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Alt 02.02.2002, 17:06   #3   Druckbare Version zeigen
Adam Männlich
Moderator
Beiträge: 8.039
1.
[Arsentrioxid, Weißarsenik, As(III)-oxid]. As2O3, MG. 197,82. Wichtigste, sehr giftige Arsen-Verb., tritt in mehreren Modifikationen auf. Das A. des Handels besteht aus weißen, porzellanartigen Stücken od. aus weißem Pulver, D. 3,7?3,87; es ist leichtlösl. in Salzsäure u. Alkalien; in 15 Tl. siedendem Wasser löst es sich langsam auf. Sublimiert beim Erhitzen. A.-Dampf ist farb- u. geruchlos, er besteht zunächst aus As4O6-Mol., die bei höheren Temp. in As2O3-Mol. zerfallen. In der Natur kommt A. als monokliner Claudetit (vermutlich bei Grubenbränden entstanden) u. in Form von kub. Arsenblüte (Arsenolith) als weißer od. gelblicher, mehlartiger Überzug auf verwitternden As-Erzen vor.

Verw.: A. ist das wichtigste Ausgangsprod. für alle übrigen As-Verb. u. As-Metall. Es wird für Katalysatoren, bestimmte Spezialgläser u. Vernickelungsbäder gebraucht. Obwohl A. in größeren Mengen ein heftiges Gift ist, wurde es in kleinen Dosen früher häufig als Roborans angewendet, vgl. Arsen-Präparate. Ferner wurde A. zur Konservierung von Vogelbälgen u. zur Herst. von Schädlingsbekämpfungsmitteln, auch für Rodentizide, gebraucht, doch ist dieser Verbrauch seit dem Verbot der Anw. As-haltiger Pflanzenschutzmittel in vielen Ländern stark zurückgegangen.

2.
Nitrobenzol
C6H5NO2, MG. 123,11, zur Ladungsverteilung (Resonanzstrukturen) s. die Abb. bei Nitro-Verbindungen. Farblose bis blaßgelbe, giftige, brennfähige, stark lichtbrechende Flüssigkeit, Geruch bittermandelölartig, die wäss. Lsg. schmeckt süß, D. 1,19867, Schmp. 5?6°, Sdp. 210,85°, FP. 88°c.c., molale kryoskop. Konstante 8,1; in Wasser nur spurenweise lösl., mit Alkohol, Ether u. Benzol mischbar. N. kann durch die Haut, Atmungs- u. Verdauungsorgane in den Körper gelangen u. schwere Vergiftungen hervorrufen. Das Blut wird hierbei dunkelbraun u. verliert die Fähigkeit, Sauerstoff aufzunehmen (Methämoglobin-Bldg. ggf. mit Cyanose); außerdem wird das ZNS stark geschädigt, u. es treten Erbrechen, Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Krämpfe u. Bewußtlosigkeit auf; schwere Vergiftungen können schon nach einigen Std. tödlich enden, MAK 1 ppm bzw. 5 mg/m3, WGK 2; Alkohol verstärkt die Wirkung. Zur Therapie von N.-Vergiftungen s. Lit. .

Verw.: Wichtiges, in großem Maßstab hergestelltes Zwischenprod. z.B. für die Herst. von Anilin (weltweit 90-95% der Prod.), Azo-Verb., Benzidin, Chlornitrobenzol, Nitrobenzolsulfonsäure, Fuchsin, Chinolin usw. Über eine schwere Explosion durch Reaktion von N. mit KOH u. Methanol s. Lit. . In geringerem Umfange dient N. auch als Lsgm., chem. Reagenz, Schmierölbestandteil, Zusatz bei Dynamit- u. Bergwerkssprengstoffen usw. Früher wurde N. als sog. Mirbanöl auch zur Parfümierung von Seifen verwendet; die Verw. in kosmet. Mitteln ist heute verboten .

3.
Perchlorsäure
(Überchlorsäure). HClO4, MG. 100,46. Als einzige der Sauerstoffsäuren des Chlors wasserfrei erhältlich; farblose, ölige, hygr., an der Luft rauchende Flüssigkeit, wirkt stark ätzend u. oxidierend, D. 1,81 (0°), Schmp. ?112°, nur unter vermindertem Druck unzersetzt destillierbar, Sdp. 100° (extrapoliert). P. kann sich bei Erwärmen explosionsartig zersetzen; schon bei Raumtemp. erfolgt die Zers. langsam. P. ist mischbar mit Wasser, Essigsäure, Chloroform, Nitromethan, Benzol, Dichlormethan, Dichlorethylen, Acetonitril, reagiert aber ggf. heftig in Ggw. vieler org. Substanzen wie z.B. Methylenchlorid (Lit. ) u. entzündet z.B. Papier u. Holz, s. die Berichte in Lit. . Bei der Reaktion von P. mit Metallen kann dabei gebildeter Wasserstoff mit P. explodieren. Mit Wasser bildet P. mehrere krist. Hydrate; das Monohydrat, Schmp. 50°, ist ein Oxonium-Salz, [H3O+] [ClO4?] (Oxoniumperchlorat). In wäss. Lsg. ist P. eine der stärksten Säuren u. selbst in hohen Konz. beständiger als die wasserfreie Verbindung. Mit 72,4 Gew.-% P. bildet sich ein azeotropes Gemisch (Sdp. 203°).

Verw.: Analyt. zur Naßverbrennung bzw. Oxid. org. Substanzen im Gemisch mit Salpeter- od. Schwefelsäure, als Aufschlußmittel für Stähle, Leg., Erze, keram. Erzeugnisse, Mineralien, in der acidimetr. Titration als nicht ionisiertes, wasserfreies Lsgm., in der Spurenanalytik u. als Entwässerungsmittel, zur Herst. von Raketentreibstoffen (Ammoniumperchlorat), als Katalysator für Veresterungen, als Hilfsmittel zum Galvanisieren u. Elektropolieren z.B. von Aluminium.


Quelle: Römpp, Chemie Lexikon

Gruß
Adam



H
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