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Alt 13.12.2005, 16:33   #29   Druckbare Version zeigen
belsan Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.635
AW: Frage zum Atombau

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied
K+ I----I - I

ist wohl richtig, wobei es einer Erklärung bedarf, warum nicht

I - I ---- K+ I- zutrifft
Richitg wäre in der Lewisschreibweise I-I--I, die auch hier wieder etwas die Beschränktheit der Kurznotation offenbart, da eher die terminalen I-Atome die Ladung tragen. Insofern wäre es wohl am besten [I-I-I]- zu schreiben.

Eigentlich sollte man solche Fälle erst einmal weg lassen, weil sie ohne MO-Theorie nicht hinreichend zu beschreiben sind (BO 1/2 pro Bindung; Insofern wäre vielleicht [I--I--I]- passender), aber ich vermute der Hintergedanke ist die Iod-Stärkereaktion, bei der die Frage nach der Natur des Triioidions schnell auftaucht. Man könnte hier die Gelegenheit nutzten über eine MO-Beschreibung den Begriff der Mehrzentrenbindungen einzuführen, was vielleicht für die Diskussion der "Oktettaufweitung" recht nützlich wäre.

Man kann abhängig vom Lösungsmittel auch I-I + K+ + I- schreiben, da es sich um ein Gleichgewicht handelt, das im Wasser stark auf der Seite des Triiodidions liegt.

Zitat:
PbI2 : I- Pb2+ I- <==> I - Pb - I
Würde ich so nie fragen, da Blei(II)chlorid als Festoff in einer recht komplizierten Struktur kristallisiert und hier die Angabe einer Valenzstrichformel ebenso sinnlos ist wie bei NaCl (die Frage tauchte hier im Forum auch schon auf). Das Bisschen, wass sich in Wasser löst würde man als Ionen formulieren.

@Gitterenergie, Hydratationsenthalpie
Der Sinn dieser Frage erschließt sich mir nicht.

@Magnesiumchloride
Hier schließe ich mich im Wesentlichen ihren Ausführungen an. Wobei ich die Sache nicht durchgerechnet habe und sicher die ableitbare Aussage qualitativ stimmt (Zur ganzen Not würde ich es auch nachrechnen - ungern). (Ich tröste mich damit, dass der B-H-Kreisprozess, abgesehen möglicherweise, von einer Klausur danach wohl nie wieder im Leben der Schüler auftaucht.)

Zitat:
Nicht ganz Ihrer Meinung. Ich halte die Korpuskelvorstellung für einen unverzichtbaren "Vorstellungsanker", ohne den auch ich nicht auskomme. Bedenken Sie : Wie soll man anders z.B. den Spin vermitteln ?
1.) Es ist ja nun nicht ganz abwegig, etwas abstraktes Denken von Schülern einzufordern. Gerade im Einsteinjahr wird viel von Raumkrümmungen, schwarzen Löchern, Gravitationswellen, der Relativität der Zeit usw. geredet. (Gerade vorgestern konnte man das wieder im Fernsehen bewundern)
2.) Eine vernünftige Beschreibung von Ladung gibt es auch nicht. Sie teilt sich bestenfalls über ihre Wirkung mit. Das scheint kein Problem zu sein, aber offenbar eher aus Mangel an Alternativen.
3.) Masse ist ebenfalls eine Eigenschaft von Materie, die nicht ohne weiteres anschaulich beschreibbar ist. Sie wiesen in einem anderen Thread selber darauf hin, das sie nicht an ein üblicherweise damit assoziiertes Volumen gebunden ist (s. auch schwarze Löcher)
4.) Im Zeitalter, da über Quantencomputer und Quantenphänomene auch in den Massenmedien berichtet wird, halte ich es nicht für allzu verfehlt eine weitere Eigenschaft von Materie einzuführen, die nicht anschaulich beschreibbar ist und ein typisches Phänomen der Quantenwelt darstellt, weil sie sich nicht direkt in der Newton'schen Welt manifestiert, wie es Masse und Ladung tun.
Das Bild vom rotierenden Elektron gibt dem Spin eine Anschaulichkeit, die die Masse gerade noch so und die Ladung schon nicht mehr wirklich hat.
5.) Mit der Verwendung des Teilchenbildes verlangt man entweder von den Schülern, anzunehmen dass das Teilchen im Atom still steht oder man muss die Erklärung schuldig bleiben, warum es keine Energie abstrahlt. Letzteres hat Bohr völlig unwissenschaftlich mit seine Postulaten vom Tisch gewischt ohne ein Erklärung abzugeben (erst de Broglie liefert eine "anschauliche" Begründung). (man könnte es unerwähnt lassen, aber zumeinst wird bei der Beschreibung des Rutherfordschen Modells ja ausdrücklich auf diese Schwäch der klassischen Betrachtung hingewiesen)
6.) Wie ist die Bildung dreidimensionaler Moleküle aus einem zweidimensionalen Atom denkbar ? (das erfordert einiges an Abstraktionsvermögen bzw. Verbiegung der Bahnen) und führt auch bei „2D“-Molekülen zu recht abstrusen Verzerrungen, die auch dem Auge, das schon so manches gesehen hat, einiges an Leidensfähigkeit abverlangen.
http://www.chemieplanet.de/stoffe/kovalent.htm#KIMW


Kurz: Spin nicht zwangsläufig als Eigenrotation eines Teilchens aufzufassen verlangt von Schülern intellektuell nicht mehr ab, als es in anderen Bereichen als selbstverständlich angenommen wird. Ein konsequentes Festhalten am Teilchenbild (bzw. überhaupt erst dessen Einführung) versperrt mehr als es das Verständnis erleichtert.

Das was an Fragen nicht eindeutig zu beantworten ist, spiegelt den Stand der aktuellen Betrachtung wieder und würde zum philosophieren einladen. Etwas was Schüler nicht ungern tun und was in der Wissenschaft ja nun seit Jahrzehnten betrieben wird. Im Idealfall macht sich dann jeder Schüler sein eigenes Bild.
(Wäre im übrigen ein hübsche Klausurfrage mit hoher Transferleistung: Wie stellst du Dir den Spin vor ?
Bewertet würde nicht richitg oder falsch, sondern die Schlüssigkeit oder Originalität der Argumentation)

@Energetik
Ich kann die Konsequenzen eines Verzichts auf die Enthalpie momentan nicht vollständig überschauen und habe nur ein dünnes Heftchen aus dem Jahr 1944 bzgl. Thermodynamik zur Hand, so dass mir eine Beurteilung schwer fällt.
Abgesehen davon sehe ich keine Notwendigkeit den B-H-Kreispozess entsprechend dieser Aufgaben zu behandeln. Der taucht in der Regel unmotoviert auf und verschwindet meist genauso schnell wieder in der Versenkung (ähnlich vielleicht dem Spektrum des Wasserstoffatoms )
__________________
Gruß belsan

Fachfragen bitte im Forum stellen und nicht per PN.

Geändert von belsan (14.12.2005 um 02:57 Uhr)
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