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Alt 12.05.2005, 08:51   #3   Druckbare Version zeigen
Kriegerdaemon  
Mitglied
Beiträge: 781
AW: Fahrradrahmen aus Scandium ?

Ein Text aus dem Jahre 1973:

Was macht das Scandium eigentlich so wertvoll?
In erster Linie zeigt es eine seltene Kombination von hoher Warmfestigkeit und geringer Dichte. Die Dichte von Aluminium beträgt 2,7 g/cm3 und seine Schmelztemperatur 660 °C. 1 cm3 Scandium wiegt 3,0 g, und die Schmelztemperatur ist 1539 °C. Die Dichte von Stahl schwankt, abhängig von der Sorte, zwischen 7,5 und 7,9 g/cm3, und die Schmelztemperaturen liegen über einen verhältnismäßig breiten Bereich gestreut: reines Eisen schmilzt z. B. bei 1530 °C, also 9 K tiefer als Scandium.
Der Vergleich dieser beiden wesentlichen Parameter zwischen Scandium und den beiden wohl wichtigsten Metallen der modernen Technik fällt eindeutig zugunsten des Elements Nummer 21 aus. Außerdem ist es sehr fest, chemisch beständig und korrosionsfest.
Dank dieser Eigenschaften hätte Scandium ein wichtiger Konstruktionswerkstoff in der Luftfahrt und im Raketenbau werden können. In den USA unternahm man einen Versuch, metallisches Scandium für diese Zwecke herzustellen, kam jedoch bald zu der Einsicht, dass eine Scandiumrakete zu teuer ist. Selbst die Verwendung nur weniger Einzelteile aus Scandium ließ die Kosten rasch emporschnellen.
Es wurde auch versucht, dem Scandium Eingang in die Metallurgie zu verschaffen, um es als Legierungselement für Gusseisen, Stahl und Titan-Aluminium-Legierungen zu verwenden. In einer Reihe von Fällen gab es ermutigende Resultate. Ein Zusatz von 1 % Scandium zu Aluminium steigert beispielsweise die Festigkeit der Legierung auf das Anderthalbfache. Doch auch nur wenige Prozent metallischen Scandiums ließen die Legierung zu teuer werden.
Auch in der Kerntechnik und in der chemischen Industrie glaubte man, Anwendungsmöglichkeiten für das Scandium gefunden zu haben, doch in jedem Fall reduzierten die vierstelligen Ziffern, in denen der Preis angegeben werden musste, alle Vorzüge des Elements Nummer 21 auf Null. Hieraus folgt natürlich nicht, dass diese Arbeiten nutzlos waren. Im Gegenteil, sie hatten große Bedeutung, da sie dazu beitrugen, aufzuklären, unter welchen Bedingungen der Einsatz von Scandium jetzt und in Zukunft zweckmäßig sein kann.
In den letzten Jahren sank der Preis von Scandium und seinen Verbindungen bzw. Legierungen allmählich. 1959 kostete 1 kg Scandiumoxid in den USA noch 15.000 bis 30.000 Dollar, ein Jahr später bereits weniger als 9000 Dollar. Der Preis für metallisches Scandium betrug in dieser Zeit 70.000 bzw. 45.000 Dollar. Aber auch die zuletzt genannten Zahlen sind immer noch sehr hoch.
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