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Alt 20.01.2002, 13:27   #2   Druckbare Version zeigen
badcip Männlich
Uni-Scout
Beiträge: 938
Folgendes konnte ich in Erfahrung bringen:


Polyethylen wird nach zwei verschiedenen Verfahren hergestellt. Im Hochdruckverfahren, das in den dreißiger Jahren entdeckt worden ist, wird bei einem Druck von 150 bis 300Megapascal (1500 bis 3000bar) und Temperaturen von 150 bis 320°C gearbeitet. Die Polymerisation des Ethylens wird durch chemisch reaktive Stoffe (siehe Radikale) gestartet und verläuft in einer Radikalkettenreaktion. Das gebildete Polyethylen fällt dabei als geschmolzene Masse an, die direkt nach der Synthese weiterverarbeitet werden kann. Das im Hochdruckverfahren hergestellte PE besteht aus verzweigten, sperrigen Ketten und weist deswegen eine relativ niedrige Dichte von 0,92 bis 0,94Gramm pro Kubikzentimeter auf. Man nennt es daher auch LDPE oder PE-LD (LD, englische Abkürzung für low density: niedrige Dichte).

Im Niederdruckverfahren wird nur bei bis zu 6Megapascal (60bar) und 60 bis 240°C gearbeitet. Die Polymerisation wird hier mit Hilfe von Katalysatoren, die häufig Titan oder Magnesium enthalten, erreicht. Bei diesem Verfahren fällt das gebildete PE als unlösliches Pulver an, das für weitere Anwendungen zu Granulat verarbeitet wird. Es enthält einen großen Anteil linearer, unverzweigter Ketten und bildet dadurch sehr regelmäßige Strukturen aus. Man spricht auch von einem hohen Kristallinitätsgrad. Entsprechend seiner hoch geordneten Struktur hat es weniger Hohlräume und somit eine höhere Dichte von 0,94 bis 0,97Gramm pro Kubikzentimeter . Man bezeichnet es auch als HDPE oder PE-HD (HD, englische Abkürzung für high density: hohe Dichte). Für die Entwicklung des Verfahrens zur Niederdruckpolymerisation mit Titanverbindungen als Katalysatoren erhielten Karl Ziegler und Giulio Natta 1963 den Nobelpreis für Chemie.


Eigenschaften und Verwendung

Polyethylen ist gegenüber Wasser, Säuren und Basen sowie den gängigen chemischen Lösungsmitteln unempfindlich. Es ist ein Thermoplast, d. h., Polyethylen wird bei höheren Temperaturen (etwa 130 °C) weich und lässt sich so gut in Spritz- und Gießverfahren verarbeiten. Die mechanischen Eigenschaften wie Härte bei Raumtemperatur, Zähigkeit, aber auch Transparenz und Schmelzbereich sind stark von der Kettenlänge und dem Verzweigungsgrad des PE abhängig. Da diese Parameter durch die Art der Herstellung beeinflusst werden können, ist es vielfach möglich, PE mit „maßgeschneiderten" Eigenschaften herzustellen.


Polyethylen ist ein besonders weit verbreiteter Werkstoff. Das weltweite Marktvolumen für PE beträgt etwa 20 Millionen Tonnen pro Jahr, wobei rund zehn Prozent der Herstellungskapazitäten in Deutschland zu finden sind. Da es leicht und stabil ist, wird PE für viele Haushaltsgegenstände verwendet. Fast alle gängigen Folien und Einkaufstüten sind aus PE. Auch Trinkwasserrohre oder Kabelisolierungen werden aus PE gefertigt. Es gilt als gesundheitlich unbedenklich und lässt sich rückstandslos verbrennen. Allerdings ist es gegenüber Umwelteinflüssen weitgehend resistent und wird auf Deponien nur sehr langsam abgebaut. Die Wiederverwertung (Recycling) von sortenreinem PE ist möglich.


Und hier ein Kommentar zu Klebstoffen:

Vorteile der Kunststoffe als Werkstoffe sind u. a. ihre geringe Dichte, ihre Haltbarkeit und ihre guten Eigenschaften als elektrische Isolatoren und Wärmeisolatoren
Die Eigenschaften der Kunststoffe hängen von der Verknüpfung ihrer Makromoleküle untereinander ab: Sie können beispielsweise linear, verzweigt oder zwei- bzw. dreidimensional vernetzt sein. Lineare und verzweigte Makromoleküle bilden u. a. Thermoplaste, die bei Erwärmung weich und verformbar werden, während z. B. die aus vernetzten Makromolekülen aufgebauten Elastomere und Duroplaste bei Erwärmung nicht erweichen und nicht schmelzen.


Ich glaube, dass dies helfen müsste.
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MfG badcip

Der Ungebildete sieht überall nur Einzelnes, der Halbgebildete die Regel und der Gebildete die Ausnahme. (Franz Grillparzer)
Support für das Individuum: Heute schon geduscht?

Geändert von badcip (20.01.2002 um 13:37 Uhr)
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