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Alt 15.06.2005, 10:12   #2   Druckbare Version zeigen
Tino71 Männlich
Moderator
Beiträge: 6.935
Blog-Einträge: 41
AW: Hohe Stromstärke bei Elektrolyse

Spannungsreihe der Metalle: die Reaktion Al ---> Al3+ + 3 e- braucht nicht so wahnsinnig viel Volt. Die Normalspannung beträgt -2.34V (einmolare Lösung und so), dazu noch n Aufschlag für Innenwiderstand der Zelle und Überspannung an der C-Elektrode ---> 4V reichen also für die Reduktion von Al-Kationen zu Alu-Metall aus. Höhere Spannung bringt überhaupt nix.
Je höher die Stromstärke (= je mehr Elektronen fließen) desto höher ist die Stoffmenge des hergestellten Aluminiums. Wenn Du in einer Stunde eine Tonne herstellen willst, mußt Du auch ne Menge Elektronen reinstecken... Pro Mol Al brauchst Du nämlich auch drei Mol Elektronen (=3 Coulomb). Du mußt Dir das so vorstellen, daß man, wenn man plant, einen aluminiumherstellenden Betrieb zu bauen, als allererstes ein ziemlich beeindruckendes Kraftwerk bauen muß, das ausschließlich dazu da ist, den Strom für die Aluhütte herzustellen. Sonst geht in der benachbarten Kleinstadt nämlich das Licht aus.

Die Graphitelektroden brennen langsam ab bei den hohen Temperaturen, bei denen die Elektrolyse läuft und der Anodenreaktion (Bruttogleichung: 3 C + 2 Al2O3 ---> 4 Al + 3 CO2). Der Graphit verbraucht sich ganz einfach. Der Abstand muß immer gleich sein, damit die Stromdichte, der Innenwiderstand der Elöektrolysezelle und so immer gleich bleiben. Sonst würde ständig die Stromstärke und die Spannung schwanken. Das würde das Kraftwerk, das neben der Aluhütte steht, nicht verkraften.
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Vor dem Gesetz sind alle Katzen grau
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