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Thema: Realgar
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Alt 09.06.2006, 09:07   #4   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
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AW: Realgar

Nuja - es sind vor allem ältere Bücher, die solcherlei Kürzungen vornehmen, weil eine alte Anorganiker-Nomenklaturregel besagt, daß Summenformeln so einfach wie möglich zu sein haben, also auch die kleinstmöglichen stöchiometrischen Koeffizienten zu haben haben. Daher findet man in alten Büchern auch immer P2O3 bzw. P2O5 und nie P4O6 bzw. P4O10. Heutzutage geht der Trend immer mehr (und völlig zu recht) in die Richtung, daß eine Summenformel auch ein Maximum an Strukturinformation enthalten sollte. Im Falle des Realgars oder der Phosphoroxide sollte die Summenformel die Zusammensetzung der diskreten Moleküle widerspiegeln. Auch bei Komplexsalzen oder komplexen Anionen wie z.B. in Na4Si4 oder so ist das durchaus sinnvoll.

Das geht ja dann auch weiter mit der Liebau-Nomenklatur von Silicaten, bei denen aus der Summenformel dann auch etwas über die Dimensionalität und den Aufbau des Silicatgerüsts (und darüber hinaus) ersichtlich wird, oder der Nomenklaut von Boranen und so weiter. Aber die anorganische Nomenkalturregel wirds wohl nie geben - und was mal in alten Büchern stand, wird auch immer wieder abgeschrieben werden...
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Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau
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