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Alt 27.07.2005, 22:23   #4   Druckbare Version zeigen
belsan Männlich
Mitglied
Beiträge: 4.635
AW: Frage zu Hyperchem, ChemDraw3D, Spartan etc.

Zitat:
Zitat von Willicher
Ok, das ist klar... aber wo liegt dann der Vorteil des Computers? Wenn ich alle Bindungslängen usw zeichne, kann ich das auch gleich auf einem Blatt Papier...
Bei organischen Molekülen kriegt man da ja in nullkommanix ein Energieminimum berechnet. Dann sind alle gleichen Bindungen gleich lang etc.
Man kriegt irgendein Energieminimum. Ob das das globale ist hängt nicht zuletzt von der vom Menschen gewählten Startgeometrie ab. Auch die Beurteilung der Struktur hinsichtlich vernünftiger Werte muss vom Menschen vorgenommen werden.
Für kleine organische Moleküle ist das meist kein Problem, weil es da nicht so viele Möglichkeiten gibt und die Methoden (MM, Semiempiric) mittlerweile gut parametrisiert sind.
Das mag den Eindruck vermitteln, dass alles ganz easy ist. Ist es aber eigentlich nicht.
Speziell für anorganische Moleküle und Koordinationsverbindungen, gehört schon eine gehörige Portion know how über die Programmme und Methoden dazu um vernünftige Ergebnisse zu erhalten.
Der Computer ist da ähnlich wie eine elektrische Bohrmaschine nur ein Werkzeug. Wo, wie tief und mit welchem Bohrer gebohrt werden soll und ob der Haken dann auch fest genug hängt kann die Bohrmaschine nicht entscheiden. Dafür ist das Loch aber auch schöner als wenn man es mit einem Beitel ausgekratzt hätte (meistens).
Zitat:
Wäre halt schön gewesen, wenn man das bei meinem Problem auch hätte anwenden können. Ich stelle einen dreizähnigen Liganden her und hätte gern gesehen, wie der Biß ausschaut...
Das Carben kann man mit Hyperchem ganz gut berechnen.
Kohlenstoff mit zwei Wasserstoffatomen zeichnen und dann mit Semiempiric oder ab initio geometrieoptimieren. Fürs singlett-Carben als RHF mit Spinmultiplizität 1, fürs triplett Carben UHF und Multiplizität 3. Man sieht ganz schön den Unterschied in Struktur und Orbitalbesetzung.
Ferrocen geht im Prinzip auch, nur würde ich für ein qaulitatives Bild erst mal mit MM anfangen (hier keine Doppelbindungen einzeichnen).
Das Hauptprobelm hier ist die Startgeometrie. Die muss man schon mal sehr ähnlich dem erwarteten Ergebnis zeichnen, sonst gehts schief (so ist das halt).
Damit kann man dann ein hübsches Bildchen machen. Auf die Bindungslängen würde ich aber keinen Pfifferling geben. Da muss man zumindest mit Semiempiric besser ab initio ran. Aber auch dann muss man erst mal mit Literaturwerten vergleichen, wie gut die werte sind und ggf. die Methode anpassen.
__________________
Gruß belsan

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Geändert von belsan (27.07.2005 um 22:29 Uhr)
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