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Alt 03.12.2005, 13:05   #4   Druckbare Version zeigen
zarathustra Männlich
Moderator
Beiträge: 11.536
AW: Grundpraktikum

Zitat:
Zitat von DeFianT
Exp. Ac und Vrlsg zum Grundpraktikum überschneiden sich inhaltlich. Bio ist herunterscrollen von 1000 pp-Folien.
Das ist doch ein Vorteil, wenn sich zwei Vorlesungen inhaltlich überschneiden, dann bekommst Du den Stoff mehrfach präsentiert und kannst ihn Dir leichter merken... Dass in Biochemie gerne PP-Präsentationen gemacht werden, ist auch normal, ansonsten haste halt 'n Dozenten, der einmal zur Begrüßung zu den Studierenden schaut, sich dann an die Tafel wendet und die ganze Zeit Formeln aufschreibt, hab ich auch schon erlebt.... Da muss man sich dann halt mal 'n Biochemie-Lehrbuch schnappen und den Kram nacharbeiten.

Zitat:
Zitat von DeFianT
Die Höhe ist immer noch das Grundpraktikum. Keine theoretische Erläuterung der Versuche - und wir machen quantitative Analysen vor den qualitativen.
Dass die "Quantis" von den "Qualis" gemacht werden, war bei uns auch so und ist auf jeden Fall besser! Du lernst bei den "Quantis" zwangsläufig genaues Arbeiten, hast aber recht einfache Versuche. Man kann halt besser mal 'ne Titration durchführen, als 'nen Trennungsgang zu kochen... Klar muss man sich auch selbst in die Theorie der jeweiligen Versuche einarbeiten, aber wenn Du weißt, dass Du meinetwegen am nächsten Tag eine manganometrische Titration machen sollst, kannste Dich ja auch im Lehrbuch informieren, was da abläuft...

Zitat:
Zitat von DeFianT
Müssen bei der Volumetrie z.T. Genauigkeiten erreichen, die methodisch nicht möglich sind und werden dann auch noch benotet. Dann bekommen wir abgelaufene Puffertabletten, KOH das angeblich einen Titer von 1,00 hat, aber in Wirklichkeit eher 0,97 - uns aber keine Zeit für Blindproben gegeben wird; wir bekommen abgestandene NaOH, die wir titrieren sollen, im Skript wird ein Farbumschlag als orange nach violett tituliert, obwohl es Eindeutig von rosa nach violett umschlägt...
Kann ich nicht wirklich beurteilen, aber dass man mal abgelaufene Puffertabletten verwendet (so viel kann darin ja auch nicht schlecht werden), ist wohl kein Problem. Die Lösungen zum Titrieren sind auch schnell mal versaut, wenn jemand mal vergisst, die Lösung ordentlich zu schütteln, bevor er sich was abnimmt.

Zitat:
Zitat von DeFianT
Die Assistenten sind teilweise echt ahnungslos - vllt menschlich super nett - haben aber keine Ahnung von den kleinen Handgriffen, von genauen Reaktionsmechanismen etc.
Wie ricinus schon gesagt hat sind das in der Chemie meist Doktoranden, die dazu verpflichtet werden, Praktikanten zu betreuen.
Stell' Dir vor, Du arbeitest an irgendwelchen metallorganischen Verbindungen und ständig kommen irgendwelche Erstsemstler an, fragen Dich irgendwas, was Du selbst seit Deinem ersten Semester nicht mehr gemacht hast und erwarten, dass Du sofort herkommst, immer tolle Tipps parat hast und sowieso alles weißt...

Was ich Dir raten würde:
Mach Dir klar, dass Du nicht alles vorgesetzt bekommst und selbst Engagement zeigen musst, um in einem Studium wirklich ordentlich was zu lernen. Wenn Dir meinetwegen eine Biochemie-Vorlesung nicht gefällt, weil sie (in Deinen Augen) nicht gut gemacht ist, dann geh' da einfach nicht hin! Das hab ich auch bei etlichen Vorlesungen gemacht, bedeutet aber auch, dass Du Dir selbst den Stoff der Vorlesung anlesen musst!
Wenn Dich der quantitative Teil des Praktikums jetzt schon nervt, dann wirst Du wohl echte Probleme bei quantitativen Teil haben, wird nämlich nicht besser. Ich bin eh der Überzeugung, dass diese Praktika auch ein bisschen zum "Sieben" gedacht sind, es stellt sich schnell heraus, wer wirklich im Labor zurecht kommt und wer lieber was anderes studieren sollte...

Gruß,
Zarathustra


EDIT:
Zitat:
Zitat von C. Iulius Caesar
Zum Schluß noch mal auf Deine Frage zum Aufarbeiten der Stoffes bei der analytischen Chemie. Da habe ich folgende These: Du wirst dieses Stoff ausschließlich für die Klausur benötigen (bei uns ist das übrigens höchstens in der Zusatzaufgabe), wozu gibt es denn heutzutage zum Beispiel Massenspektrometer.
Da liegst Du falsch! Klar, einen Trennungsgang wirst Du vermutlich nie wieder kochen müssen, aber gerade Titrationen und Gravimetrie sind immernoch wichtig. Instrumentelle Analytik lohnt sich ja eigentlich nur dann, wenn Du niedrige Konzentrationen und / oder sehr viele Proben hast...
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!

Geändert von zarathustra (03.12.2005 um 13:15 Uhr)
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