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Alt 16.03.2005, 15:05   #22   Druckbare Version zeigen
Godwael Männlich
Moderator
Beiträge: 12.173
Blog-Einträge: 12
AW: warum L-Aminosäuren

@ mdb77:
Zitat:
@Godwael; wieso Polarisation vergessen?

1.) Stoffe, die optisch aktiv sind, wechselwirken unterschiedlich stark mit Rechts- und Linkszirkularlicht. Wenn nun, sagen wir rechszirkulare gamma-Strahlung auf ein Razemat fällt, dann gehe ich jede Wette ein, daß das Enantiomer, das stärker damit wechselwirkt auch schneller zerstört wird.
Ich habe mich auf sichtbares Licht bezogen. Die Einwirkung von Gammastrahlen auf komplexe organische Moleküle ist meines Erachtens mit der Entstehung von Leben nicht vereinbar, unabhängig von der Polarisation.

Die Arbeiten von Kuhn und Knopf kenne ich leider nicht (Bildungslücke), das klingt schon sehr interessant. Ist das ein allgemeiner Effekt oder bezieht sich die Arbeit auf die beschränkte Auswahl von Molekülen, die unter Einfluß von sichtbarem Licht reagieren?
Das würde die Aussagekraft der Untersuchung für unsere Fragestellung beträchtlich relativieren.

Gut, aber selbst wenn ich in dem Punkt prinzipiell falsch liege, bleibt immer noch das Argument von Tino:
Zitat:
Das Sonnenlicht kommt auch nicht mit Vorzugspolarisierung von oben runter.
Ich denke daher nach wie vor, daß polarisiertes Licht als Erklärung untauglich ist.

Zitat:
3.) In der Proteinsynthese sind R-Aminosäuren aus dem Rennen? Klingt zwar irgendwie logisch (innerhalb der Nahrungskette, und nach der Evolution) aber wie ist das bei Pflanzen? Ich denke, die nehmen keine Aminosäuren auf. Könnte es nicht welche (einfachste) geben, die mit R-AS´en arbeiten? Vermutlich ist dann auch deren DNA in die andere Richtung gewunden.
Es geht dabei nicht um die Aufnahme von Proteinen.
Der springende Punkt ist die Maschinerie der Proteinbiosynthese. Ribosomen sind ja selbst chiral, und können deswegen prinzipiell nur eine Sorte von AS verarbeiten. Das folgt meiner Meinung nach aus der Substratspezifität: Der AS-Rest ist Variabel, deswegen kann diese Spezifität nur über den chiralen Fußteil vermittelt werden. Das andere Enantiomer paßt schlicht nicht in das Ribosom.

Deswegen müßte sich, damit es Lebewesen mit Proteinen aus R-AS geben könnte, das Ribosom zweimal entwickelt haben. Und das halte ich für unwahrscheinlich.
__________________
Gruß,
Fischer


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