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Alt 21.11.2005, 21:38   #11   Druckbare Version zeigen
ricinus Männlich
Moderator
Beiträge: 23.863
AW: Sinn und Unsinn des Salzbegriffs

Vorweg : ich hab nichts wirklich Bedeutsames zu der Frage (sofern es denn eine ist) zu sagen, nur dass jede Klassifizierung, die man vorschlägt immer auch eine gewisse Willkür mit sich bringt - der Salzbegriff ist historisches Gut der Chemie, und auf elementarem Niveau für die Schüler auch nützlich.

Es gibt hinreichend einfache Stoffe, die die Schüler imho kennen und richtig einreihen können müssen, und bei denen wir uns nie streiten würden, ob es nun Salze sind oder nicht : Kaliumsulfat, Calciumchlorid, was die Schüler halt so antreffen. Wie oft wohl WCl6 im Unterricht erwähnt wird ? Und welche Eigenschaften diese Substanz wohl haben mag, die eine eingehendere Beschäftigung damit rechtfertigen würde Nichts, was nicht auch am Beispiel des Wassers, des flüssigen SO2 oder NH3 erklärt werden könnte...immerhin Stoffe, die die Schüler einigermassen kennen. Das man im Zuge des wissenschaftlichen Fortschrittes irgendwann feststellt, dass die alten Kategorien nicht mehr alles leisten, was man von ihnen auf anspruchsvollerem Niveau erwartet, ist allen Naturwissenschaften gemein : die Biologen wissen doch auch nicht, ob sie etwa Viren zu den Lebewesen zählen sollen oder nicht. Die Frage ist für einen richtigen Biologen auch gar nicht wichtig. Ebensowenig wie die Frage, ob man Wasser nicht auch irgendwie als Salz bezeichnen könne, für den Chemiker interessant ist. Die Frage kann man so oder so beantworten; wirklich neues Wissen erschliesst sich doch nicht aus solch sterilen Nomenklaturfragen.

In der Chemie sollte man über Sachverhalte streiten, nicht über Begriffe.

lg
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