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Thema: oxalsaeure
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Alt 28.03.2005, 19:26   #10   Druckbare Version zeigen
Marduk Männlich
Mitglied
Beiträge: 314
AW: oxalsaeure

Mal ein kluger Spruch vorweg:
Jeder Stoff ist giftig - es kommt nur auf die Menge an...

Jetzt zur Oxalsäure:

Auch Ethandisäure oder Kleesäure genannt.
Das Dihydrat ist giftig.

Sie kommt in der Natur in Form von Oxalaten - Salzen der Oxalsäure - vor.
z.B. im Sauerklee als Kaliumoxalat - daher der Name Kleesäure
in Spinatblättern, Rhabarber und einigen Gräsern als Magnesiumoxalat
in Wurzeln und Rinden vieler Pflanzen als Calciumoxalat
in Guano als Ammoniumoxalat

Hier ein paar Beispielmengen je 100g:
Spinat: 460mg
Rhababer: 500mg
Mangold: 690mg
Petersilie: 190mg

Im Blut und Urin des Menschen sind stets geringe Mengen Oxalsäure enthalten.

Größere Mengen Oxalsäure fällen im menschlichen Organismus die lebensnotwendigen Ca-Ionen in Form von unlöslichem und unwirksamen Calciumoxalat, welches dann die feinen Nierenkanälchen verstopft und zum Tode führt.
Gegenmittel ist z.B. Kalkmilch, die die Oxalsäur in wie bereits beschriebenes, ungiftiges Calciumoxalat umwandelt und dann ausgeschieden wird. Eine weitere Möglichkeit ist die intravenöse Injektion von Calciumchloridlösung.

Äußerlich wirkt sie ätzend auf Haut und Schleimhäute.

Wenn man z.B. 100g Spinat zu sich nimmt, kann die enthaltene Oxalsäure doppelt so viel Ca binden, wie dem Blutcalciumgehalt entspricht!
Daher wird auch während der Zahn- und Knochenwachstumsphasen vom Verzehr Oxalsäurehaltiger Nahrung abgeraten!

Von chemiegeschichtlicher Bedeutung ist die Synthese der Oxalsäure durch Verseifung von Dicyan, mit der Wöhler 1824 (noch vor seiner berühmten Harnstoffsynthese) erstmals die künstliche Darstellung eines Naturstoffes erreichte.


Ich hoffe, dies hilft etwas weiter, bei Bedarf kann ich mich nochmal etwas schlau machen...
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