoidmembran der Chloroplasten schädigen (Photosynthese wird gestört).
Saure Niederschläge waschen das Zentralatom Mg2+ des Chlorophylls heraus (=leaching). Dadurch vergilben die Nadeln/Blätter, die Assimilationsleistung wird vermindert. D.b., die Wurzeln nehmen weniger Nährstoffe auf und die Mg2+ -Atome können nicht ersetzt werden. Die Wachstumsgeschwindigkeit der Bäume sinkt also.
Ozon verstärkt diese Nährstoffauswaschung zusätzlich, indem es die Doppelbindungen und die SH-Gruppen der Phospholipide der Membran angreift, wodurch deren Permeabilität erhöht wird.
SO2 öffnet die Spaltöffnungen, dadurch steigt die Verdunstungsrate. Dadurch gerät die Pflanze in trockenen Jahren in Wasserstress.
Zuviel NO2 führt zu einer NO3 - -Anreicherung im Blatt. NO3 - wird enzymatisch zu NO2 - und weiter zu NH4 + abgebaut. Die Nitratreduktion läuft schneller ab als die Nitritreduktion, dadurch reichert sich Nitrit an, welches wiederum die Thylakoidmembran angreift.
Schädlinge wie Pilze, Bakterien, Borkenkäfer nutzen diese Schwächung des Baumes aus.
Sämtliche, die Pflanze schädigenden Faktoren stehen in Wechselwirkung zueinander ("vernetztes Krankheitsgeschehen"). Dennoch ist die immissoinsbedingte Schädigung als Hauptursache für das Waldsterben zu sehen.
Zur Zusammensetzung fand ich Folgendes:
SO2 ist bei den meisten deutschen MEssstationen zu 50% am Säuregehalt der Niederschläge beteiligt und stammt meist aus konventionellen Kraftwerken. Des weiteren sind da Stickoxide und Cl- -Ionen beteiligt, lt. meiner kleinen Graphik teilen sich die beiden Stoffe so ungefähr die restlichen 50%. Es kommt auch auf den Messort an, in Schleswig z.B. liegt der Cl- -Anteil bei 40%, der SO4 2- -Anteil bei 40% und der NO3 - -Anteil bei 10%. Im Schwarzwald dagegen liegt der Cl- -Anteil bei 10%, der NO3 - -Anteil bei 20% und der SO4 2- -Anteil bei 70%.
NOx stammt meist aus Kraftfahrzeugen, Cl- aus der Müllverbrennung durch die Verbrennung aus PVC.

Gruß,
P.
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Ich mache Nichts.....und das oberflächlich!

Geändert von Penthesilea (16.04.2002 um 19:17 Uhr)
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