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Alt 13.02.2006, 21:46   #6   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: kohlenstoffnachweis im gestein

Man muss bei geochemischem Material unterscheiden zwischen elementarem Kohlenstoff, anorganisch gebundenem Kohlenstoff (Carbide und Carbonate) sowie etwaigen organischen Einschlüssen. Wenn du nicht gerade mit den Extremfällen (etwa Torf oder Erdöl oder nativem Graphit oder Kohle) zu tun hast), kannst du dich auf die Carbonate beschränken.

Die Carbonate werden auch heute noch gerne gravimetrisch bestimmt. Dazu wird in einem Gasentwickler das fein pulverisierte Material mit Säure gekocht, das entstehende Kohlendioxid durch konz. Schwefelsäure zur Trocknung geleitet und anschliessend in einem U-Rohr, welches mit Atemkalk (Natronkalk) und Calciumchlorid (trocken) beschickt ist, gebunden. Der Carbonatgehalt wird durch Differenzwägung des U-Rohres ermittelt. Das Calciumchlorid muss unbedingt mit rein, weil bei der Reaktion von Kohlendioxid mit dem Atemkalk Wasser entsteht. Bei hohen Kohlendioxidgehalten (etwa in Kalkstein oder DOlomit) erwärmt sich der Natronkalk ganz schön, so dass Wasser aus dem U-Rohr verdampft, das führt dann zu Minusfehlern. Calciumchlorid bindet das entstehende Wasser als Kristallwasser. Dazu muss die Calciumchloridfüllung hinter die Kalkfüllung kommen...

Organischer Kohlenstoff oder gar Carbide sind schwieriger zu bestimmen.
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"Old geochemists never die, they merely reach equilibrium." (Antonio C. Lasaga ?)
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