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Alt 07.12.2005, 19:31   #19   Druckbare Version zeigen
belsan Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.635
AW: Frage zum Atombau

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied
Ich nenne nur einmal die Kinetik und die Energetik. Hier ist es sinnvoll, ich finde sogar "geboten", Änderungen des Aggregatzustands als "chemische Reaktionen mit besonders einfacher Stöchiometrie" zu betrachten.Ich denke auch hier insofern ganzheitlich, als für mich die Unterscheidung "typisch chemisch" oder nicht das übergreifende Verständnis nicht verstellen darf.
Ich halte das Kriterium „der chemischen Reaktionen mit besonders einfacher Stöchiometrie“ für etwas problematisch.
Zwar kann das Verdampfen von Wasser über eine Reaktionsgleichung dargestellt werden.

H2O (l) --> H2O (g)
Also allgemein
A --> B
Es gibt jedoch auch „echte“ chemische Reaktionen mit besonders einfacher Stöchiometrie,
Butadien --> Cyclobuten

Letztere ist in jeder Stoffmenge, von einem einzelnen Molekül bis hin zu molaren Größenordnungen, und in jeder (realistischen) Konzentration als „echte“ Reaktion zu bezeichnen, während man bei einzelnen Wassermolekülen noch nicht einmal davon reden kann, dass sie flüssig oder gasförmig seien. Über die Änderungen der spezifischen Eigenschaften müssen wir nicht reden. Insofern sehe ich hier deutliche Unterschiede, auch wenn sich für beide Vorgänge Parallelen in der Energetik oder Kinetik finden lassen. Man könnte hier auch umgekehrt fragen ob nicht „zufällig“ mathematische Modelle auf unterschiedliche Phänomene passen und eine Gemeinsamkeit vorspiegeln, die so gar nicht gegeben ist ?
Denn so schön die mathematische Betrachtung ist, sie bedarf auch immer der Interpretation.

Zitat:
Für mich ist die Kategorisierung der verschiedenen Bindungsarten in erster Linie das Ergebnis der bis heute nicht befriedigend gelösten mathematischen Behandlung.
Dem kann ich in sofern nicht zustimmen, als dass es diese Bindungsarten mit phänomenologisch charakteristischen Unterschieden gibt und gab (Metalle, Nichtmetalle, Salze), unabhängig von der Vollständigkeit oder Unvollständigkeit der mathematischen Beschreibung. Eine andere Frage ist wie man das „Kind“ nennt und wie stark man die Betonung auf die Extreme legt, was man auch an ihrem nachfolgenden Zitat ablesen kann.

Zitat:
Dies hat der Ionenbindung die Eigenschaft "elektrostatisch" eingebracht, wogegen nichts einzu wenden wäre, wenn daraus nicht eine gegenteilige Vermutung begründet würde in Bezug auf die
Atombindung:"Die Atombindung ist im Gegensatz zur Ionenbindung nicht elektrostatischer Natur". So etwa steht es sogar im RÖMPP.
„So etwa“ ist hier das Schlüsselwort.
In meinem Römpp steht:
Zitat:
Zitat von Römpp
Die c.B., vor allem die kovalente u. die metallische, ist ein quantenmechanisch es Phänomen. […] bei der ionischen Bindung wird häufig ein einfaches elektrostatisches Modell verwendet.
Will damit sagen, dass ich, nicht zu letzt was den schulischen Bereich betrifft, es für ein weit größeres Problem halte, dass Sätze, wie die aus dem Römpp inhaltlich verkürzt werden. In etwa wie:
„Die kovalente Bindung und die metallische Bindung ist ein quantenmechanisches Phänomen (*grusel*). Die Ionenbindung folgt einem einfachen elektrostatischen Modell (*logo*).“
Es fällt nicht schwer zu raten was in der Schule als erstes und in aller Ausführlichkeit besprochen und berechnet wird. Womit eine Korrektheit der Beschreibung vorspiegelt wird, die das "häufig verwendete einfache elektrostatische Modell" gar nicht für sich in Anspruch nimmt.

Für mich bleibt bis hier erst einmal die Frage, wie gut lässt sich die Ionenbindung als Grenzfall der kovalenten Bindung quantenmechanisch beschreiben. Da ich ihnen hier zustimme.
Zitat:
Dass die Atombindung elektromagnetischer Natur ist kann als unstreitig gelten.
Desweiteren. Welche Gemeinsamkeiten von "physikalischen" und "chemischen" Bindungen wiegen die bisher genannten Unterschiede auf ?
__________________
Gruß belsan

Fachfragen bitte im Forum stellen und nicht per PN.

Geändert von belsan (07.12.2005 um 23:57 Uhr)
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