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Alt 15.07.2005, 12:25   #4   Druckbare Version zeigen
kaliumcyanid Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.822
AW: Der technische Kreislauf des Kalkes

Zitat:
2. Kalk-Kreislauf in der Bauindustrie

Wenn von "Kalk" die Rede ist, kann Kalkstein, gebrannter Kalk oder gelöschter Kalk gemeint sein.
Aus hartem Kalkstein, dessen Hauptbestandteil Calciumcarbonat (CaCO3) ist, wird eine butterweiche Paste, wenn man ihn zunächst "brennt" und dann "löscht". Beim Brennen bildet sich Branntkalk (Calciumoxid, CaO) und beim anschließenden Löschen Löschkalk (Calciumhydroxid, Ca(OH)2). Löschkalk und Sand werden zu Kalkmörtel vermischt, mit dem man Ziegelsteine vermauert. Beim Abbinden reagiert das Calciumhydroxid mit Kohlenstoffdioxid aus der Luft und bildet erneut Calciumcarbonat. Kalkmörtel ist daher ein sogenannter Luftmörtel. Wegen des geringen Gehalts von Kohlenstoffdioxid in der Luft ist zum Erhärten des Mörtels viel Zeit erforderlich. Weil beim Erhärten Wasser frei wird, "schwitzen" die Wände in Neubauten längere Zeit. Unter Luftabschluss kann der Kalk- oder Luftmörtel nicht härten.
Beim Brennen, Löschen und Abbinden laufen einfache chemische Reaktionen ab, die aneinandergefügt einen Stoffkreislauf ergeben. Calciumcarbonat gelangt dabei aus dem natürlichen Kalkstein in die Mauern unserer Häuser. Der technisch aufwendigste Schritt in diesem Kreislauf ist das Kalkbrennen. Es wird industriell in beheizten Drehöfen bei ca. 1000°C durchgeführt. Der gebrannte Kalk wird gemahlen und entweder im Kalkwerk oder an der Baustelle mit Wasser gelöscht. Der Löschkalk fällt als dicker, weißer Teig an. Da dieser Kreislauf des Calciumcarbonats durch menschliche Tätigkeiten zustande kommt, spricht man vom technischen Kalk-Kreislauf.
Quelle
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