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Thema: Amphotere
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Alt 06.11.2005, 13:47   #3   Druckbare Version zeigen
Kryolith Männlich
Mitglied
Beiträge: 531
AW: Amphotere

Zitat:
Zitat von ehemaliges Mitglied
Auch hier ist dies recht besehen nur eine Frage des Standpunkts. Die Tatsache, dass man diese wie ähnliche Fragen je nach Sicht beantworten kann, zeigt für mich, dass die in der Chemie übliche und bisweilen exzessartig zum Selbstzweck ausufernde Zuordnungsakrobatik ein systematisches Naturverständnis eher behindert als befördert.

Richtig verstanden hat das Wassermolekül nicht nur Donator- sondern auch Akzeptorfunktion, wenn ich mich einmal dieser Kategorisierung zu beteiligen versuche. So jedenfalls bei der Wasserstoffbrückenbindung.
Wasser kann mit einem freien Elektronenpaar am Sauerstoff nunmal als Elektronenpaardonator = Lewis-Base fungieren.

Bei einer H-Brücke fungiert der Sauerstoff jedoch nicht als Elektronenpaarakzeptor.

==> Wasser ist eine Lewis-Base

Worin besteht das Problem dieser Zuordnung?

Zugegeben gibt es in der Chemie manchmal Begriffsungenauigkeiten, z.B. ist das HSAB-Konzept eigentlich auch nicht mehr als ein Satz "Bauernregeln", das keine wirklich quantitativen Aussagen ermöglicht.

Man könnte die Protonierung eines Alkens auch als nucleophile Addition auffassen, ich schätze mal das ist Definitionssache.

Genauso ist es mit der Aromatizität, die auch nicht so eindeutig festgesetzt ist, wie man es im Grundstudium noch dachte. Siehe [18]-Annulen ( http://www.chemieonline.de/forum/showthread.php?t=51381 )

In der Wissenschaft ist es oft so, dass etwas anderes herauskommt, als man mit den bisherigen Modellen erklären kann. Man muss eben dann versuchen ein besseres Modell zu finden (das vermutlich wiederum nicht die absolute Wahrrheit widerspiegelt).

Säure/Base- oder Redox-Reaktionen lassen sich doch so viel leichter verstehen, als irgendwelche quantenchemischen Rechnungen zu betrachten, die eher nur Computer lösen könnnen. Die genaue "Natur der Stoffe" wirst du so oder so nicht 100%ig erfassen können.

Ich finde es sinnvoll, dass man solche Unterteilungen macht (auch wenn sie manchmal nicht eindeutig sind). Sie erleichtern oft die Kommunikation und das "Verständnis", auch wenn sie dann nach einiger Zeit vielleicht überholt sind: Wer würde z.B. heute noch die Chemie in zwei Säulen "Organik" & "Anorganik" aufteilen?

Gruß
Kryolith
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