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Alt 12.05.2005, 21:40   #333   Druckbare Version zeigen
Kriegerdaemon  
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Beiträge: 781
AW: Kleines Rätsel: Elementeraten

Ich hoffe, es ist nicht zu frech, wenn ich jetzt parallel mal ein Element raten lasse...

Anfang des 19. Jahrhunderts fand man in Schweden neue, reiche Eisenerzlagerstätten. Die Hochöfen schossen buchstäblich aus dem Boden. Merkwürdig war allerdings, dass bei sonst gleichen Bedingungen bestimmte Hochöfen ein erstaunlich gut schmiedbares Eisen lieferten, andere dagegen ein spröderes Metall. Nach vielen erfolglosen Versuchen, den Schmelzprozess an den »schlechten« Hochöfen »einzurenken«, riefen die Metallurgen schließlich Chemiker zu Hilfe, und 1830 gelang es Niels Sefström, aus der Schlacke der »guten« Hochöfen ein unbekanntes schwarzes Pulver zu isolieren. Sefström zog daraus den Schluss, dass die erstaunliche Geschmeidigkeit des Metalls auf irgendein unbekanntes Element zurückzuführen ist, das sich in dem schwarzen Pulver befindet. Diesem neuen Element gab Sefström den Namen ?, und zwar zu Ehren von ?, der Göttin der Schönheit bei den alten Skandinaviern.
Die Entdeckung eines neuen Elements war stets eine große Ehre für den Wissenschaftler. Man kann sich also vorstellen, wie betrübt der mexikanische Mineraloge Andres Manuel del Rio war, der bereits 1801 in einem Bleierz ein Element entdeckt und ihm den Namen Erythronium gegeben hatte. Del Rio kamen Zweifel an seinen eigenen Schlüssen, und so sagte er sich von seiner Entdeckung los, in dem Glauben, er habe es mit dem kürzlich entdeckten Chrom zu tun gehabt.
Noch größer war die Enttäuschung des hervorragenden deutschen Chemikers Friedrich Wöhler. In denselben Jahren wie Sefström beschäftigte sich Wöhler mit der Untersuchung von Bleierzen, die A. v. Humboldt aus Mexiko mitgebracht und die auch del Rio untersucht hatte. Auch Wöhler fand darin etwas Ungewöhnliches, doch wurden seine Untersuchungen durch eine Krankheit unterbrochen. Als er die Arbeit wieder aufnahm, war es schon zu spät. Sefström hatte seine Entdeckung bereits veröffentlicht. Die Eigenschaften des neuen Elements stimmten mit den Eigenschaften überein, die in einem der Laborjournale Wöhlers eingetragen waren.
Doch erst 1869, 39 Jahre nach Sefströms Entdeckung, wurde das Element Nummer 23 erstmals in verhältnismäßig reiner Form dargestellt. Der englische Chemiker H. Roscoe erhielt durch Behandlung von ?chlorid mit Wasserstoff elementares ? mit einer Reinheit von etwa 96 %.
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