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Thema: Glycerin
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Alt 10.03.2005, 13:31   #11   Druckbare Version zeigen
Tiefflieger Männlich
Moderator
Beiträge: 5.444
AW: Glycerin

Was sagt denn GESTIS dazu?
Die Toxizität des G. wird als sehr gering eingeschätzt.
Resorptive Vergiftungen im beruflichen Umgang sind wenig
wahrscheinlich und nur bei versehentlichem Verschlucken
oder in extremen Expositionsituationen zu erwarten.
Oral aufgenommen gelten Dosen ab ca. 700 mg/kg KG als für
den Erwachsenen toxisch, wobei Dosen bis zu 1400 mg/kg KG
i.a. nur Kopfschmerz, Übelkeit und erhöhte Urinproduktion
hervorrufen.
In Einzelfällen können orale Dosen von 100 g (frühere
therapeutische Dosis) auch Benommenheit, Zyanose, Nieren-
schmerzen und blutige Durchfälle verursachen.
Nach Verschlucken größerer Mengen sind zunächst gastroin-
testinale Beschwerden (Erbrechen, Leibschmerzen, Diarrhö)
zu erwarten, bevor Resorptiverscheinungen mit zentralner-
vösen Symptomen (Kopfschmerz, Schwindel, evtl. Bewusstlosig-
keit) und Störungen des Herz-Kreislauf-Systems auftreten.
Bei verzögertem Verlauf können sich Nierenfunktionsstörungen
mit veränderter Harnzusammensetzung und Harnbeschwerden
(Oligurie, Anurie) entwickeln. Komplikationen seitens der
Lunge und Spätschäden an ZNS, Niere und Leber werden nicht
ausgeschlossen.
Die Resorption sehr hoher Dosen kann auch zu starken Blut-
schädigungen (Hämolyse) führen.
...
Gewerblich - wie außergewerblich - ist vorwiegend die orale
Zufuhr dieser wenig toxischen (von einer Quelle gar als
"ungiftig" bezeichneten) Substanz von ärztlichem Interesse:
Einnahme von bis zu 50 ml wird als harmlos erachtet.
Nach Verschlucken von 100 g (ca. 80 ml) sind Erbrechen,
Durchfälle, Zyanose und Nierenschmerzen beobachtet worden.
Höhere Dosen verursachen nach 6- 12- 24 und mehr Stunden
Resorptiverscheinungen: Zentralnervöse Symptome wie Rausch,
Krämpfe bis zu Bewußtlosigkeit, Koma und Atemlähmung; bei
protrahiertem Verlauf kommen Harnstoff- und Kreatininanstieg
sowie metabolische Azidose, Oligurie, dann Anurie hinzu.
Auch Hyperglycämie wurde nachgewiesen.
Perorale Aufnahme derartig großer Schadstoffmengen ist aber
im gewerblichen Bereich praktisch ausgeschlossen.
...
Der Reizeffekt verschluckten Glycerins wird durch schnellst-
mögliches Trinkenlassen von Wasser erheblich gemildert.
Anschließend Erbrechen provozieren; Magenspülung kann bis
12 h nach Schadstoff-Aufnahme sinnvoll sein.
Klinikeinweisung; dort ist (nach massiver Zufuhr) umfangrei-
che Kontrolle und ggf. Korrektur der Nieren-, Lungen- und
ZNS-Funktionen, des Säuren-Basen-Gleichgewichtes, des Blut-
zuckers und der Elektrolyte notwendig; besonders EEG-Verän-
derungen und Oligurie sind Indikationen zur Hämodialyse.
...
In mehreren Quellen wird unter der systemisch-resorptiven
Wirkung des Glycerins auch Hämolyse angegeben; zur Beobach-
tung kam diese bisher nur nach subkutaner, intravenöser so-
wie intrauteriner Applikation; diese Aufnahmewege sind ge-
werblich irrelevant. Bei oraler Zufuhr hoher Dosen (akziden-
tell!) ist auf Hämolyse-Symptomatik zu achten.
__________________
Vernünftig ist, dass die politischen Spitzen, wenn sie miteinander sprechen, darüber sprechen, wie mit der Sache umzugehen ist, wie ernst Vorwürfe zu nehmen sind und wie man damit umgeht, Vorwürfe zu besprechen, zu klären, zu verifizieren oder aus der Welt zu schaffen. (2013 Regierungssprecher Seibert)
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