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Alt 23.03.2006, 15:42   #2   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
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AW: Cyanhydrin und Diisocyanat

Ein Cyanhydrin ist eine organische Verbindung, die aus der Anlagerung eines HCN-Moleküls an ein Keton oder Aldehyd entsteht. Ein Cyanhydrin ist eine Verbindung, in der die spezielle Atomgruppierung R1-C(CN)(OH)-R2 vorkommt. Cyanhydrin selbst ist also kein Stoff an sich, sondern ne funktionelle Gruppe.

Analog dazu gibts den Stoff Diioscyanat nicht. Es gibt das Isocyanat-Anion, das ist das Anion der Isocyansäure HNCO, also NCO-. NEhmen wir dazu ein zweiwertiges Kation, zb. Zn2+, erhalten wir das Salz Zn(NCO)2: Zinkdiisocyanat. Das di - heißt, daß zwei Isocyanate pro Zink dabei sind. Es gibt auch Zinkdicyanat: Zn(OCN)2. Iso- und Cyanat unterscheiden sich dadurch, wer (O oder N) am Metall dranhängt. Wenn man jetzt mal kurz nachdenkt, dann bemerkt man, daß man bei einem in der Lösung rumschwimmenden NCO--Ion nicht sagen kann, ob es ein Cyanat- oder ein Isocyanat-Ion ist: das wird nämlich erst dann klar, wenn das Ion an jemanden andockt. Dockt es mit dem N an, isd das entstehende Salz ein Isocyanat, dockt es mit dem O an, dann eben ein Cyanat.

Auch in der Organik kennt man Isocyanate: bei denen hängt dann eine -NCO-Gruppe kovalent an einem Kohlenstoffatom. Hängen an einem Molekül zwei Isocyanatgruppen, ist das Molekül ein Diisocyanat.

Jetzt gibts dann aber auch noch das Molekül Diisocyan. Das ist O=C=N-N=C=O, also ein Dimer aus zwei Isocyan-Radikalen (die gibts net einzeln).
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Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau

Geändert von Tino71 (23.03.2006 um 15:48 Uhr)
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